Große Wahlphase bei Debian vorbei

Große Wahlphase bei Debian vorbei

Im Debian-Projekt ist gestern eine ausführliche Wahlphase, in der vier grundsätzliche Entscheidungen getroffen werden sollten, zu Ende gegangen. Dabei ging es um die Abbestellung des Debian Projektleiters sowie im Gegenzug um dessen Bestätigung, desweiteren um eine Klarstellung der Debian Free Software Guidelines (DFSG) und die Einbindung von Closed-Source Firmware. Die Wahlen gingen wie folgt aus: Der Debian Projektleiter Anthony Towns wird im Amt bestätigt, der Beschluss zu dessen Abbestellung scheiterte. Die Klarstellung der DFSG wird laut Wahlergebnis weiter diskutiert, Closed-Source Firmware wird zugunsten einer pünktlichen Release von Debian 4.0 nicht zwingend entfernt.

Auslöser der Wahl zur Absetzung des Projektleiters ist das Projekt Dunc-Tank.org, ein Experiment, das die Debian-Entwicklung mit gezielten (finanziellen) Fördermaßnahmen verbessern soll. Einige Mitglieder des Boards sind auch Debian-Entwickler, darunter der Projektleiter Anthony Towns. Andere Debian-Entwickler stellten sich die Frage, ob die Verquickung von Dunc-Tank und Debian vereinbar wäre. Das Ergebnis der Wahl zeigt deutlich: Es ist vereinbar, der Projektleiter wurde im Amt bestätigt.

Bei der Klarstellung der DFSG geht es auf den ersten Blick um eine Kleinigkeit, nämlich, den Paragraphen 2: “Das Programm muss im Quellcode vorliegen, und es muss die Weitergabe sowohl im Quellcode als auch in kompilierter Form erlaubt sein.”. Das Wort “Programm” ist vielen Debianern zu eingrenzend, sie wollen, dass “Programm” durch “Arbeit” (work) ersetzt wird und somit auch Firmware oder Dokumentation diesen Restriktionen unterliegt. Die Wähler stimmten dafür, diesen Punkt weiter zu diskutieren und die DFSG vorerst nicht zu ändern.

Zu guter Letzt hatten die Entwickler zu entscheiden, ob sie zukünftig (und vor allem in Debian Etch) Firmware, die nicht im Quellcode vorliegt, mit der Distribution ausliefern wollen. Die Wähler entschieden sich für eine pragmatische Lösung: Die Entfernung von Firmware, deren Quellcode nicht vorliegt, hat eine hohe Priorität. Trotzdem wird Firmware, die zur Installation des Systems nötig ist, weiterhin mitgeliefert.

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