Linspire hat der im Frühjahr getätigten Ankündigungen einer Community-Version seines kommerziellen Betriebssystem Taten folgen lassen. Eine Beta-Ausgabe der Freespire getauften Distribution steht nun zum Download bereit.
Interessierte wählen zwischen zwei Geschmacksrichtungen aus. Die erste, Freespire, ist mit proprietären Beigaben wie den Grafiktreibern von ATI und Nvidia bestückt — eine Liste führt alle enthaltenen unfreien Bestandteile auf. Die zweite Version nennt sich Freespire OSS Edition und ist frei von proprietärem Code.
Konzeptioniert ist Freespire (OSS Edition) als Leichtgewicht, das auf eine CD-ROM passt, die wahlweise als Installationsmedium oder Live-CD dient. Der Benutzer lädt weitere Applikationen über Linspires Click-and-Run-System (CNR) oder über “apt-get” nach. Das CNR-Warehouse, als Repository, und der zugehörige CNR-Client sind bei Freespire auf herkömmliches “.deb packaging” geeicht, es sei denn, der Benutzer wünscht bestimmte kommerzielle Anwendungen, für die der Rechteinhaber verschlüsselte Pakete vorschreibt. Der Zutritt ins Linspire-Warenhaus steht auch über “apt-get” für das Herunterladen von freier Software offen.
Die stabile Version 1.0 von Freespire folgt laut Roadmap 30 Tage nach Erscheinen der Beta-Ausgabe. Da letztere 14 Tage früher fertig war, dürfte Mitte August wahrscheinlich sein, der 1. September war ursprünglich geplant. Die OSS Edition hinkte bei der Veröffentlichung der Beta einige Tage hinterher.





Fedora, Freespire, OpenSuse, …
Die Liste der Community-Distributionen mit kommerziellem Ableger wird immer länger. Dennoch frage ich mich, wie man da zu einer Konsolidierung kommen kann, etwa bei den Subsystemen. Die meisten neueren Distributionen bauen auf Debian auf so wie früher auf RedHat aufgebaut wurde. Freespire basiert auf Debian, Ubuntu aber auch. Da liegt es nahe Teilbereiche zu konsolidieren und dann nur den Rest zu customizen. Jedes größere Softwarepaket ist so eine Art Subdistribution.
Die Gefahr lautet Zersplitterung und beschränkte Interoperabilität.