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Duden Korrektor unter 64-Bit

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Der Duden Korrektor bietet eine äußerst nützliche Rechtschreib- und Grammatikkorrektur für LibreOffice und bringt in der aktuellen Version 8 endlich auch einen Thesaurus mit. Dummerweise liegt die Erweiterung aber nur in einer 32-Bit-Fassung vor. Wer den Korrektor dennoch auf einem 64-Bit-System einsetzen möchte, muss zwangsweise ein 32-Bit LibreOffice installieren. Das ist zwar etwas unelegant, klappt aber ohne die vorhandene LibreOffice-Version deinstallieren zu müssen. Die folgende Anleitung zeigt die dazu notwendigen Schritte unter openSUSE 12.1 64-Bit. Auf anderen Distributionen funktioniert das Verfahren ganz analog. Doch Vorsicht: Die Schritte installieren das 32-Bit-LibreOffice an der Paketverwaltung vorbei. Man muss es also immer per Hand auf dem aktuellen Stand halten.

Zunächst angelt man sich die aktuelle LibreOffice-Version aus dem Internet. Dabei muss man penibel darauf achten, dass man die 32-Bit-Fassung erwischt: Auf der Homepage http://www.libreoffice.org klickt man auf Download , wählt dann aus der linken Ausklappliste Linux x86 (rpm) (bei Debian- und Ubuntu-Distributionen entsprechend Linux x86 (deb) ) und lädt dann die drei darunter aufgeführten Pakete herunter. Derzeit sind das:

  • LibO_3.4.5_Linux_x86_install-rpm_en-US.tar.gz mit LibreOffice selbst,
  • LibO_3.4.5_Linux_x86_langpack-rpm_de.tar.gz mit der deutschen Übersetzung und
  • LibO_3.4.5_Linux_x86_helppack-rpm_de.tar.gz mit der Online-Hilfe.

Zunächst entpackt man die Pakete auf der Festplatte:

tar xvfz LibO_3.4.5_Linux_x86_install-rpm_en-US.tar.gz
tar xvfz LibO_3.4.5_Linux_x86_langpack-rpm_de.tar.gz
tar xvfz LibO_3.4.5_Linux_x86_helppack-rpm_de.tar.gz

Dabei purzeln zahlreiche RPM- (beziehungsweise DEB-)Pakete heraus, die man leider nicht einfach mit dem Paketmanager einspielen kann – sie würden sich mit dem schon vorhandenen LibreOffice beißen. Es steht deshalb eine manuelle Installation an:

for i in LibO_3.4.5rc2_Linux_x86_install-rpm_en-US/RPMS/*.rpm; do rpm2cpio $i | cpio -id; done
for i in LibO_3.4.5rc2_Linux_x86_langpack-rpm_de/RPMS/*.rpm; do rpm2cpio $i | cpio -id; done
for i in LibO_3.4.5rc2_Linux_x86_helppack-rpm_de/RPMS/*.rpm; do rpm2cpio $i | cpio -id; done

Auf Debian-Distributionen verwendet man analog:

for i in LibO_3.4.5rc2_Linux_x86_install-deb_en-US/DEBS/*.deb; do dpkg-deb -x $i . ; done
...

Im Unterverzeichnis opt liegt jetzt das komplette LibreOffice in 32-Bit. Dort LibreOffice jetzt noch nicht starten! Das Büropaket speichert seine Konfiguration im versteckten Unterverzeichnis .libreoffice . Damit dort nicht beide LibreOffice-Installation gegenseitig drin herumschreiben, biegt man die 32-Bit-Fassung noch auf ein anderes Verzeichnis um. Dazu ist im Unterverzeichnis opt/libreoffice3.4/program/ die Datei bootstraprc mit einem Texteditor zu öffnen und in der Zeile:

UserInstallation=$SYSUSERCONFIG/.libreoffice/3

das Verzeichnis gegen ein anderes auszutauschen – wie etwa:

UserInstallation=$SYSUSERCONFIG/.libreoffice32/3

Jetzt kann man LibreOffice an eine passende Stelle verschieben – wie zum Beispiel /opt :

su root
cd opt
mv libreoffice3.4 /opt

Als Nächstes braucht man noch ein 32-Bit Java, das man unter http://www.java.com bekommt. Dort greift man zu Linux (selbstextrahierende Datei) . Die macht man auf der Festplatte ausführbar und ruft sie auf:

chmod +x jre-6u30-linux-i586.bin
./jre-6u30-linux-i586.bin

Java liegt jetzt im Unterverzeichnis jre1.6.0_30 , das man am besten zu LibreOffice schiebt:

mv jre1.6.0_30 /opt
exit

Jetzt kann man zum ersten Mal das 32-Bit LibreOffice starten:

export LD_LIBRARY_PATH=/opt/libreoffice3.4/ure/lib/; /opt/libreoffice3.4/program/soffice

Das export LD_LIBRARY_PATH=/opt/libreoffice3.4/ure/lib/ ist leider notwendig, weil sonst der Korrektor gleich eine Bibliothek nicht findet. Wenn man LibreOffice nicht nach /opt geschoben hat, muss man die Pfade im obigen Befehl noch an die eigenen Gegebenheiten anpassen.

LibreOffice beschwert sich jetzt mehrfach über eine fehlende Java-Laufzeitumgebung. Die Meldungen klickt man einfach weg. Im Hauptfenster wechselt man zu Extras | Optionen ... , dann im Baum links zum Punkt LibreOffice | Java . Hier klickt man Hinzufügen ... an und wählt dann das Verzeichnis zum 32-Bit-Java /opt/jre1.6.0_30 . Jetzt schließt man das Fenster per OK und anschließend LibreOffice, das man umgehend neustartet (das geht jetzt auch etwas flotter).

Abschließend muss man nur noch den Duden Korrektor wie in seiner Anleitung beschrieben einspielen: In LibreOffice wählt man Extras | Extension Manager ... , klickt auf Hinzufügen ... und wählt auf der Duden-DVD im Verzeichnis Linux die Datei DRO.oxt . Nach der Installation darf man nicht vergessen, die in LibreOffice mitgelieferte Rechtschreibkorrektur zu deaktivieren (hinter Extras | Optionen ... und dann Spracheinstellungen | Linguistik ).

Die Duden-Bib lässt sich übrigens ganz normal über den Paketmanager einspielen und nutzen.

Das gezeigte Verfahren ist natürlich nur eine Notlösung, bei der man das 32-Bit-LibreOffice und Java selbst aktualisieren muss. Für einen bequemen Start empfiehlt es sich zudem, den obigen Bandwurmaufruf von LibreOffice in ein Skript zu packen und dann für dieses ein Symbol auf dem Desktop abzulegen. Der Thesaurus von LibreOffice ist übrigens mit dem des Duden mindestens gleichwertig, in einigen Bereich diesem sogar überlegen. Ob sich für den Rest der Aufwand einer Parallelinstallation lohnt, muss jeder selbst entscheiden.


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