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Distributed Filesharing unter Linux

Freenet

Freenet ist der Versuch, ein Netzwerk zu schaffen, in dem Informationen anonym bezogen und zur Verfügung gestellt werden können. Ähnlich wie Gnutella ist Freenet ein verteiltes und dezentralisiertes System. In diesem System gibt es ein Netzwerk von Nodes (Knoten). Von diesen Nodes kann man Dateien herunterladen, indem man einen Key zu einem Node schickt. Keys haben ein Format wie zum Beispiel "text/philosophy/sun_tzu/art_of_war". Dabei spielt es keine Rolle, wo eine Datei physikalisch gespeichert ist: Falls der erste Node die Datei nicht hat, fragt er einfach den nächsten. Das Ganze funktioniert so ähnlich wie bei Gnutella – nur dass Freenet auch für größere Netze konzipiert wurde und das Protokoll deshalb noch etwas komplizierter ist. Die aktuelle Version von Freenet kann noch keine Anonymität und Verschlüsselung bieten, aber in der nächsten Version soll Freenet relativ sicher sein. Momentan gibt es noch einige Probleme mit der Architektur von Freenet. So ist es zum Beispiel noch nicht möglich, Dokumente zu aktualisieren oder effizient zu durchsuchen. Diese Probleme sollen aber in zukünftigen Versionen behoben werden, obwohl es nicht einfach ist, ein Dokument zu ändern, wenn niemand weiß, wo es tatsächlich gespeichert ist. Mehr Informationen zum Protokoll und zur Philosophie, die hinter Freenet steckt, sowie zum Programm selbst gibt es auf der Freenet-Homepage http://freenet.sourceforge.net.

Freenet ist in Java geschrieben, und daher leicht auf andere Plattformen portierbar. Es gibt aber auch Clients in Perl und C. Der "Liberator" genannte Perl-Client ist Teil der Freenet-Software; FreeClient, den C-Client, gibt es unter http://lar2.dyndns.org (die Seite ist nicht ständig online). Auch auf Freenet kann man begrenzt über das Web zugreifen (http://uts.cc.utexas.edu/~blanu/keyindex.html), der Zugriff ist dann natürlich nicht anonym. Für die Java-Version von Freenet braucht man verständlicherweise eine Java-Implementation.

Fazit

Für Gnutella gibt es einige gute Implementationen, mit denen man Unmengen an Dateien finden kann; aber ich persönlich denke, dass in Zukunft vor allem Freenet sehr interessant wird.

Glossar

Multicasting

Beim Multicasting kann man ein Datenpaket von einer Quelle gleichzeitig an viele Ziele schicken. Das spart im Vergleich zum sonst üblichen Unicasting Bandbreite.

Der Autor

Björn Ganslandt ist Schüler und leidenschaftlicher Bandbreiteverschwender. Wenn er nicht gerade auf der Suche nach dem ultimativen Bozo-Filter ist, gibt er Support an Linux-Einsteiger und lässt sich seine Hausaufgaben von Gnuplot & Co abnehmen. Kommentare zum Artikel sind willkommen und gehen an die Redaktionsadresse mailto:redaktion@linux-user.de.

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LinuxUser 06/2012

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