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Hausgemachtes Menü

Programmstarter auf Tastendruck

27.03.2009
Ein Klick auf ein Desktop-Icon reicht aus, um ein Programm zu starten. Doch nicht immer ist das so einfach und schnell bewerkstelligt: Fenster überdecken die Icons, oder man findet das Programm im KDE-Startmenü nicht wieder. Mit Apwal gehen Sie diesen Unwägbarkeiten aus dem Weg.

Programme in KDE starten? Nichts leichter als das, denn der Desktop bringt dafür von Haus aus verschiedene Möglichkeiten mit. Entweder Sie rufen die Anwendung aus dem KDE-Startmenü auf, klicken auf das Programmsymbol auf dem Desktop oder geben den Startbefehl in einem Schnellstartfenster ein. Aber diese Methoden haben auch ihre Nachteile: Befehle einzutippen, ist nicht gerade die schnellste Art und Weise, und im Startmenü kann man sich schon mal in den Unterbereichen "verlaufen". Auch der Klick auf ein Icon auf der Arbeitsoberfläche gelingt nicht, wenn viele Fenster die Sicht versperren.

Hier schafft Apwal [1] per Tastendruck Abhilfe, indem es in jeder Situation eine Zusammenstellung von Icons auf die Oberfläche zaubert (Abbildung 1). Mit einem Klick starten Sie anschließend das gewünschte Programm. Und das Beste: In wenigen Minuten haben Sie das Programm installiert und eingerichtet.

Abbildung 1: Auf Tastendruck erscheint das Apwal-Startmenü mit selbst zusammengestellten Icons.

Zunächst zeigen wir Ihnen, wie Sie nach der Installation das Programm mit dem Apwal-Editor einrichten und die Programmstarter erstellen. Dabei bestimmen Sie die Position und das Icon selbst. Aussehen und Funktion können Sie durch den Aufruf des Befehls apwal in einem Schnellstartfenster oder in der Konsole testen. Damit Sie das Apwal-Startmenü schnell aufrufen können, zeigen wir Ihnen anschließend, wie Sie in den KDE-Systemeinstellungen eine Tastenkombination mit dem Aufruf von Apwal verbinden.

Einrichtung

Apwal ist die Abkürzung für advanced and powerful window application launcher (erweiterter und mächtiger Programmstarter) und erblickte schon 2002 das Licht der Open-Source-Welt. Pakete sind für alle von EasyLinux unterstützten Distributionen erhältlich und funktionieren zuverlässig. Zum Einspielen binden Sie die Heft-DVD über die Softwareverwaltung in das System ein und installieren das Paket apwal. Es benötigt keine weiteren Pakete, so dass die Installation in wenigen Sekunden bewältigt ist.

Zunächst richten Sie Apwal mit dem Editor des Programms ein. In den folgenden Schritten zeigen wir, wie Sie die Icons platzieren und Programme zuweisen.

  1. Öffnen Sie die Konfigurationsoberfläche (Abbildung 2) durch Eingabe des Befehls apwal --editor in einem mit [Alt]+[F2] geöffneten Schnellstartfenster; mit [Eingabe] führen Sie das Kommando aus.

    Abbildung 2: Im Konfigurationseditor richten Sie Apwal ein.
  2. Um einen Programmstarter anzulegen, klicken Sie mit der Maus doppelt an eine beliebige Stelle im Editor-Fenster. Das rote Quadrat markiert die Position des Mauszeigers beim späteren Aufruf von Apwal. Die Ansicht wechselt automatisch auf den Reiter Icon Selection (Auswahl der Icons), und Sie sehen eine Auswahl an Programmsymbolen. Suchen Sie ein passendes Symbol aus; mit einem Klick auf Anwenden geht's weiter mit der Eingabe des Programmbefehls.
  3. Noch ist das Symbol grau hinterlegt, da kein Startbefehl eingetragen ist. Geben Sie im Eingabefeld Command Line (Befehlszeile) den Startbefehl zum Ausführen des Programms an, z. B. firefox für den Webbrowser oder amarok für den KDE-Musikplayer. Sobald der Befehl schwarz geschrieben ist, hat Apwal die entsprechende Anwendung gefunden. Sie können auch über das Ordnersymbol neben der Eingabezeile zur Programmdatei browsen. Im Verzeichnis /usr/bin finden Sie eine Fülle von Anwendungen (Abbildung 3).

    Abbildung 3: Die Auswahl des Programms erfolgt entweder direkt über die Eingabe des Startbefehls oder über einen Dateiauswahldialog.

Damit ist der erste Starter angelegt, und Sie können jetzt weitere hinzufügen. Die Positionen der Icons verschieben Sie durch Ziehen mit der Maus. Ein Klick auf die Schaltfläche Remove löschet den ausgewählten Starter. Reicht Ihnen die Fläche nicht, verschieben Sie den sichtbaren Bereich mit den Pfeilen am Rand des Editor-Fensters.

Weitere Konfigurationsmöglichkeiten erreichen Sie über die Reiter Icon Selection Pref (Einstellungen zur Icon-Auswahl) und Apwal Preference (Allgemeine Einstellungen zu Apwal). Im ersten können Sie im Bereich Icon Resolution (Icon-Auflösung bzw. -Größe) den Editor anweisen, auch kleinere oder größere Icons als solche mit 48 x 48 Pixeln zu nutzen. Daneben haben Sie die Möglichkeit, weitere Verzeichnisse hinzuzufügen, in denen der Editor nach Icons sucht. Auf dem Reiter Apwal Preference sehen Sie im Bereich Launcher Preferences (Eigenschaften des Startmenüs) z. B. die Zeit, nach der Apwal das Startmenü ausblendet, wenn Sie kein Icon anklicken (Abbildung 4). Grundsätzlich können Sie die Vorgaben auf den zwei Reitern übernehmen: Apwal arbeitet damit sehr gut.

Abbildung 4: In diesem Reiter können Sie die Anzeigezeit des Apwal-Startmenüs festlegen.

Shortcut erstellen

Apwal zeigt das Menü immer erst an, wenn Sie das Programm mit dem Befehl apwal aus einem Terminalfenster (z. B. konsole) oder einem Schnellstartfenster heraus aufrufen. Für den Alltagsgebrauch, also zum schnellen Starten einer Anwendung wie Firefox oder OpenOffice, ist dieser Weg ungeeignet. In den folgenden Schritten zeigen wir, wie Sie in den KDE-Systemeinstellungen eine Tastenkombination einrichten, über die Sie das Apwal-Menü auf den Desktop holen.

  1. Rufen Sie in KDE 4 über Rechner / Systemeinstellungen (Ubuntu 8.10) bzw. Programme / Systemeinstellungen (OpenSuse 11.0 und 11.1) die Systemeinstellungen auf. Schneller geht es, indem Sie ein Schnellstartfenster ([Alt]+[F2]) öffnen und den Befehl systemsettings eingeben.
  2. Wechseln Sie zunächst in den Reiter Erweitert und öffnen Sie dann das Modul Tastenkombinationen aus dem Bereich Erweiterte Benutzereinstellungen. Die vordefinierten Tastenkombinationen sehen Sie jetzt in Gruppen wie Konqueror Gestures (Konqueror-Gesten) und Preset Actions (Voreingestellte Aktionen) eingeteilt.
  3. Wählen Sie Examples aus und achten Sie darauf, dass die Checkbox Deaktivieren kein Häkchen besitzt. Das würde bedeuten, dass alle Aktionen der Gruppe Examples deaktiviert sind, also nicht funktionieren. Klicken Sie danach auf die Schaltfläche Neue Aktion, um die Tastenkombination zu erstellen.
  4. Tragen Sie zunächst in die Textzeile Aktionsname eine aussagekräftige Beschreibung ein, damit Sie auch später noch wissen, welche Aufgabe diese Tastenkombination erfüllt (Abbildung 5). Als Aktionstyp wählen Sie aus dem Drop-down-Menü statt Generisch die Option Tastenkürzel->Befehl/Adresse aus und wechseln danach auf den Reiter Tastenkürzel.

    Abbildung 5: Die Einrichtung eine Shortcuts erleichtert KDE 4 mit dem Modul "Tastenkombinationen" ungemein.
  5. Jetzt legen Sie die Tastenkombination fest. Klicken Sie dazu auf die Schaltfläche Keiner und drücken Sie die gewünschten Tasten, z. B. [Alt]+[B]. Ist diese Kombination nicht schon belegt, können Sie zum Reiter Befehls/Adress-Einstellungen wechseln.
  6. Abschließend weisen Sie KDE an, dass der Desktop die Anwendung Apwal aufruft, also das Menü anzeigt. Tragen Sie im Eingabebereich Aufzurufende(r) Befehl/Adresse: den Befehl /usr/bin/apwal ein. Apwal liegt wie viele andere Programme im Verzeichnis /usr/bin/. Mit einem Klick auf Anwenden aktivieren Sie die Änderungen und beenden die Konfiguration.

Nachdem Sie Apwal eingerichtet und ihm eine Tastenkombination zugewiesen haben, können Sie Ihr neues Startmenü ausprobieren. Drücken Sie die richtigen Tasten und klicken Sie anschließend mit der Maus auf ein Symbol: Die zugehörige Anwendung startet im Handumdrehen.

Infos

[1] Apwal: http://apwal.free.fr

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    Ob über Menüs oder ein Icon: Der Programmstart per Mausklick hat Nachteile. In tiefen Menüstrukturen verirrt man sich leicht und das gesuchte Desktop-Icon liegt versteckt hinter einem Fenster. Hier setzt Apwal an, das die Vorteile der beiden klassischen Lösungen vereint.
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