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Unix-Tools unter Windows

Unix-Tools unter Windows

Verzeichnisstruktur

Wenn Sie den letzten Befehl nachvollzogen haben, werden Sie sich vielleicht wundern, dass das Hauptverzeichnis / gar keine Windows-Verzeichnisse und stattdessen die bereits erwähnten Linux-typischen Einträge usr, bin etc. enthält: Alle Cygwin-Tools sehen Ihre Laufwerks- und Verzeichnisstruktur durch eine Brille – das Verzeichnis, das Sie bei der Installation angegeben haben (im Beispiel: c:\cygnus) wir als Wurzelverzeichnis / betrachtet. Das hat den Vorteil, dass sich die Unix-Tools an den richtigen Stellen (nämlich /bin und /usr/bin) befinden, ohne dass diese Verzeichnisse auch aus Windows-Sicht im Hauptverzeichnis liegen müssten. Alle "normalen" Windows-Verzeichnisse sind nur über die bereits erwähnten Pfadangaben cygdrive/c/ usw. verfügbar.

Die Shell-Variable $PATH enthält neben den Verzeichnissen, in denen sich die Cygwin-Tools befinden, auch die Standard-Verzeichnisse, in denen sich Dienstprogramme von Windows verbergen. So können Sie z. B. jederzeit durch Eingabe von command.com den Standard-Kommandointerpreter aufrufen (und mittels exit wieder verlassen). exit ist übrigens auch der richtige Befehl, um die bash-Shell zu verlassen. Wenn danach das Fenster nicht automatisch geschlossen wird, ändern Sie unter Windows einfach die Programm-Eigenschaften: Kopieren Sie dazu das Cygwin-Icon aus dem Startmenü auf den Desktop, und öffnen Sie über das Kontextmenü (rechte Maustaste), Eigenschaften, die Konfiguration. Wechseln Sie im neuen Fenster auf die Seite Programm und aktivieren Sie unten das Feld Beim Beenden schließen. Danach verhält sich das Programm wie ein Terminal-Fenster unter Linux: Beim Beenden mit exit oder über die Tastenkombination [Strg-d] verschwindet das Fenster.

Abbildung 8: Konfiguration unter Windows: Beim Beenden Schließen

Zum Schluss bleibt der Aufruf: Spielen Sie ein wenig mit den Möglichkeiten der Cygnus-Tools unter Windows – dann wollen Sie schnell nicht mehr auf den Zusatzkomfort des "Unix-Imports" verzichten.

Abbildung 9: Ungewohnt unter Windows: Ein Verzeichnis in typischer Linux-Darstellung

Glossar

Syntax Highlighting

Beim Syntax Highlighting werden bestimmte syntaktische Konstrukte einer Programmiersprache im Quelltext farblich oder durch unterschiedliche Schriftarten (kursiv, fett etc.) hervorgehoben – so zum Beispiel alle Schlüsselwörter der Sprache oder Zeichenketten.

Lisp

Lisp ist eine funktionale Programmiersprache – der Name ist eine Abkürzung für "LISt Processing": wichtigster Datentyp dieser Sprache ist die Liste. Listen haben einen sehr simplen Aufbau: Sie bestehen aus einem ersten Element ("Kopf") und dem Rest. Wenn wir eine Liste l = [1,2,3,4 ] haben, dann ist in Lisp-Notation (car l) = 1 der Kopf der Liste und (cdr l) = [2,3,4 ] der Rest. Basierend auf dieser einfachen Datenstruktur lässt sich so ziemlich alles programmieren, was man sich überlegen kann. Informationen zu Lisp gibt es im Internet an vielen Stellen, z. B. auf der Homepage der Association of Lisp Users unter http://www.lisp.org.

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Infos zum Autor

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer ist Chefredakteur der Zeitschrift EasyLinux, Doktorand an der Uni Erlangen-Nürnberg und seit Mitte der 90er begeisterter Linux-Anwender.


Infos zur Publikation

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LinuxUser 06/2012

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