Akademy: KDE für Handys und Anzeigetafeln

Akademy: KDE für Handys und Anzeigetafeln

Der typische Computer ist heute nicht mehr die graue Kiste unter dem Schreibtisch — er steckt in Mobiltelefonen und Musikplayern. Mit dieser These leitete der Entwickler Holger Freyther seinen Vortrag “Consumer Electronics – the lost momentum” auf der KDE-Konferenz Akademy ein. Er forderte die anwesenden Projektmitarbeiter auf, den Markt der Unterhaltungselektronik für die freie Desktopumgebung zu erschließen: Alle Geräte sollten sich leicht an den Rechner anschließen und in KDE einbinden lassen.

Verwenden die Mobilgeräte Linux als Betriebssystem, möchte er zudem KDE darauf laufen sehen. Zuvor haben die Entwickler laut Holger Freyther aber noch einige Hausaufgaben zu erledigen: Die KDE-Anwendungen müssen sparsamer mit Speicher umgehen und vor allem ihre unzähligen Abhängigkeiten von anderen KDE-Komponenten loswerden. Zurzeit taugen seiner Meinung nach nur Forks aus dem KDE-Projekt für die Unterhaltungselektronik. KDEs HTML-Engine KHTML beispielsweise sei lediglich in Form von Apples Webkit erfolgreich, weil die Mac-Firma sich um Portabilität gekümmert habe. KDE habe zwar diese hervorragende Rendering-Engine geschaffen, doch andere hätten damit Erfolg, weil sie die Anforderungen der Unterhaltungselektronik beachten.

Einen anderen Einsatzbereich hat das junge Projekt Spectakle im Auge, das Pau Garcia i Quiles vorstellte. Es beschäftigt sich mit dem Bereich “Digital Signage”, der alle Arten von elektonischen Anzeigtafeln vom Werbedisplay bis zum Zuganzeiger umfasst. Daneben soll es Video-On-Demand, beispielsweise für Hotel-Fernsehen, ermöglichen. Laut Pau ist die für diese Zwecke eingesetzte proprietäre Software äusserst kostspielig und schlecht anpassbar — eine echte Chance für freie Software auf KDE-Basis.

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