ForumDVD RAM unter Linux 2.6.12-2
Ottfried Meyer – Samstag, 02. Juli 2005 03:30 Uhr

Hallo,

verzweifelt versuche ich unter Linux (unter anderem mit dem oben angegebenen Kernel)
die Schreiboperationen auf DVD RAM- Medien mit einer akzeptablen Geschwindigkeit
hinzubekommen. Die verwendete Hardware:

Distro: Keine (LFS-Eigenbau)
Kernel: 2.6.12-2 (vorherige taten es auch nicht besser)
Brenner: LG 4163

Angewandtes Verfahren:
mit mkudf DVDRAM (Verbatim 3x) UDF-Filesystem auf DVDRAM erzeugen
Medium mounten mit:
mount /dev/hdd /home/dvd -t udf -o rw,noatime,bs=2048,sync,user,unhide
Schreiben auf DVDRAM durch hineinkopieren.
Laufzeiten: Nach vier Stunden (!) habe einen Schreibversuch von 2.1GByte abgebrochen.
Das Medium ist ok.
Es gibt keinerlei Meldungen des Kernels, die auf einen Fehler schließen lassen.
Der Kernel wurde u.a. mit folgenden Optionen gebaut:

CONFIG_CDROM_PKTCDVD=y
CONFIG_CDROM_PKTCDVD_BUFFERS=8
# CONFIG_CDROM_PKTCDVD_WCACHE is not set
CONFIG_ISO9660_FS=y
CONFIG_JOLIET=y
CONFIG_ZISOFS=y
CONFIG_ZISOFS_FS=y
CONFIG_UDF_FS=y
CONFIG_UDF_NLS=y

Der ONFIG_CDROM_PKTCDVD_WCACHE ist absichtlich off, damit ich beim unmounten des
Device bzw. Abbruch der Schreiboperation nicht weitere Ewigkeiten warten muss, bis
ich die DVDRAM entnehmen kann.

Wenn jemand weiss, was ich hier falsch mache, bzw eine akzeptable Schreibgeschwindigkeit
(mir ist bewusst, dass DVDRAM aufgrund des Verify langsam ist…aber SOOOO langsam?) mit einem Linux 2.6.x hinbekommt, wäre ich für seine Kernelkonfig (/usr/src/linux/.config) und/oder Tipps sehr dankbar!

Gruß,
mcc

5 Antworten
Andreas Matthus – Sonntag, 03. Juli 2005 12:09 Uhr

Hallo Meino,

im September vorigen Jahres unternahm ich auch mal Versuche mit DVD-RAM.

mkudffs –media=dvdram /dev/hda # nicht wundern, die Platte ist SCSI, deshalb ist hda das DVD-Laufwerk
mount -t udf /dev/hda /dvdram
damit stehen 4,3 GB zur Verfügung
Übertragung beim kopieren ca. 35 MB/Min.

Vor allem störte mich, dass das Filesystem irreparabel im Eimer war, wenn mal ein scp zusammenbrach. Die Dateien, die dabei gerade angefasst wurden, ließen sich nicht mal mehr löschen. In der Zwischenzeit nehme ich nur noch DVD+RW, die mit growisofs beschrieben werden. Das geht viel schneller und ist nicht so störanfällig.

Tut mir leid, keine “Positivlösung” anbieten zu können – aber manchmal hilft es auch weiter, zu erfahren, dass man in einer Sackgasse steckt.

mfg
Andreas

Tuxxsaver – Sonntag, 03. Juli 2005 20:17 Uhr

Hi Meino!
Ich weiss zwar nicht, was für Dich die “akzeptable Schreibgeschwindigkeit” ist. Aber ich glaube, dass Du nicht der einzige bist, der mit seiner DVD-RAM Probleme bei der Datenübertragung hat.
Zu denen gehörte ich auch. Ich hatte unter dem 2.6.8er-Kernel keine Probleme mit der Datenübertragung. Zudem hatte ich damals meine RAM mit “ext2 -b 2048” formatiert. Einen Eingriff in die “/usr/src/linux/.config” war nie nötig!

Das Problem habe ich bereits in einem ähnlichen Beitrag (Probleme mit DVDRAM unter SuSE 9.3) hier in dieser Linux-Community gepostet.
Ich glaube auch nicht, dass die Art und Weise der Formatierung eine große Rolle spielt. Die Lösung waren die laufenden Dienste dbus/hal. Der hal-Dienst sollte auf jedenfall deaktiviert werden. Der dbus muß weiterhin aktiviert bleiben! Warum das so sein muß, kann ich Dir auch nicht erklären-vielleicht jemand anders. Aber diesen habe ich bis dato nicht kennengelernt!

Die fstab sollte den editierten Eintrag “/dev/dvdram /media/dvdram noatime,noauto,rw,user,exec 0 0” erhalten. Meine Datenübertragungsraten sind dadurch recht passabel geworden.
Wie gesagt. Das sind meine persönlichen Erfahrungen,die ich mit SuSE 9.3 und dem 2.6.11er-Kernel gemachthabe.
Schau mal in meinem geposteten Beitrag nach und schildere mal Deine Ergebnisse und Erfahrungen.

Gruss, Tuxxsaver.

Ingo Kemper – Montag, 04. Juli 2005 01:22 Uhr

Hallo Meino,
ich habe mit DVD-RAMs schon seit Jahren keine Probleme mehr. Schalte “Packet writing on CD/DVD media” (CONFIG_CDROM_PKTCDVD) ‘mal aus, das hat zwar eigentlich nichts mit DVD-RAM zu tun, vielleicht stört es aber trotzdem. Der Eintrag in der fstab lautet:
/dev/dvd /mnt/dvd auto noauto,exec,user,noatime 0 0
Der aktuelle Standard-Kernel ist 2.6.12.2, falls das “-” kein Tippfehler ist, hast Du einen gepatchten Kernel, probier es dann ‘mal mit einem Standard-Kernel.

Gruß
Ingo

Ottfried Meyer – Sonntag, 10. Juli 2005 05:29 Uhr

Hallo liebe Problemlöser,

vielen Dank für die vielen Tips…gerade bin ich dabei, einen neuen
Kernel zu backen…ohne Packetwriting.

Bisher habe ich immer ohne fstab-Eintrag gemounted und zwar so:
sudo mount /dev/hdd /home/dvd -t udf -o rw,noatime,bs=2048,sync,user,unhide

Nun werde ich mal einen fstab-Eintrag stattdessen machen — eigentlich sollte
sich aber eine vollständige Parametrisierung über einen mount-Befehö von einem
“””unvollständigen””” mount Befehl, der sich die Parameter aus der fstab
holt nicht unterscheiden (!KEINE! Kritik…nur so ein Gedanke… :O)

Nach meinen Infos ist ext2fs für DVDRAM ungeeignet in dem SInne, als die
Schreibzugriffe lokal gehäufter in den Verwaltungsstrukturen der DVDRAN auf-
treten und diese dort über Gebühr “abnutzen” — um diesen Effekt zu vermeiden
wurde UDF entworfen.

Mein Kernel ist übrigens ein 2.6.12.2 .. das “-” ist ein Verschreiber gewesen.
:O)

Nun werde ich mal sehen, was der neue Kernel macht….

Vielen Dank nochmal für Eure Hilfe, wenn es wieder Erwarten wieder “klemmen”
sollte, melde ich mich nocheinmal.

Schönes Wochenende!
Meino

Ottfried Meyer – Donnerstag, 14. Juli 2005 21:06 Uhr

Hallo,

Ergebnis der bisherigen Versuche:
Das Schreiben geht /etwas/ “””””schneller””””” aber je mehr geschrieben wird,
desto mehr kommt das Sytem unter Last bis schließlich gar nichts mehr geht.

DMA ist an.

Hat jemeand noch irgendwelche Ideen, was da faul sein könnte ???

Vielen Dank für Eure Hilfe im Voraus!
Schönen Abend,
Meino

Ottfried Meyer – Sonntag, 17. Juli 2005 10:00 Uhr

Ich denke, ich habe jetzt das Problem gelöst.
Folgendes meine ich durch Recherchen im Internet heruasgefunden
zu haben:
1) Alle Filesysteme /ausser/ UDF sind für DVDRAM ungeeignet. Nicht weil
sie nicht funktionieren, sondern weil sie aufgrund ihrer Verwaltungsstrukturen
das DVDRAM-Medium ungleichmäßig belasten und so einen Ausfall nach x Schreib-
zyklen beispielsweise in der FAT (NUR Beispiel) auslösen, während andere Teile
des Mediums relativ ungenutzt sind. UDF ist speziell auf dieses Problem hin
“designed” worden. Weiterhin scheitern einige Filesystem (übrigens auch
Filetypen wie avi) an Größengrenzen. Bei AVI sind es meines Wissens nach 2GB!

2) Dies habe ich mit einem Linux 2.6.12.3-Kernel probiert. Sollte aber mit
einem Kernel der gleichen Baureihe :O) — also 2.6.12.n auch funktionieren:
Der Kernel muss /mit/ Paketwriting konfiguriert werden. Ich habe die Einstellung
so gewählt:

CONFIG_CDROM_PKTCDVD=y
CONFIG_CDROM_PKTCDVD_BUFFERS=16

Danach wird der Kernel neu kompiliert und installiert und das System neu
gebootet.

3) Zuerst ist eine initialisation des frisch gekauften Medium mit mkudffs wie
oben beschrieben nötig, um die Struktur des UDF-Filesytems auf der DVDRAM anzulegen.

4) Nun muss das pktwriting-Device aufgesetzt werden. Bitte nachsehen, ob
/dev/pktcdvd/. existiert. Wenn nicht ist vielleicht ein altes udev installiert,
das Paketwriting-Modul nicht geladen worden oder…?
Das Paketwriting-Device setzt man — im Falle des 2.6.12.3 — auf mit:

pktsetup -s

also beispielsweise mit

pktsetup -s dvdram /dev/hdd

— mein DVD-Brenner ist unter /dev/hdd anzusprechen.

Danach sollte ein Device entstanden sein:

/dev/pktcdvd/dvdram

Dieses kann nun mit

mount /dev/pktcdvd/dvdram /home/dvdram

gemountet werden. Meine fstab hierzu sieht wie folgt aus:
/dev/hdd /home/dvdram auto noauto,exec,user,noatime 0 0

5) Nun kann unter /home/dvdram — oder einem anderen entsprechend dem mount-Befehl sich ergebenen Mountpoint — von dem Medium gelesen und geschrieben werden, als sei es eine HD — nur eben langsamer.

6) Ist die Arbeit getan, wird erst der Mountpoint “un-ge-mounted” ;) und
dann mit

pktsetup -d dvdram

(enstprechend obigen setup-Befehl) das Paketwriting-Device entfernt werden.

Der devicename im Aufruf von pktsetup — in diesem Beispiel “dvdram” — ist völlig beliebig! Er sollte nur nicht “control” heissen, da ein solcher schon
vom System automatisch unter /dev/pktcdvd/. angelegt wird.

Ich hoffe, dass das nun alles so auch weiterhin funtktioniert…
Bitte teilt mir mal Eure Erfahrungen mit der obigen Anleitung mit!

Viel Erfolg!
Meino

Christian Schuglitsch – Samstag, 06. August 2005 13:33 Uhr

Und was für Schreibraten erreichst du nun damit, wenn du das mit gkrellm oder ksysguard überprüfst?

Also bisher habe ich CONFIG_CDROM_PKTCDVD nicht aktiviert und brauche ca. 5 Stunden für eine DVD-RAM. Das System reagiert langsam, aber schmiert nicht ab.

Verify mache ich dann in ein paar Stunden, wenn das auf 2 Medien verteilte Archiv fertig ist ;)

Christian Schuglitsch – Samstag, 06. August 2005 16:23 Uhr

Also das verifying hat geklappt, aber 10 Stunden für eine 7,1GB-Datei sind doch eher langsam. Werd wohl um ein erneutes Kernel-Basteln nicht herumkommen.
Schade eigentlich, denn mein PC läuft gerade so wunderbar absturzfrei mit Kernel 2.6.10. Egal ob 3D-Spiele, HBCI, DVD brennen, DVB gucken, Skype mit USB Headset, es geht einfach alles.

Ottfried Meyer – Samstag, 27. August 2005 14:34 Uhr

Die Schreibraten werde ich noch überprüfen, aber ein Verify musst Du meines Wissens nicht noch extra durchführen, da DVDRAM eben “mit Verify” spezifiziert ist — deswegen auch die “traumhafte” Geschwindigkeit beim Schreiben.

thomas lorenz – Samstag, 22. Oktober 2005 20:22 Uhr

Hallo Meino!

Habe heute Deinen Artikel gelesen, da ich selber 3 DVD-RAM Rohlinge beschreiben
wollte.
Bei mir läuft es bei Suse 9.3 und einem LG Laufwerk sehr gut.

Den Rohling habe ich mit mkudffs /dev/hdd formatiert. Hat Sekunden gedauert

Dann in der fstab den folgenden Eintrag
hinzugefügt: /dev/dvdram /media/dvdram auto
users,gid=users,umask=0000,iocharset=iso8859-1 0 0

Danach habe ich über eine root – Anmeldung im Konqueror den Schreibzugriff für
mich als user aktiviert (/media/idedisk) und den Rechner neu gestartet. Sorry,
ein Relikt aus Windowszeiten.

Jetzt habe ich das gesamte Homeverzeichnis mit dem Programm rsync und folgendem
Befehl gesichert (der username wurde sicherheitshalber entfernt und durch ….
ersetzt!)
rsync -avz –include=* –include=.* /home/…./ thomas:/media/idedisk/…. ,
das hat bei einer Größe von etwa 4,4 GB nicht allzu lange gedauert.
(habe nicht gestoppt, aber keine 1,5 Stunden) (unter Windows hat es nicht nur
länger gedauert, die Kiste stürzte auch ständig
ab!). .
Probiere das doch mal aus.

Grüße,

Thomas

thomas lorenz – Samstag, 22. Oktober 2005 20:22 Uhr

Hallo Meino!

Habe heute Deinen Artikel gelesen, da ich selber 3 DVD-RAM Rohlinge beschreiben
wollte.
Bei mir läuft es bei Suse 9.3 und einem LG Laufwerk sehr gut.

Den Rohling habe ich mit mkudffs /dev/hdd formatiert. Hat Sekunden gedauert

Dann in der fstab den folgenden Eintrag
hinzugefügt: /dev/dvdram /media/dvdram auto
users,gid=users,umask=0000,iocharset=iso8859-1 0 0

Danach habe ich über eine root – Anmeldung im Konqueror den Schreibzugriff für
mich als user aktiviert (/media/idedisk) und den Rechner neu gestartet. Sorry,
ein Relikt aus Windowszeiten.

Jetzt habe ich das gesamte Homeverzeichnis mit dem Programm rsync und folgendem
Befehl gesichert (der username wurde sicherheitshalber entfernt und durch ….
ersetzt!)
rsync -avz –include=* –include=.* /home/…./ thomas:/media/idedisk/…. ,
das hat bei einer Größe von etwa 4,4 GB nicht allzu lange gedauert.
(habe nicht gestoppt, aber keine 1,5 Stunden) (unter Windows hat es nicht nur
länger gedauert, die Kiste stürzte auch ständig
ab!). .
Probiere das doch mal aus.

Grüße,

Thomas