ForumDatenrettung einer NTFS Partitionierten Festplatte
Martin Burkhardt – Sonntag, 13. November 2005 03:13 Uhr

Hallo

Ich habe von einem Freund ne Platte bekommen mit dem Kommentar Windows
könne nicht auf zugreifen und würde als format RAW (also leer)
anzeigen …..

Ich habe das überprüft und unter windoofs stimmt das auch ……

Nun habe ich noch ein Debian am laufe und habe die Platte mal daran
gehängt und versucht zu Mounten ohne Erfolg …..

dmesg sagt:

Nov 13 01:19:49 localhost kernel: NTFS-fs error (device sda1):
ntfs_attr_find(): Inode is corrupt. Run chkdsk.
Nov 13 01:19:49 localhost kernel: NTFS-fs error (device sda1):
ntfs_read_inode_mount(): Failed to lookup attribute list attribute. You
should run chkdsk.
Nov 13 01:19:49 localhost kernel: NTFS-fs error (device sda1):
ntfs_read_inode_mount(): Failed. Marking inode as bad.
Nov 13 01:19:49 localhost kernel: NTFS-fs error (device sda1):
ntfs_fill_super(): Failed to load essential metadata.

fdisk -l /dev/sda sagt:

Disk /dev/sda: 203.9 GB, 203928109056 bytes
255 heads, 63 sectors/track, 24792 cylinders
Units = cylinders of 16065 * 512 = 8225280 bytes

Device Boot Start End Blocks Id System
/dev/sda1 1 24792 199141708+ 7 HPFS/NTFS

So und nun meine Frage: Was ist da kaputt und wie komme ich an die Daten
ran bzw. macht es sinn partimage zu bemühen denn der könnte mir die
Partition noch auslesen und dann auf ne andere Platte zurück
spielen ……

Ich danke schn mal für die Antworten ……

Martin

5 Antworten
Benjamin Quest – Sonntag, 13. November 2005 12:25 Uhr

You should run chkdsk. : Schon mal damit probiert?

Ist es eine generische SCSI Platte, oder eine externe USB Platte? Ansonsten kann man noch die smartmontools ausprobieren um mehr Information zum Fehler zu erhalten [1].

Gruß, Benjamin

[1] http://smartmontools.sourceforge.net/

Pinguin – Sonntag, 25. Januar 2009 22:31 Uhr

Hmm, ich würde es mal mit Stellar Phoenix NTFS (bspw. hier http://www.headcrash.net/datenrettung-software/stellar-phoenix-ntfs-22/) versuchen. Zumindest hatte ich das mal als Tipp bekommen und habe damit die Daten von meiner beschädigten NFTs Partotion wieder retten können. Nachteil: Kosten so um die 80 Euro. Wenn die Daten wichtig sind, sollte das aber drin sein.

Gruß Hannes

Quasti – Sonntag, 18. Oktober 2009 15:26 Uhr

Noch ein Tipp, falls das Stellar Tool bei euch evtl. nicht funktioniert – bei mir wird z.B. die Platte nicht erkannt.

Ich habe gerade mit der Testversion von GetDataBack (http://www.pro-datenrettung.net/datenrettung-software/getdataback.html) bereits die ersten Daten von meiner Festplatte sichtbar machen können, obwohl die Platte wie gesagt gar nicht mehr vom Betriebssystem erkannt wird! Da kommt Hoffnung auf, einen teuren Profi-Datenretter vermeiden zu können. Werde mir mal die Vollversion für NTFS holen …

Frank Hellmuth – Sonntag, 13. November 2005 12:34 Uhr

Da Microsoft keine Dokumentation zur internen Struktur des NTFS herausrückt ist
Linux in diesem Fall eine unpassende Plattform für Datenrettungsversuche. Im
Gegenteil, die nativen Linux Treiber sind noch explizit als experimentell
gekennzeichnet, ich würde daher tunlichst die Finger von von dieser Platte
unter Linux lassen. Die Gefahr alles noch schlimmer kaputtzumachen als es
ohnehin schon ist, ist einfach viel zu groß.

Ein Image der Partion kannst Du natürlich unter Linux mit partimage, oder
einfach auch mit dd, erstellen um dann evtl. Restaurierungsversuche an dem
Image (besser noch einer Kopie davon, um das Original nicht zu beschädigen, wer
weiß wie oft Du die Platte bei einem evtl. Hardwarefehler noch auslesen kannst)
auszuprobieren. Das halte ich sogar für sehr sinnvoll, wenn eine Platte oder
ein Dateisystem angeknackst ist, sollte man tunlichst weitere Zugriffe auf das
Medium vermeiden und schnellstmöglich ein Image das Dateisystem anlegen.
Hilfreich könnte hierbei dd_rescue sein, daß sich bei angeschlagen Sektoren auf
einem Medium nicht an diesen aufhängt, sondern zunächst alle nicht defekten
Sektoren versucht zusammenzusammeln bevor es sich an die kaputten macht.

Tools zur evtl. Wiederhestellung der Daten unter Windows (die meisten
allerdings kommerziell) findest Du wenn Du bei google z.B. nach “NTFS Recovery”
suchst.

Viel Glück!

Martin Burkhardt – Samstag, 19. November 2005 16:49 Uhr

Danke erst mal für die Anregungen.

Nun zu der Sache mit chkdsk.
Natürlich habe ich versucht die Festplatte mit chkdsk zu scannen aber das hat
schon gleich am anfang abgebrochen und desshalb hab ich Microsoft gleich von
der liste der Systeme gestrichen mit denen ich rettungsversuche unternehmen
wollte. Nun das kann narürlich auch ein fehler sein….

So das wars erst mal danke noch mal für die Anregungen ……

Dieter – Mittwoch, 28. Januar 2009 19:16 Uhr

Ein Bekannter von mir hatte seine Daten mit dem Programm R-Studio retten können. Das ist zwar keine Freeware und nicht kostenlos, aber es war von den drei Programmen, die er testete, das einzige was wirklich funktionierte.

http://www.freeware-archiv.de/demo/RStudioDatenrettung-Datenrettung.htm

Holger Böken – Montag, 28. Dezember 2009 10:03 Uhr

Moin,
für einen ersten Überblick würde ich testdisk nehmen. Ist sehr leistungsfähig und bringt einige Informationen über die Plattenkonfiguration/ -zustand. Danach würde ich mit fdisk mal die Partionstabelle auslesen (und sichern: fdisk -l >> dateiname). Später (nach einer Sicherung) lassen sich mit testdisk z.B. auch der MBR wiederherstellen oder verlorene Partitionen finden/retten.

Vorher würde ich aber mit den ntfstools eine Kopie anlegen. ntfsclone ist Dein Freund. Wenn Du auf das spezielle Image Format verzichtest, kannst Du später die Sicherung als loop-device einbinden und dort mit der Datenrettung fortfahren. Wenn Du ein kompaktes Image auf eine andere Platte schreiben oder in ein Archiv Image legen willst, solltest Du aber das spezielle Image Format nutzen, weil nur belegte Sektoren kopiert werden und Du damit weniger Platz brauchst.

ntfsclone hat auch zusätzliche Schalter, um auf fehlerhaft (dirty bit) gekennzeichnete Partitionen zuzugreifen. Anleitungen gibts im Netz zu Hauf (auch in deutsch). Erste Anlaufstelle wäre ‘man ntfsclone’, am Ende der man Page sind Beispiele für clone Befehle (navigieren im man: Leertaste: einen Bildschirm weiter, w: einen Bildschirm zurück, q: beendet die Darstellung).

Wenn nix mehr geht, kannst Du auch ddrescue nutzen. Das ist robuster beim kopieren.

Es muss nicht immer gleich Geld kosten und die ntfs Tools sind das einzige Programmpaket am Markt, das z.B. fehlerhaft markierte Sektoren auf NTFS Laufwerken wiederherstellen kann (z.B. nachdem Du mit ntfsclone eine Kopie auf einer intakten Festplatte angelegt hast). Das kann kein kommerzielles Tool.

Habe auf die Art schon einige Platteninhalte wiederherstellen können.
Viel Erfolg!
Holger