Auf dem Linuxtag [1], dieses Jahr erstmals in der Rhein-Main-Halle Wiesbaden, ist heute morgen der Business- und Behörden-Kongress gestartet. In seiner Eröffnungsrede reflektierte Werner Gold vom Vorstand des Linuxverbands (LIVE) [2] die Geschichte von Linux — in seinen Augen eine Erfolgsgeschichte: Seit seinem ersten Kontakt mit dem freien Betriebssystem an der Universität im Jahr 1992 habe sich viel getan. Noch auf der Cebit 2000 habe kaum jemand geglaubt, die großen Datenbankhersteller würden das “Spielzeug-Betriebssystem” unterstützen, nun seien alle bis auf Microsoft an Bord.
Golds optimistische Prognose für die Zukunft freier Software: In allen Anwendungsbereichen, in denen es eine kritische Masse an Anwendern und Entwicklern gebe, werde sich das offene Entwicklungsmodell durchsetzen. Lediglich Spezialbereiche, in denen sich nicht genügend Interessierte finden, werden seiner Meinung nach die Domäne proprietärer Software bleiben.
Vom Open-Source-Entwicklungsmodell profitierten nicht nur die Anwender, sondern auch die Wirtschaft: Firmen könnten sich auf Anpassung und Support beschränken, die Hauptentwicklung werde von der Open-Source-Gemeinde getragen. Vor diesem Hintergrund halte er es für angemessen, wenn Unternehmen und Kunden Erweiterungen und Verbesserungen, die sie für ihre Zwecke benötigen, finanzieren und an die Community zurückgeben.
Der kostenpflichtige Business- und Behördenkongress beschäftigt sich heute unter anderem mit Samba, Smartcards sowie mit Linux im Gesundheitswesen und in der kommunalen Verwaltung. Gleichzeitig startet das Practical Linux Forum mit Themen für Privatanwender, beispielsweise OpenOffice, KOffice und Softwareinstallation. Der Linuxtag 2006 dauert bis einschließlich Samstag, 6. Mai.




