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© Bailey Kirkpatrick, sxc.hu

Gut geschossen

Shotwell ordnet digitale Fotos vollautomatisch

07.10.2010
,
Canonical setzt in der neuen Ubuntu-Version erstmals auf Shotwell als primäre Bildverwaltung. Dieser Artikel stellt den Neueinsteiger vor und zeigt, was das Gnome-Programm zu bieten hat.

Um die Flut an Bildern aus den Digitalkameras in geordnete Bahnen zu lenken, braucht es eine passende Software: Neben vielen etablierten Anwendungen machte in letzter Zeit der Newcomer Shotwell [1] am meisten von sich Reden. Die Bildbearbeitung verdrängt in Ubuntu 10.10 das bisherige F-Spot. Ursprünglich sollte Shotwell auch den Bildbetrachter Eye of Gnome ersetzen, doch in Maverick Meerkat startet weiterhin eog, wenn Sie in Nautilus eine Bilddatei anklicken.

Bilder einlesen

Starten Sie Shotwell zum ersten Mal (Menü Anwendungen | Grafik | Shotwell-Bildverwaltung), dann zeigt das Programm ein großes leeres Fenster an. Ihre Sammlung ist somit noch leer. Neue Bilder hinzufügen können Sie über das Menü Datei | Aus Verzeichnis importieren. Shotwell speichert die Fotos dann nach Jahr, Monat und Tag sortiert im Ordner Bilder in Ihrem Home-Verzeichnis.

In der Regel werden Sie aber vermutlich Ihre Fotos von einer Digitalkamera importieren wollen. Dazu warten Sie einfach, bis nach dem Anschließen der Digitalkamera der Gnome-Dialog zur Auswahl einer Tätigkeit erscheint (Abbildung 1) und wählen dann hier Shotwell-Fotoverwaltung öffnen. Das Programm liest dann die Bilder auf der Kamera ein und bietet den Import an (Abbildung 2).

Abbildung 1: Beim Anschließen einer Digitalkamera zeigt Gnome dieses Fenster an.
Abbildung 2: Das Hauptfenster von Shotwell ist für den Import der Bilder von einer digitalen Kamera bereit.

Ereignisreiches Programm

Shotwell verwaltet Ihre Bilder in einer Datenbank (im versteckten Verzeichnis .shotwell). Für jeden Import legt das Programm ein so genanntes Ereignis an, das in der Grundeinstellung dem Datum der Aufnahmen entspricht, Sie können aber auch eigene Namen für die Ereignisse definieren. Die Datumsinformationen und zahlreiche weitere Details liest es dabei aus den (EXIF-)Tags der Bilder heraus. Shotwell erzeugt in jedem Fall pro Einlesevorgang einen Eintrag, sodass zwei Imports – zum Beispiel von zwei Kameras mit Fotos vom gleichen Tag – zu zwei Ereignissen führen. Neben dieser Sortierung quasi erster Ordnung gruppiert das Programm die Bilder auch nach Stichworten (Tags).

Auch Bilder, die bereits auf dem Rechner vorhanden sind, können Sie unter die Fittiche von Shotwell stellen. Wählen Sie dazu den Eintrag Datei | Aus Verzeichnis importieren. Dabei müssen diese nicht zwangsläufig ins Verzeichnis /home/NAME/Bilder übernommen werden, es reicht auch eine symbolische Verknüpfung auf das Original. Shotwell fragt beim Import ab, wie es diesbezüglich vorgehen soll (Abbildung 3).

Abbildung 3: Auf Wunsch belässt Shotwell die Bilddateien beim Import in ihren ursprünglichen Verzeichnissen und erzeugt nur Verweise auf die Daten.

Eine Sonderstellung unter den importierten Bildern nehmen die zuletzt hinzugefügten Fotos ein. Sie finden diese über den Eintrag Letzter Import.

Sonderfall RAW-Files

Digitale Negative oder Rohdaten importiert Shotwell unter Zuhilfenahme von UFRaw, also von fast allen derzeit aktuellen und den meisten älteren Kameras. Der RAW-Konverter erlaubt eine sehr weitgehende Kontrolle beim Konvertieren der Bilder. Shotwell verwendet allerdings einige voreingestellte Werte, die weder das Potenzial von UFRaw noch jenes der Bildern ausschöpfen. Im Bearbeiten-Menü unter Einstellungen passen Sie dies an oder wählen ein anderes Programm für den Import aus.

Der direkte Import von einer von GPhoto2-unterstützten Kamera funktioniert ebenfalls. Allerdings fragt Shotwell zuvor nach, ob es die möglicherweise automatisch gemountete Kamera abmelden darf, sofern das System sie schon eingehängt hat. Im Anschluss an das Laden der Bilder will die Applikation noch wissen, ob Sie die Dateien auf dem Kameradatenträger löschen möchten.

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Kommentare
Dependencies
Pit (unangemeldet), Montag, 11. Oktober 2010 15:30:21
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Ja, Shotwell ist super, es hat mich auch sofort überzeugt als ich es mir vor ~ 1/2 Jahr das erste Mal angesehen hab.

Aber wer nicht gerade das hyperaktuelle Ubuntu hat schaut ziemlich in die Röhre, denn das Teil verlangt von allen möglichen Tools und Bibliotheken die aktuellsten Versionen (vala, gexiv2, gstreamer,...). Da kann einem schon die Lust vergehen :-(

Und daß man Tags nicht kombinieren kann ist in der Tat ein Unding - das hat mich das letzte Mal schon sehr gestört und ich hatte gehofft daß das recht schnell behoben wird....


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