Das bekannte WINE-Projekt existiert nun mehr schon viele Jahre und obwohl es immernoch kein Final-Release gibt, wird es auch ebenso viele Jahre schon eingesetzt. Manche Windows-Anwendungen laufen eben auch schon mit älteren WINE-Versionen reibungslos, diverse Software-Hersteller bemühen sich, ihre Windows-Software so zu entwickeln, dass sie mit WINE nutzbar sind (z.B. Macromedia, IBM) oder nutzen WINE, um mit wenig Aufwand ihre Software auch für Linux anzubieten (T@X, Kylix).
Spezielle WINE-Varianten hingegen sind darauf ausgelegt, populäre Software-Titel unter Linux nutzbar zu machen (Cedega, Crossover Office&Plugin).
UNIX-Derivate hingegen weisen größere Ähnlichkeiten mit Linux auf, sodass die Software meistens vom Quellcode her transparent ist. Kernel-Unterstützung für zusätzliche Binary-Formate machen hingegen auch Binärkompatibilität möglich, sodass sich z.B. binäre Linux-Programme unter FreeBSD nutzen lassen – gäbe es da nicht auch proprietärere UNIX-artige Systeme wie MacOS X oder IRIX, bei denen der Benutzer in den Genuß weiterer Software-Titel käme.
Linux-Anwender, die gerne Mac-Software benutzen möchten wurden bislang auf virtuelle Maschinen vertröstet. Das ältere unter den populäreren Projekten ist Mac-On-Linux [1], das zwar PPC-Hardware benötigt, aber durch eine richtige Kombination aus Kernel-Wrapper und virtueller Maschine nicht nur eine sehr performante, sondern fast native Nutzung erlaubt (beispielswiese ist die Nutzung nativer Peripherie-Treiber des Tochtersystems möglich, während bei VMWARE hier spezielle VMWARE-Treiber zum Einsatz kommen). Die Benutzer von X86-Systemen kommen über die virtuelle Maschine PearPC in den Genuß des Mac-Betriebssystemes. Hierbei wird eine komplette Maschine incl. CPU simuliert.
Bislang fehlte immer ein Gegenstück zu WINE, das nach einem ähnlichen Konzept die APIs des Mac-Betriebssystems simuliert und es möglich macht, einzelne Anwendungen unter Linux auszuführen. Abhilfe schafft ein neues Projekt namens Softpear [2], das die Schnittstellen des Mac-Betriebssystems simuliert und dadurch einzelne Mac-Anwendungen unter Linux ausführbar. PPC-Hardware ist hierbei nicht obligatorisch, da in der X86-Version ein Übersetzer für CPU-Aufrufe zum Einsatz kommt.
Der Emulator kann zwar von der Performance her WINE das Wasser nicht reichen, sollte aber performanter sein als PearPC da kein Overhead durch eine komplette virtuelle Maschine samt gebootetem Betriebssystem vorhanden ist. Allerdings handelt es sich um ein ganz junges Projekt, das bislang kaum ausgereifter als WINE in seinen Anfängen ist.





diverse Software-Hersteller bemühen sich, ihre Windows-Software so zu entwickeln, dass sie mit WINE nutzbar sind (z.B. Macromedia, IBM) An welche IBM-Software dachtest Du hierbei? Solltest Du Lotus Notes gemeint haben – frag mal Tom Schwaller, was das für ein Zirkus war, den auf Wine überhaupt installieren zu können. Das Problem war hierbei allerdings mehr der MSI-Installer als Notes selbst (das mit aktuellen Wines oder Crossover Office 3/4 sehr schön läuft). Und diesen Installer hätte man ja auch durch etwas anderes ersetzen können, wenn man gewollt hätte. Ich will IBM nicht schlecht machen, ganz sicher nicht (bin selber Ex-IBMer), aber eine… Mehr »
Ich meinte eher den Websphere Homepage Builder und die Installer/ Konfigurationstools von diversen Server-Produkten. Mittlerweile ist da IBM allerdings auf Java umgestiegen.
Vor einigen Monaten hatte IBM jetzt die Idee, die Windows-Version von Lotus Notes so zu optimieren, daß sie mit WINE nutzbar wird. Bevor dies aber umgesetzt wurde, kommt jetzt IBM schon wieder mit einer anderen Idee, Lotus Notes auf Linux zu realisieren. Aber mal abwarten was wird. Einen reinen Java-Client sollte es auch schon einmal geben.
Ich möchte ergänzen, dass die WINE-Entwicklerkonferenz dieses Jahr in Stuttgart stattfindet. 30. April bis 1. Mai. Ich glaube, dass ist für viele Programmierer von Interesse.
[1] http://www.winehq.org/site/wineconf
Emulatoren sind auch Thema des neuen LinuxUser. Zusätzlich zu den hier angesprochenen Programmen (Wine/Cedega, Vmware, MacOnLinux, PearPC) geht es um Qemu, einen recht leistungsfähigen Emulator. Er emuliert wie VMware einen kompletten PC, beherrscht aber auch andere Prozessoren wie PowerPC und Sparc.
QEMU soll es im Vergleich zu den anderen Emulatoren auch möglich machen, eine bestimmte CPU für eine einzelne Anwendung zu simulieren mit dem Aspekt, daß X86-Binaries von Linux-Programmen auch auf Linux-Systemen, die auf einem PPC- oder SPARC-System installiert sind nutzbar werden. So ist es beispielsweise möglich, den Flashplayer WINE auf einem PPC-Linux zu nutzen. Allerdings war es mir auf meiner Yellowdog-Linux-Installation nicht möglich, QEMU überhaupt zum Laufen zu bekommen (Fehlermeldungen Bus Error und Segmentation Fault wechseln sich ab). Dennoch gibt es Anleitungen dazu, wie man mit Hilfe von QEMU z.B. Browser-Plugins auf solchen Systemen nutzen kann, die es nur in… Mehr »