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Einer für alle: Programme Systemübergreifend nutzen

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Viele Linux-User haben parallel noch Windows installiert, einige sogar noch MacOS. Üblicherweise nutzt der Anwender -- sofern verfügbar -- unter allen Betriebssystemen dieselbe Software für Standardaufgaben, beispielsweise Firefox, Thunderbird, VLC, Mplayer, Picasa und im Falle Windows und MacOS eventuell noch iTunes.

Nun stellt sich das Problem, dass eine einfache Mehrfachinstallation nicht nur mehr Einrichtungsaufwand, sondern auch mehrere Mailboxen, Bookmarks oder Musik-Bibliotheken bedeutet. Das ist ärgerlich, wenn die unter Linux gesendete Mail oder das hinzgefügte Bookmark unter Windows nicht in Thunderbird oder Firefox auftauchen. Darüberhinaus benötigt eine solche Lösung ja auch ein vielfaches an Plattenplatz.

Eine viel elegantere Lösung ist es, unter allen Betriebssystemen nur eine Mailbox, Musikbibliothek oder ein Anwendungsprofil zu nutzen. Doch wie macht man das? Ganz einfach: Ein simpler Symlink genügt bei den meisten Programmen schon, denn wenn diese plattformübergreifend geschrieben sind, legen Sie ihre Daten zumeist auch in einem einheitlichen Format auf der Platte ab -- völlig unabhängig vom verwendeten Betriebssystem.

Da sowohl Linux als auch MacOS dank FUSE (für MacOS gibt es dafür das kostenlose NTFS-3G) lesend als auch schreibend auf NTFS-Dateisysteme zugreifen können, bietet sich die Ursprungsinstallation und -konfiguration der Programme unter Windows an.

Unter MacOS und Linux setzt man dann einfach einen Symlink auf das entsprechende Verzeichnis auf der Windows-Partition. Es empfiehlt sich, dass man das Programm zuvor einmal mit nonsens-Einträgen einrichtet, für den Fall, dass nicht-plattformübergreifende Daten an anderen Stellen abgelegt werden (zum Beispiel die .plist-Dateien unter MacOS). Außerdem hat dies den Vorteil, dass man so einfach herausfinden kann, wohin man den Symlink setzen muss.

Beenden Sie nach dem Nonsens-Einrichten das Programm, so dass es nicht versehentlich auf das Profil zugreift, das wir nun ändern.

Am Beispiel Thunderbird und Firefox ist unter Linux das Profil im Userordner unter ~/.mozilla/firefox/profiles beziehungsweise ~/.mozilla-thunderbird abgelegt. Hier findet sich ein Ordner <zufalls-Zeichenkombination>.default, den wir löschen und durch einen Symlink auf das entsprechende Verzeichnis unter Windows ersetzen:

ln -s /<Windows-mount>/Dokumente und Einstellungen/<userordner>/Anwendungsdaten/<Thunderbird bzw. Firefox/Profiles>/<zufalls-Zeichenkombination>.default <beliebigername>.default

Im Ordner findet sich dann jeweils noch eine Plaintext-Konfigurationsdatei profiles.ini, in welcher Sie das nonsens-profil (<zufalls-Zeichenkombination>.default) durch das eben erstellte symlink-profil (<beliebigername>.default) ersetzen.

Bei anderen Programmen oder unter MacOS muss man manchmal etwas suchen um die entsprechenden Profile zu finden, aber das Prinzip ist dasselbe. Für eine gemeinsame iTunes-Bibliothek beispielsweise löschen sie den (hoffentlich leeren) iTunes-Ordner unter ~/Music und ersetzen ihn durch einen Symlink auf den Windows-iTunes-Ordner: ln -s /Volumes/<Windows-Mount>/Dokumente und Einstellungen/<userordner>/Eigene Dateien/Eigene Musik/iTunes iTunes

Falls das Programm die Wahl eines Profil-Ordners unterstützt, so können Sie das Problem natürlich alternativ auch damit lösen, aber die Symlink-Methode ist nicht auf wählbare Profile angewiesen.

Manche Linux-Versionen wie beispielsweise Ubuntu mounten nicht automatisch andere Partitionen einer internen Platte. Sie können sich den einen Klick zum mounten nach dem Booten sparen (ist die Partition nicht gemountet, quittieren Firefox und Thunderbird beim Start seltsamerweise mit der Fehlermeldung, dass das Programm schon liefe), indem sie die Partition durch einen entsprechenden Eintrag in /etc/fstab automatisch beim Systemstart mounten lassen.

Tipp: Es empfiehlt sich dringend, unter allen Betriebssystemen dieselbe Programmversion zu verwenden, da so Dateninkonsistenzen durch eventuelle Änderungen im Datei- oder Ordnerformat vermieden werden können.

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Kommentare

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