Der Bayerische Oberste Rechnungshof (ORH) setzt auf Linux und freie Software. Das berichtete Gerhard Hliwa, IT-Leiter der Behörde, heute auf der Konferenz Perspektive Open Source im Rahmen der Messe Systems.
Bereits im Jahr 2002 gab es beim Rechnungshof erste Versuche, 2003 nahm ein Bereich den Pilotbetrieb unter Linux auf. Mittlerweile laufen die Desktop-Arbeitsplätze sowie die Mail-, File- und Groupwareserver mit Open-Source-Software. Dabei hat die Behörde besondere Anforderungen, denn sie betreibt acht Außenstellen in den bayerischen Bezirken, zudem sind die meisten Mitarbeiter im Außendienst unterwegs, beispielsweise “mit Laptop und Gumistiefeln” in den Forstbetrieben. Notebooks müssen sich daher rasch installieren und auch nach längerem Aufenthalt außerhalb des Hauses problemlos updaten lassen. Für Kontakte, Kalender und Mail werden IMAP-Daten in einem lokalen Cache vorgehalten.
Der ORH verwendet Debian Sarge mit KDE 3.3 und Open Office 2. Zur Softwareverteilung kommt CoreBiz von der Linux Information Systems AG zum Einsatz. Als Groupware dient Kontact 1.0 mit der BSI-Entwicklung proko2 2.1.4, die die Einbindung in die PKI-Infrastruktur von Bund und Ländern ermöglicht. Einzelne Windows-spezifische Fachanwendungen werden durch VmWare-Player und Citrix-Terminaldienste eingebunden.
Hliwa betonte, dass sich mit Linux und freier Software die in der Bayerischen Haushaltsordnung geforderte Herstellerunabhängigkeit verwirklichen lässt. Seinen Vortrag schloss er mit einem Appell: “Open Source wird nichts, wenn man sich nicht an Standards hält — Standards in der Kommunikation und in den Dokumentenformaten. Helfen Sie mit: Wenn es nicht gelingt, das Open-Document-Format durchzusetzen, sind wir nicht mehr die Eigentümer des Schriftguts, das wir erstellt haben.”





Die Groupware selbst wird den meisten als
Kolab bekannt sein.
Kontact Proko2 2.1.4 ist die stabile
des KDE Kolab Klients, und empfohlen für den Produktiveinsatz
vom Kolab-Konsortium [1].
Letztes Jahr im Herbst gewann Kolab den LWN Preis als beste Gropware.
[1] http://www.kolab-konsortium.de/