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Linux-Systempartition vergrößern

8 Antworten

Nachricht Autor

Freitag, 28. Dezember 2007 00:25:12

Servus Linux-Gemeinde,
brauche einen Profi-Tip:
meine Open-Suse 10.3 System-Partition ist Dank der immer umfangreicheren Updates an ihre Grenze gestossen. Also: vergrössern, zu Lasten einer alten, jetzt viel zu großen, Windows-Partition, die direkt davor liegt. Mit Hilfe von QTparted (Knoppix) habe ich es geschafft, der Windows-Partition 3 GB abzuknappern. Es gelang mir auch, diesen freien Platz als neue Reiser-Partition zu formatieren. Danach habe ich diese Partition wieder gelöscht, in der Meinung, dann den freien Platz meiner Linux-nativ-Partition zuschlagen zu können. Die "Eigenschaften" dieser zeigen mir zwar an, dass sie erweiterbar wäre "links bis" zum Anfangspunkt des freien Platzes, aber ich weiß nicht wie das geht, da es sich hier ja um die aktive System-Partition handelt. Wer kann mir einen Tip geben, wie ich die Partition um den freien Platz erweitern kann? Weder YAST noch QTparted lässt eine Größenveränderung dieser Partition zu. Kann ich die Grenzen einfach in etc/fstab eintragen? Oder ist etc/fstab nur dokumentär für Kernel-Eintragungen? Umount mit der aktiven Partition geht ja wohl auch nicht. Formattieren möchte ich die System-Partition natürlich nicht, da steckt zu viel Arbeit drin! Also wie geht's???
Beste Grüße vom Hans

h. kellermann


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Re: Linux-Systempartition vergrößern
Dieter Drewanz, Freitag, 28. Dezember 2007 18:12:56
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Hallo Hans,
ergänzend noch ein paar Hintergrundinfos. Die neueren qparted Versionen gestatten das Verschieben und Vergrößern von Partitionen (es waren am Anfang nur Größenänderungen innnerhalb der logischen oder primären Partitionen möglich. Ab welcher Version das prim/erw/log übergreifend möglich wurde, kann ich keine Auskunft geben). Unter Linux weigert sich aus Datensicherheitsgründen natürlich das Programm die Änderungen auf der Festplatte durchzuführen, mit dessen Linux man gerade arbeitet. Wenn Dein Suse (hochgefahren) z.B. auf hda5 ist, dann kannst Du nicht die Festplatte hda verändern. Aber eine zweite z.B. hdb, die gerade nicht gemountet ist, könntest Du ändern. Umgehen kannst Du das Problem indem Du ein Live-File-CD/DVD Linux startest und verwendest, wie Andere hier Dir schon geraten haben.
Es kann noch ein kleines Hindernis geben, wenn es sich um logische (hda5 ff) und primäre Partitionen (hda1..4) handelt. Hier müsstest Du die erweiterte Partition (hda2..4, meist hda4) erstmal auch verschieben. In dieser sind die logischen Partitionen sozugen enthalten. Nach einem Neustart ist diese Partitionsänderung sicher übernommen (prüfen zB "sudo /sbin/fdisk -l" im Terminal gibt die Partitionsliste aus, die ggf auch gepostet werden kann). Im zweiten Schritt, läßt sich dann die entsprechende logische Partition (nach unten) vergrößern (elegant wäre LVM, das virtuell mehrere Partitionen zusammenfassen könnte, das habe ich auf meinem Rechner auch nicht verwendet).
Beim Einbau einer größeren Notebookfestplatte hatte ich ebenfalls einige Grenzen verschoben. Ich mußte den Grub neu installieren mit der System-Wiederherstellen-Option (Bootmanager) auf der InstallationsCD (Im Suse CD/DVD Menue etwas versteckt zugänglich). Mit der Verschiebung waren auch die Head/Track/Sektoren auf die der Vektor im MBR zeigte (/boot/grub) natürlich verschoben und dieser wurde dabei wieder richtig eingerichtet.
Hoffe Dir hilft diese Hintergrundinfo noch ein bißchen weiter.


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Re: Linux-Systempartition vergrößern
Dieter Drewanz, Freitag, 28. Dezember 2007 18:27:44
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Wenn das Verfahren scheitert, dann gibt es noch die Möglichkeit /usr oder /home auszulagern (mit du / --max-depth=1 prüfen, welches von der Größe her besser geeignet ist auszulagern) auf diese "neue Partition". D.h. diese formatieren, mit dem selben Dateisystem wie das Wurzelverzeichnis. Dann /usr oder /home komplett dorthin kopieren. Unter yast bei dem Punkt partitonieren, nichts ändern bis auf den Mountpoint /usr oder /home eintragen. /usr oder /home umbenenenen und dann neu starten.
Bei Linux können einige Verzeichnisse komplett auf ander Partitionen verteilt werden.


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Re: Linux-Systempartition vergrößern
h. kellermann, Samstag, 29. Dezember 2007 10:54:09
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Hi Dieter,
du hast die potentiellen Probleme gut geschildert. Von der Live-CD RIP-Linux gibt es mehrere Varianten. Um Probleme mit GRUB und dem Bootsektor zu vermeiden habe ich die "GRUB-Variante" gewählt, was auch perfekt funktioniert hat. Meine Verschiebungen haben innerhalb der erweiterten Partition stattgefunden. Ich habe nur die Grenze zwischen zwei logischen, aneinandergrenzende Partitionen verändert. Nurn mein /home-Verzeichnis liegt ausserhalb auf einer eigenen Partition, was sehr empfehlenswert ist. Ob ausserhalb der logischen Partition oder übergreifende Aktionen ebenfalss problemlos laufen würden, kann ich deshalb nicht sagen.
Vielen Dank für deine Infos.
Hans


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Re: Linux-Systempartition vergrößern
Matthias Pertl, Freitag, 28. Dezember 2007 11:24:31
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Hallo Hans,

Ich würde die empfehlen zum Vergrössern die Live-CD RIP-Linux zu verwenden.
Du findest Du unter [1]

Einfach booten in die X-Umgebung und dann das Tool gparted starten.
Die Grafische Oberfläche ist recht intuitiv und die RIP-Linux Version beherrscht so ziemlich alle Filesysteme (getestet habe ich Ext[23], Reiser, NTFS, FAT).
Sowohl vergrössern, verkleinern, verschieben, kopieren... ist damit möglich.

Schönen Gruss,
Matthias

[1] http://www.tux.org/pub/people/kent-robotti/looplinux/rip/



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Re: Linux-Systempartition vergrößern
h. kellermann, Freitag, 28. Dezember 2007 17:39:34
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Servus Matthias,
da kann ich nur sagen: Volltreffer!!! Dieser Tip ist wirklich nur als SUPER zu bezeichnen! Dieses Tool kannte ich noch nicht. Prädikat: äusserst empfehlenswert!!! Das hat wirklich völlig problemlos und mit sehr geringem Aufwand mein Problem gelöst. Die Größenveränderung meiner Partitions hat mit wenigen klicks absolut problemlos und zuverlässig funktioniert. QTparted kommt dagegen nicht an! Ein herzliches DANKE!
Hans


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Re: Linux-Systempartition vergrößern
Peter (unangemeldet), Donnerstag, 11. Februar 2010 08:01:14
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Hi Leute!

Hatte das gleich Problem und mittels RIP Linux hat das ganze Reibungslos funktioniert!
Danke für den tollen Tipp Matthias!

Schönen Tag noch!
Lg Peter


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Re: Linux-Systempartition vergrößern
Manfred Knops, Freitag, 28. Dezember 2007 10:28:52
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Hallo Hans,

wenn ich Dich richtig verstehe hast Du zwei Partitionen (Windows und Linux) sowie 3GB freien Festplattenplatz dazwischen. Nun moechtest Du die 3GB dem Linux zukommen lassen.
Da Du keine weitere Partition erwaehnst, gehe ich mal davon aus das /home innerhalb der Linuxpartition liegt. Du koenntest also z. B. folgendes machen:
- Aus den 3GB eine Partition machen und formatieren.
- Die neu entstandene Partition als /home mountain lassen.
So haettest Du eine separate Partition fuer Dein Homedirectory. Das hat den Vorteil, wenn Du Linux neu installieren musst, bleiben Deine Daten davon unberuehrt. Ausserdem befreist Du die Linux Partition um den entsprechenden Speicherplatz. Allerdings bin ich mir momentan nicht sicher, hab's noch nie ausprobiert, wie es sich mit der Nummerierung der Partitionen verhaelt. Dadurch dass eine neue Partition zwischendrin entsteht, koennte sich die Reihenfolge aendern. Etwaige Probleme mit dem Bootloader lassen sich mit der SuSe Installationscd wieder beheben.

Eine weitere Moeglichkeit waere:
- Mit knoppixcd booten.
- Mittels qtparted die Linuxpartition auslesen und in ein Image schreiben.
- Die Linuxpartition loeschen.
- Die Linuxpartition neu anlegen und formatieren.
- Das Image zurueckspielen.
Dann hast Du weiterhin zwei Partitionen auf Deinem Rechner. Wobei die Linuxpartition um 3GB groesser ist.
Ich hab's schon lang nicht mehr angewendet. Da ich mittlerweile mit LVM arbeite. Aber das sollte funktionieren. Du benoetigst allerdings entsprechenden Plattenplatz um das Image abzulegen.


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Re: Linux-Systempartition vergrößern
h. kellermann, Freitag, 28. Dezember 2007 17:32:15
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Hallo Manfred,
vielen Dank für deinen hilfreichen Tip, der bei mir leider aber nicht funktionieren kann, da ich keinen ausreichend freien Speicherplatz mehr habe. Sonst hätte er sicherlich bestens funktioniert. Der dir nachfolgende Tip mit RIPLinux konnte sehr erfolgreich durchgeführt werden. Nochmals vielen Dank.
Hans


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