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Adobe AIR
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Adobe-AIR-Programme installieren und (manuell) starten

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Es gibt sie noch: neue Anwendungen, die Adobes Integrated Runtime voraussetzen. Aktuellstes und vermutlich auch größtes Beispiel ist das Adventure Botanicula [1]. Dummerweise hat Adobe die Weiterentwicklung von AIR unter Linux gestoppt. Um dennoch in die fantastische Welt von Botanicula eintauchen oder ein anderes AIR-Programm nutzen zu können zu können, muss man die letzte noch für Linux bereitgestellte AIR-Version 2.6 herunterladen und installieren. Dabei gibt es allerdings ein paar Stolperfallen.

Zunächst mag Adobe AIR keine 64-Bit-Systeme. Man muss folglich auf einem 64-Bit-System sicherstellen, dass alle 32-Bit-Kompatibilitätsbibliotheken installiert sind. Neben den Systembibliotheken gehört dazu insbesondere libasound2“, libxml2, libxslt libnss3 und libncurses.

AIR Runtime

Im AIR-Archiv stellt Adobe alle vergangenen AIR-Versionen zum Download bereit [2]. Dort schnappt man sich zunächst im Bereich Adobe AIR 2.6 runtime downloads das ca. 15 MB große Archiv Adobe AIR 2.6.0 Linux, macht die heruntergeladene Datei ausführbar (etwa mit chmod +x AdobeAIRInstaller.bin auf der Kommandozeile) und ruft sie dann auf. Der jetzt erscheinende Installationsassistent ist jedoch extrem zickig. So verlangt er zwingend entweder die Schlüsselverwaltung Gnome Keyring oder KDE KWallet. Nutzer von Xfce müssen beispielsweise erst eines der Systeme nachinstallieren.

Häufig findet der Assistent die passenden Bibliotheken einfach nicht, unter GNOME muss etwa die Datei /usr/lib/libgnome-keyring.so.0 existieren. Beschwert sich der Installationsassistent über einen fehlenden Keyring beziehungsweise KWallet, obwohl laut Paketmanager eine der beiden installiert ist, muss man entsprechende Symlinks anlegen – unter Ubuntu 12.04 etwa mit:

sudo ln -s /usr/lib/i386-linux-gnu/libgnome-keyring.so.0 /usr/lib/libgnome-keyring.so.0

Mangelnde Rechte

Eine andere verbreitete Fehlerquelle sind mangelnde root-Rechte. Das ist beispielsweise unter openSUSE 12.1 der Fall. Dort muss man sich explizit als Benutzer root anmelden und unter diesem dann die Installation starten:

su root
./AdobeAIRInstaller.bin

Will trotz all dieser Maßnahmen der immer noch nicht durchlaufen und die AIR Runtime installieren, gibt es noch einen zweiten Weg – zu dem gleich in wenigen Zeilen mehr. Vermeldete der Assistent hingegen keine Fehler, startet man das Hilfsprogramm mit dem Monsternamen Adobe AIR Application Installer. Er sollte sich auch irgendwo im Startmenü beziehungsweise Dash befinden.

Speichermangel unter /tmp

Mit ihm wählt man die zu installierende AIR-Datei aus. Im Beispiel von Botanicula etwa Botanicula.air. Bevor man auf OK klickt, sollte man unbedingt noch sicherstellen, dass mindestens drei mal mehr Speicherplatz unter /tmp frei ist, als die .air-Datei groß. Im Fall von Botanicula sollten es 3 GB sein. Fehlt dem AIR Application Installer der Platz, bricht er gleich die Installation mit einer nichtssagenden Fehlermeldung ab.

Die eigentliche Installation der AIR-Anwendung läuft vollautomatisch durch. Sie landet dabei unverrückbar in einem Unterverzeichnis unter /opt. Zum Schluss kann man noch ein Desktop-Symbol erstellen lassen und darüber dann das Programm starten.

AIR-Anwendung über das SDK starten

Hakt es in der ganzen Installationsprozedur immer noch, muss man ein etwas größeres Geschütz auffahren. Dazu lädt man sich aus dem AIR-Archiv [2] aus dem Bereich Adobe AIR 2.6 SDK downloads das ca. 36 MB große Entwicklerpaket Adobe AIR 2.6 SDK Linux herunter (wohlgemerkt das SDK, nicht die Runtime). Die entpackt man jetzt, am besten ins Unterverzeichnis air im Heimatverzeichnis:

mkdir ~/air
tar xvfj AdobeAIRSDK.tbz2 -C ~/air

Um mit dem darin erhaltenen Programm ~/air/bin/adl beispielsweise Botanicula zu starten, muss man dessen .air-Paket erst noch entpacken. Da jede .air-Datei eigentlich nur ein ZIP-Archiv ist, reichen dazu drei Befehle:

mv Botanicula.air Botanicula.zip
mkdir ~/Botanicula
unzip -d ~/Botanicula Botanicula.zip

Jetzt kann die entblätterte AIR-Anwendung starten:

~/air/bin/adl -nodebug ~/Botanicula/META-INF/AIR/application.xml ~/Botanicula/

Das -nodebug unterdrückt die Debugmeldungen, die nur für die Entwickler gedacht sind. Die Datei META-INF/AIR/application.xml bringt jede AIR-Anwendung mit. Sie enthält ein paar Informationen, mit der adl die Anwendung korrekt starten kann. Der letzte Parameter ~/Botanicula/ verweist schließlich auf das Verzeichnis mit der AIR-Anwendung.

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