Joey Schulze vom Debian-Projekt ruft in einer E-Mail dazu auf, Hardware zu spenden. Damit will Debian zwei neue Dienste anbieten: Snapshots und Datenarchive.
Schlappe 10 Tbyte Festplattenplatz (mit Erweiterungsmöglichkeiten) würden die beiden neuen Dienste benötigen, so Schulze in seinem Aufruf. Die Sponsoren wolle das Projekt im Gegenzug prominent auf Debians Webservern und eventuell auf der Website der Dienste präsentieren.
Das Schnappschuss-Archiv solle wie Archive.org funktionieren (diese so genannte “Wayback Machine” versucht, das Internet zu archivieren): Basierend auf alten Daten und Versionsnummern erlaube es den Zugang zu alten Debian-Paketen. Das Archiv solle zudem alle aktuellen und zukünftigen Debian-Pakete enthalten.
Schulze schätzt das tägliche Datenvolumen auf drei bis vier GByte. Die aktuelle Implementierung verbrauche bereits vier Tbyte und sei ein wertvoller Dienst für die Community. Für die Entwickler sei es wichtig, alte Pakete zu installieren und ihren Quellcode anzusehen, um Fehler auszubügeln, die Rückschritte verursachen. Anwender bräuchten die alten Pakete hingegen, um ältere Anwendungen zum Laufen zu bringen.
Das Datenarchiv – der zweite neue Dienst – soll riesige Pakete enthalten, die das Projekt aufgrund ihrer Größe nicht über das reguläre Archiv verteilen kann. Dazu gehören etwa medizinische und statistische Datensammlungen, aber auch Spieledaten. Ihr Umfang nehme ständig zu, so Schulze, der neue Dienst können sie zugänglich machen.
Konkret wolle man die beiden Dienste an zwei getrennten geografischen Orten hosten und spiegeln, wofür man ebenfalls noch Sponsoren suche. Die USA falle aus rechtlichen Gründen weg, weil der Non-US-Zweig Pakete enthalte, die in den USA nicht verteilt werden dürfen. Idealerweise wolle das Projekt beide Dienste auf derselben Hardware laufen lassen, wenn die Ressourcen dies zuließen.
Wer die Hardware zur Verfügung stellen könne, solle bitte eine Mail an hardware-donations @ debian.org senden. Das Projekt suche konkret nach einem unabhängigen Speicher-Array, das erweiterbar und aktualisierbar sei, ohne die Hardware des angebundenen Servers anzufassen. Ideal wäre ein SATA Storage Area Network (SAN).
Man wolle mit etwa 10 TByte starten, wobei ein RAID mit zwölf 1-TByte großen SATA-Laufwerken einen guten Kompromiss zwischen Preis und Kapazität abgäbe. Die Hosts sollten mindestens über zwei aktuelle CPUs verfügen und 32 GByte RAM mitbringen. Die aktuell im Projekt genutzte Hardware gäbe das einfach nicht her.





