CeBIT: Audio-/Video-Streaming mit Freier Software

CeBIT: Audio-/Video-Streaming mit Freier Software

Multimedia-Themen liegen auch in der Open-Source-Welt stark im Trend. Das spiegelt sich auf der CeBIT 2007 in den zahlreichen Projekten, die sich der Materie aus verschiedenen Richtungen nähern. So zeigt das Institut für Informatik der TU Bergakademie Freiberg gleich zwei Ansätze, wie sich Bilder und Töne durch das Netz quetschen lassen. Die Multimedia Services for X bauen auf drei Erweiterungen für den X-Server auf, zerlegen den Datenstrom in seine logischen Einheiten (Zeitabschnitte, Bildfolgen und Tonsamples) und verschicken diese über die normale X-Server-Infrastruktur.

Gerade die Soundausgabe geschah bislang in der Regel am X-Protokoll vorbei, obwohl dieses bereits voll netzwerktransparent funktioniert. Diplom-Mathematiker Helge Bahmann, der das Projekt entwickelt hat, betont, dass die Extensions unter einer freien Lizenz stehen, nicht zuletzt, weil er auf die Vorarbeit von freien Kodierern und Dekodierern bei seiner Forschung aufsetzte. Damit die Software aber die gewünschten Ergebnisse lieferte, waren zahlreiche Modifikationen notwendig. “Der Diff ist heute größer als die ursprünglichen Tools”, sagt Bahmann.

Neben den Multimedia Services for X zeigt die TU am gleichen Stand ein Framework mit dem Namen Multimedia Internet Streaming Toolbox. Es ermöglicht ein graphenbasiertes Zusammenstellen von Audio- und Videoquellen, Filtern und Ausgabesenken (Web, Mediaplayer oder Java-Applets). Dabei liegt der Charme des Projektes darin, dass der Anwender lediglich in der abstrakten Darstellung den Weg der Daten über die Knoten bestimmt, und diese sich dann quasi eigenständig zur Verarbeitungskette organisieren.

Auf dem Demopoint am Gemeinschaftsstand Ostdeutschland in Halle 9 zeigt das Projekt, wie der Datenstrom von zwei Webcams zu einem Bild-im-Bild-Modus verknüpft wird und anschließend auf mehreren Playern parallel läuft. Die Infrastruktur setzt intern auf zwei von einander unabhängige Kreisläufe auf (Capturen und Bearbeiten sowei Ausgeben), zwischen denen eine Generationskarte die Differenzen in den Daten anzeigt. Die Clients rufen in der jeweils möglichen oder vorgegebenen Geschwindigkeit diese ab und überspringen dabei automatisch Frames aus Zyklen, die zwischen zwei Abrufen liegen. Das macht die Clients unabhängiger von Störungen im Netzwerk und senkt gleichzeitig das Übertragungsvolumen.

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