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Komfortable Modem-Konfiguration unter X

KWvDial

KWvDial verfügt über eine eingebaute Intelligenz: Automatische Modemkonfiguration

KWvDial lässt sich an die KDE-Kontrollleiste andocken.

Das Handbuch von Kwvdial ist noch im Entstehen (links) – Die Spannung steigt: KWvDial wählt und wählt…

Stellvertretend für alle Linux-Varianten (u. a. x-wvdial und wvdial.tcl) des freien Modem-Programms wvdial (sprich: Weaver Dial) zeigen wir Ihnen im folgenden, wie Sie mit dem KDE-Programm KWvDial Ihr Modem konfigurieren können. Die aktuellste Version dieses Programms befindet sich ebenfalls als Quellarchiv auf unserer Heft-CD. Nachdem Sie die Quellen auf Ihre Festplatte kopiert, mit tar xvzf kwvdial-0.5.src.tgz entpackt haben, ins entpackte Quellverzeichnis gewechselt sind und die Quellen mit ./configure, make und make install kompiliert und in Ihr System installiert haben, lässt sich das Programm mit kwvdial aufrufen. Anders als kppp, wo der Benutzer die Kenndaten seines Modems explizit angeben muss, ermittelt KWvDial dank eingebauter Intelligenz die wesentlichen Modem-Daten automatisch. Klicken Sie dazu auf den Menüpunkt File/Configure. Es öffnet sich ein Konfigurationsfenster, in dem Sie vier Register zur Auswahl haben:

  • Profile

Hier können Sie dem Einstellungsprofil, das Sie im folgenden erzeugen, einen Namen geben. Wenn Sie wechselnde Zugangsdaten (etwa mehrere Provider oder mehrere Accounts bei einem Anbieter) benutzen, müssen Sie also nicht jedes Mal die Einstellungen manuell verändern, sondern können für jeden Fall ein eigenes Profil anlegen.

  • Modem
  • Emulate Win95/98?: Option für Modems, die für das Betriebssystem Windows 95/98 hergestellt wurden, aber möglicherweise dennoch unter Linux laufen. Normalerweise deaktiviert
  • New PPPD?: Wenn Sie eine PPPD-Version >= 2.3.0 einsetzen, dann sollten Sie diese Option auf jeden Fall aktivieren – dies trifft für alle aktuellen Linux-Distributionen zu.
  • Modem Volume: Regelt die Lautstärke des Modems beim Einwahlvorgang
  • Baud Rate: Die optimale Baud-Rate wird normalerweise automatisch von Autodetect Modem (s. u.) ermittelt.
  • Redial on Disconnect?: Wenn Sie diese Option aktivieren, dann versucht KWvDial nach einem Verbindungsabbruch selbständig, eine erneute Verbindung herzustellen. Vorsicht: das kann ins Geld gehen, wenn durch einen Konfigurationsfehler die Verbindung im Minutentakt aufgebaut und wieder unterbrochen wird.
  • Autodetect Modem: Die eigentliche interne Intelligenz von KWvDial: das Programm scannt automatisch alle seriellen Ports (außer /dev/mouse) nach einem angeschlossenen Modem und ermittelt die optimalen Konfigurationseinstellungen. Es wird empfohlen, während dieses Vorgangs die Maus sicherheitshalber nicht zu bewegen.
  • Dial:

In diesem Register können Sie neben einigen in bestimmten Fällen erforderlichen Wähl-Optionen die Vorwahl und Telefonnummer Ihres Internet Service Providers angeben.

  • User:

Schließlich müssen Sie noch Benutzername und Passwort für die Anmeldung bei Ihrem ISP angeben und abschließend mit OK speichern – das war's schon.

Wenn bis hierher alles geklappt hat, dann können Sie im Hauptmenü unter Connect Ihr Einstellungsprofil zum Verbindungsaufbau benutzen. Mit Connect/Disconnect können Sie die Internet-Verbindung dann jederzeit wieder trennen. Um nicht bei jedem Verbindungsaufbau das ganze Programmfenster auf dem Desktop ertragen zu müssen, lässt sich KWvDial mit View/Hide an die KDE-Kontrollleiste andocken. Mit einem Klick auf die rechte Maustaste stehen Ihnen auch so die Verbinden/Trennen-Menüpunkte von KWvDial jederzeit zur Verfügung.

Lassen Sie nicht alle Türen offen stehen!

Zum Schluss noch ein wichtiger Hinweis: Gehen Sie nach Möglichkeit nie als Superuser (root) ins Internet. Das PPP-Protokoll kann nämlich in beide Richtungen (von ihrem Rechner zu Ihrem ISP und zurück) benutzt werden, so dass Sie hin und wieder mit Neugierigen rechnen müssen, die Ihr System erkunden wollen. Am besten, Sie legen für Ihre Internet-Besuche einen (oder mehrere) extra Benutzer an, den Sie einer eigenen Gruppe zuordnen, die nur die minimalsten Zugriffs- bzw. Ausführungsrechte auf Ihrem System besitzen darf. Darüber hinaus können Sie mit Hilfe eines sogenannten TCP-Wrappers [8] bzw. dem System-Protokollierprogramm syslog [9] die Aktivitäten auf Ihren Ports (= die Kanäle zur Außenwelt) quasi in Echtzeit mitprotokollieren. Auch wenn Sie gelegentliche Besuche auf Ihrem Rechner während Ihrer Online-Zeit nicht völlig ausschließen können, so bleibt der Eindringling auf diese Weise zumindest nicht völlig unbemerkt und muss erheblich mehr Aufwand betreiben, um an alle Ressourcen Ihres Systems heranzukommen. Viel Spaß beim Surfen unter Linux!

Caldera eDesktop

Auch Calderas eDesktop – die Distribution auf der Heft-CD – bietet eine komfortable Zugangskonfiguration, die hier in das Setup-Tool Lizard eingebaut ist. Wenn Sie nicht bereits bei der Installation die nötigen Einstellungen vorgenommen haben (ein Internet-Zugang lässt sich dort während der Übertragung der Programmpakete einrichten), dann gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Wählen Sie den Menüpunkt Einstellungen/COAS/Geräte/Modem. Es öffnet sich ein Lizard-Fenster zur Modem-Konfiguration. Hier können Sie Modell und Anschluss auswählen; ferner können Sie noch die Übertragungsrate und einige esoterische Einstellungen ändern.
  • Im nächsten Schritt konfigurieren Sie den eigentlichen Internet-Zugang, dies geht über den Menüpunkt Einstellungen/COAS/Netzwerk/Internet Provider.

Nach diesen beiden Konfigurationsschritten können Sie kppp zur Einwahl verwenden (das COAS-Tool ist also ein Ersatz für kppp's Einstellungsdialog.

Glossar

Terminal

Die Kommunikation mit dem Modem läuft über die serielle Schnittstelle – Befehle an das Modem werden dabei vom Einwahlprogramm in Form von sogenannten AT-Befehlen übertragen: diese heißen so, weil sie stets mit den beiden Buchstaben AT (Attention, dt.: Achtung) beginnen. Auf einen AT-Befehl antwortet das Modem dann in der Regel mit OK und manchmal auch mit zusätzlichen Informationen.

Infos

[1] Aktuelle Linux Hardware Compatibility HOWTO: http://metalab.unc.edu/mdw/HOWTO/Hardware-HOWTO.html

[2] The Linux Modem-HOWTO: http://metalab.unc.edu/mdw/HOWTO/Modem-HOWTO.html

[3] Einstiegsseiten zum Thema Winmodems und Linux: http://metalab.unc.edu/mdw/HOWTO/Winmodems-and-Linux-HOWTO.html sowie

[4] http://www.linmodems.org

[5] Homepage von kppp: http://devel-home.kde.org/~kppp/

[6] Homepage von KWvDial: http://www.cnss.ca/~ppatterns/KWvDial.html

[7] Worldvisions' Konsolentool WvDial: http://www.worldvisions.ca/wvdial/

[8] Artikel zum TCP-Wrapper tcpd: http://www.linux-community.de/ausgabe/1998/10/Tcpd/tcpd.html

[9] Artikel zum System-Protokollierer syslog: http://www.linux-community.de/1998/01/Syslog/syslog.html

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LinuxUser 06/2012

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