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Ubuntu 10.04 bringt verschiedene grafische Werkzeuge mit, um Software effizient zu verwalten. Auch über die Kommandozeile spielen Sie schnell und unkompliziert neue Programme auf den Rechner.

Wer glaubt, die ganze Welt von Ubuntu passt auf eine DVD, irrt sich gewaltig. Nur ein paar Mausklicks entfernt warten tausende von freien und kostenlosen Programmen auf den Anwender. Wollen Sie die Sterne beobachten oder Ihre Kochrezepte sortieren? Wollen Sie einen Internet-Radiosender starten oder fernsehen? Kein Problem: Über einen Paketmanager installieren Sie die dazu notwendige Software.

Software für Ubuntu liegt dabei in der Regel in Form von Debian-Paketen mit der Endung *.deb vor. Es handelt sich um Archive, die verschiedene Bibliotheken und Konfigurationsdateien enthalten. Bei der Installation verteilt der Paketmanager die im Archiv enthaltenen Dateien automatisch an die richtigen Orte im Dateisystem.

Häufig verfügen Programme zudem über so genannte Abhängigkeiten: Installieren Sie Programm A, müssen Sie auf jeden Fall auch Programm B einspielen. So benötigt der Audioplayer Banshee unter anderem die Pakete freepats und gstreamer0.10-plugins-bad, um zu laufen (Abbildung 1). Paketmanager wie Synaptic oder das Software-Center erkennen die Seilschaften und spielen die abhängigen Pakete automatisch auf Ihren Rechner.

Abbildung 1: Der Paketmanager Synaptic löst Abhängigkeiten von Banshee automatisch auf.

Doch wo findet der Paketmanager die Software? Auf dem Installations-Medium, aber auch im Internet. Dort lagert sie in so genannten Online-Paketquellen (englisch: Repositories). Ubuntus Standard-Paketquellen umfassen tausende von Programmen. Sie bieten diese Software in den vier Geschmacksrichtungen Main (Freie, von Ubuntu unterstützte Software), Restricted (von Ubuntu unterstützte Software, unter unfreien Lizenzen), Universe (von der Community betreute Software ohne offiziellen Support) sowie Multiverse (nicht-unterstützte Software mit unfreien Lizenzen) an.

Bei Bedarf erweitern Sie die Auswahl um zusätzliche Paketquellen, die Programme enthalten, die in den offiziellen Quellen fehlen – etwa bestimmte Videocodecs oder brandaktuelle Versionen eines Programms wie Thunderbird 3. Nicht zuletzt aktualisieren Sie über den Paketmanager Ihr komplettes System, machen also aus Ubuntu 10.04 ein Ubuntu 10.10.

Der Paketmanager dient dabei nur als grafische Oberfläche für Apt (das Advanced Packaging Tool), das im Hintergrund die Listen mit der Software der Paketquellen verwaltet und die Abhängigkeiten erkennt und auflöst. Apt bedienen Sie wahlweise auch über die Kommandozeile – viele routinierte Ubuntu-Anwender bevorzugen diesen Weg, den das Kapitel "Schnelle Quelle" beschreibt.

Software über das Software-Center installieren

Unter Ubuntu 10.04 bietet das Software-Center den einfachsten Weg, um Programme zu installieren. Sie finden das Tool unter AnwendungenSoftware-Center. Entweder wählen Sie die gewünschte Software aus einem bestimmten Bereich aus, oder Sie nutzen das Suchfeld rechts oben, um gezielt nach einem spezifischen Paket zu fahnden (Abbildung 2). Es listet die vorhandenen Programme namentlich und mit einer Beschreibung auf und spart die Bibliotheken, Entwicklerdateien und Metapakete aus, um die Benutzer nicht zu verwirren. Wenn Sie unsicher sind, wie eine Software genau heißt, nutzen Sie das Software-Center.

Geben Sie banshee ein, erhalten Sie lediglich ein installierbares Paket – die Abhängigkeiten spielt das Tool vom User unbemerkt im Hintergrund auf den Rechner, weshalb Installationen unter Umständen länger dauern. Wählen Sie ein Paket aus, erscheint rechts darunter eine mit Weitere Informationen beschriftete Schaltfläche. Die führt zu einer ausführlicheren Beschreibung des Programms. Über die Schaltfläche rechts installieren Sie das Paket hingegen. Mehrere Pakete spielen Sie ein, indem Sie diese nacheinander auswählen und jeweils auf Installieren klicken.

Das Software-Center vereinfacht die Installation von Software nicht nur, die neue Version zeigt im linken Bereich zudem die von Ihnen eingebundenen externen Paketquellen an. Klicken Sie auf BearbeitenSoftwarequellen, um selbst solche Paketquellen zu ergänzen, ruft das den wesentlich komplexeren Paketmanager Synaptic auf den Plan.

Abbildung 2: Das Software-Center reduziert für Ubuntu-Einsteiger die Komplexität von Installationen: Es versteckt verwirrende Bibliotheken und Entwicklerdateien und löst Abhängigkeiten im Hintergrund auf.

Synaptic für Ubuntu

Sie starten Synaptic über System | Systemverwaltung | Synaptic-Paketverwaltung. Nach der Eingabe des Administrator-Passworts landen Sie im Hauptfenster (Abbildung 3). Dort klicken Sie zunächst auf Neu laden damit Synaptic seine interne Paketliste aktualisiert. Der Paketmanager prüft dabei, ob die externen Paketquellen aktualisierte Software bereit halten. Vergessen Sie diesen Schritt, kann eine Installation fehlschlagen, weil Synaptic eine Software sucht, die es im Netz schon nicht mehr gibt.

Abbildung 3: Synaptic ordnet die vorhandene Software verschiedenen Sektionen zu. Schneller ans Ziel gelangen Sie mit der Schnellsuch-Leiste rechts oben.

Im linken Bereich fahnden Sie gezielt nach Software-Sektionen. Unter Unterhaltung (universe) finden Sie etwa das Paket banshee. Um es zu installieren, klicken Sie auf die Checkbox links daneben und wählen Zum Installieren vormerken. Im Unterschied zum Software-Center zeigt Synaptic die abhängigen Pakete auch an und installiert sie nicht versteckt im Hintergrund. Klicken Sie hier auf Vormerken. Über den Button Anwenden aus der Menüleiste beginnen Sie mit der Installation, wobei ein weiteres Fenster sämtliche Pakete auflistet, die Synaptic installieren will. Ein Klick auf Anwenden setzen den Download und die anschließende Installation in Gang. Im folgenden Fenster sollten Sie ein Häkchen bei Diesen Dialog nach erfolgreichem Anwenden der Änderungen schließen setzen, andernfalls bleibt das Fenster am Ende einer Installation kommentarlos offen stehen.

Suchen Sie gezielt nach einer Software, wählen Sie links im Bereich Sektionen den Eintrag Alle aus und geben in die Schnellsuche rechts oben den Namen oder Teile davon ein. Eine gründlichere Suche starten Sie über einen Klick auf Suche.

Um ein bereits installiertes Paket zu entfernen, suchen Sie nach ihm und klicken auf den grünen Button. Es erscheint ein Menü, aus dem Sie Zum Entfernen vormerken oder Zum vollständigen Entfernen vormerken auswählen. Der Unterschied: Im zweiten Fall entfernen Sie nicht nur das Programm, sondern auch sämtliche Konfigurationsdateien desselben. Manuell angepasste Konfigurationsdateien eines Programms verschwinden so jedoch ebenfalls.

Meist legen Programme die von Ihnen modifizierten Konfigurationen als versteckte Ordner und Dateien in Ihrem Home-Verzeichnis ab. Diese persönlichen Einstellungen bleiben von dem Befehl unberührt. Um Nautilus in der Ausgangskonfiguration zu starten, löschen Sie daher den versteckten Ordner .nautilus manuell. Viele Programme legen ihre Voreinstellungen auch unterhalb der Ordner .config, .local und .cache im Home-Verzeichnis ab.

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Ubuntu User ist bis Ausgabe 02/2013 vierteljährlich erschienen, aktuelle Artikel zu Ubuntu finden sich ab Ausgabe 04/2013 im LinuxUser.

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