Hallo zusammen,
bin ganz neu hier und bisher kein Linux-Nutzer. Ein neues Notebook steht an. Das Modell meiner Wahl läuft mit Suse Linux Enterprise 11. Nun habe ich bereits gehört und gelesen, dass es kompliziert ist, bestimmte Software damit zu nutzen. Für meinen gerade gekauften Drucker (Canon i-Senys LBP3100) gibt es angeblich vorerst keinen Linuxtreiber.
Auf die meisten bisherigen Programme kann ich verzichten bzw. würde auf Alternativen umsteigen – allerdings muss ich beruflich Quark XPress nutzen. Wie sieht es damit unter Linux aus?
Es sei noch gesagt, dass ich kein Computer-Freak oder Superprofi, sondern ganz normaler Nutzer bin. Würde mich daher freuen, wenn evtl. Antworten nicht zu professionell – also verständlich – klingen :-)
Für Infos vielen lieben Dank vorab!
Sunny
Die Probleme entstehen dadurch, dass Windowsprogramme nicht direkt unter Linux laufen. Ist man auf Programme angewiesen, die es nur unter Windows gibt, nutzt man entweder zwei Rechner, eine VM (z.B. Virtualbox) oder beide Systeme auf einem Rechner. Am besten, Du suchst Dir einen Freund (bist Du noch frei? :-) ) der sich mit Linux und Windows auskennt und Dir das System installiert und konfiguriert. Dann kannst Du Dich als normaler User nur auf die Benutzung konzentrieren.
Dein Drucker wird von Linux unterstützt:
http://www.dooyoo.de/laserdrucker/canon-i-sensys-lbp3100/details/
Hallo.
So wie es aussieht läuft es nur unter Wine. Also nicht direkt unter Linux.
hier mal ein Link:
http://appdb.winehq.org/objectManager.php?sClass=application&iId=342
Ansonsten kannst du auch 2 Betriebssysteme parallel auf einem PC installieren. So machen es die meisten die von Win nach Linux umsteigen wolen. (hab ich auch so gemacht)
Dann kannst du nach belieben das system wechseln, was natürlich nicht so komfortabel ist.
Gruß
Hallo Sunny,
das generelle meiner Vorredner kann ich im wesentlichen bestätigen. Zu den Druckertreibern würde ich Dir empfehlen diese direkt mit dem entsprechenden YAST Modul (generelles Steuer und Einstellungsprogramm unter SUSE) einzurichten. Hier werden immer die aktuellen Treiber aus dem Internet geladen, kann deshalb auch eine weile dauern bis Druckereinrichtung einen Vorschlag macht. Trenne Dich von der Vorstellung wie unter Windows gewohnt bestimmte Treiber einzurichten, Linux hat hier eigentlich einen wesentlich besseren Ansatz. Nur wenn es nicht mit der Distributions spezifischen Einrichtungsprogramm (unter SUSE eben YAST) zum laufen zu bringen ist, benötigt man Treiber vom Hersteller, aus dem Internet oder einem (meist kostenpflichtigen) Treiberlieferanten (bei Druckern z.B. TurboPrint).
Wie Du schon vermutet hast, gibt es für die meisten Programme aus der Win-Welt alternativen unter Linux. Nur unter Linux sind sie meist Kostenfrei (Open Source eben) und sehr einfach mit der mitgelieferten Paketverwaltung (unter SUSE ebenfalls YAST) installierbar. Für PC Neulinge ist diese Art der Programmeinrichtung meist wesentlich einfacher als das bei den Programmen von Windows der Fall ist. Man muss sich nur einfach von der Vorstellung lösen, etwas über einen Datenträger zu installieren, Linux macht dieses zu 99% via Verwaltungsprogramm und Internet sehr einfach. Auch die Hardwareeinrichtung ist für nicht ganz neue Hardware auf diesen Weg sehr einfach und wird auch meist schon von Linux erkannt und vorgeschlagen.
Wenn Du ein zusätzliches Windows installieren möchtest, benötigst Du ebenfalls eine Windows Lizenz, die Du entweder Kaufen (dann wird aber Dein gewünschter Kosteneffekt nicht mehr da sein) oder durch recyceln einer Vorhandenen Lizenz (z.B. von einem Altrechner) bekommen kannst.
Bei Problemen brauchst Du “KEINEN” neuen Freund (auch wenn das recht Komfortabel sein kann ;-) ), sondern Freunde. Diese findest Du einfach bei Deiner Örtlich nächstgelegenen LUG (Linux User Group) – siehe unter nachfolgenden Link:
http://www.linux-magazin.de/Heft-Abo/Service/Linux-User-Groups
Mein persönlicher Tip:
Den Sprung von Windows zu Linux, wird so recht hart. Der bessere Weg ist dieses etwas weicher über ein Dual Boot System zu machen. Zumal dann auch Dein Quark XPress keine Probleme mehr macht. Also kaufe Dir lieber einen Rechner mit Windows und lasse Dir von Deiner nächstgelegenen LUG ein Linux (welches dort empfohlen wird) dazu installieren (das kannst Du auch im Vorfeld mit Deinem bisherigen Rechner probieren. Wenn Du damit auf Deinem bisherigen Rechner klar kommst, wird es auch was mit Deinem ausgesuchten neuen Notebook. Alternativ kannst Du es auch auf die Schnelle mit einer Installation (Dual Boot oder Live System). Einfach eine CD/DVD aus dem Internet:
http://software.opensuse.org/113/de
Downloaden, auf eine leere CD/DVD Kopieren (also nicht nur einfach auf eine Datenpartition brennen). Anschließend Deinen Rechner dazu überreden, von dieser CD/DVD zu starten. Anschließend dort den entsprechenden Menüpunkt (Installation oder Livesystem) wählen und nachfolgenden Anweisungen / Dialogen folgen. Lese aber unbedingt immer alle hinweise und mache vorher eine Sicherung der wichtigsten Daten auf ein separates Medium (CD/DVD/USB-Stick/Externes Laufwerk)!
Ciao
Ulf
PS: Keine Angst, frage einfach nach wenn Du noch etwas wissen möchtest.
Falls
Hallo Sandra,
es gibt viele gute Gründe auf Linux umzusteigen, deshalb denkst du wohl auch darüber nach. Es ist richtig, dass nicht jede beliebige Hardware mit der gewählten Distro läuft. Dazu sollte man intensiv die Hardwarekompatibilitätsdatenbanken der in Frage kommenden Distros durchsuchen und sich gegebenen falls auch mal alter Hardware trennen. Ich habe den Umstieg vor 3 Jahren konsequent gemacht und würde es immer wieder tun. Lies doch mal auf meiner Homepage nach http://chez-tom.de.vu/ . Für Linux-Einsteiger ist Ubuntu eine gute Wahl.
Viel Erfolg bei deinem Umstieg und hoffentlich können wir dich bald in der Linux-Gemeinde begrüßen.
Hallo Sandra,
ich habe Quark Xpress 5.1 hier unter crossover professional ( http://de.wikipedia.org/wiki/CrossOver) laufen. Das klappt super.
Bei Quark 8 weiß ich nicht obs klappt, es wäre aber einen Versuch ( 30 Tage testversion von crossover ) wert. Dies ist mit Sicherheit ein besserer Weg als wine.
Merci für die schnelle Antwort, HolgerSohn… Dass mein Drucker lt. techn. Datenblatt auch unter Linux läuft, hatte ich bereits gesehen. Wo ich ihn gekauft habe, meinte man aber zu mir, dass es lt. Canon Homepage derzeit keinen Linuxtreiber gibt. Da ich selbst auf der Seite auf Anhieb nichts fand, habe ich meine Frage hier gepostet. Kann ja sein, dass jemand Erfahrung damit hat (ohne mein Freund sein zu wollen, grins). Aber Deinen letzten Satz kann ich nur unterstreichen!
Okay, nach etwas Suchen habe ich gesehen, dass Canon einen englischsprachigen Treiber für Linux bereit hält. Da war ich also voreilig bzw. habe mich auf die Info des Verkäufers verlassen.
Bleibt noch die Quark XPress-Thematik. Da ich das Programm beruflich nutzen muss (Alternativen sind nicht möglich), wäre es doof, extra hierfür zwei Computer zum Einsatz zu bringen.
Danke noch mal!
Wenn man zwei Computer besitzt, ist es nicht doof zwei Computer mit unterschiedlichen Betriebssystemen zum Einsatz zu bringen. Quark XPress ist ein ziemlich komplexes Windows-Programm und wird unter Wine kaum laufen. Probiert habe ich es aber nicht.
Wenn Du keinen neuen Freund möchtest ( :-) ) und nur einen PC besitzt, dann installiere Linux und Windows auf einen PC. Dann kannst Du je nach deinen Erfordernissen das nötige Betriebssystem starten.
Ein erfahrener Freund wird Dir aber sicherlich VirtualBox installieren können. Damit könnte Quark XPress funktionieren. Als “normaler User” wirst Du das alleine nicht hin bekommen.
Hallo Sandra,
unwissentlich hast Du da den “wunden” Punkt, des Betriebssystems GNU/Linux getroffen. Weder QuarkXPress, noch Adobe Produkte dieser Kategorie laufen nativ unter diesem.
Alles das sind wohl die Tools, die die Linux-Gemeinde am meisten vermissen.
Stephan hat Dir aber schon den notwendigen hint gegeben. QuarkXPress 7.0 hat “gold” Status in der AppDB von Wine. Möchtest Du ein Dualbootsystem vermeiden, was ohnehin nicht wirklich einfach ist, wenn zuerst Linux auf der Platte ist, wirst Du da nicht drumherum kommen.
Viel Erfolg und viel Spass mit deinem neuen Suse-Schleppi :)
PS. Falls Du es noch nicht gefunden haben solltest, hier wird erläutert, was bei Vers. 7.0 läuft und was nicht: http://2.ly/ct3a
Ich persönlich nutze auch Programme, die nicht unter Linux laufen. Dafür habe ich mir mit Virtualbox eine entsprechende Virtuelle Maschine angelegt. Das funktioniert ganz wunderbar und diese virtuelle Maschine kann man auch recht bequem auf anderen Rechnern benutzen (mit externer Festplatte).
Daten lassen sich da auch bequem über freigegebene Ordner austauschen oder auch über die Zwischenablage.
Mach dich da mal schlau, ist ne feine Sache.
Bei Druckern (ausser vielleicht den nigelnagelneuen multi-super-duper-alleskönnern) kann man i.d.R davon ausgehen, dass cups einen anständigen Treiber dafür hat. Mittlerweile bringen die meisten EInsteigerdistributionen (Mandriva, SuSE, Ubuntu) relativ gute Konfig-Werkzeuge, die den Drucker (mehr oder weniger) automatisch einrichten können. Mir ist bis anhin noch kein Drucker untergekommen, der nicht lief (hatte aber auch nie mit Multifunktionsgeräten zu tun).
Rat und Hilfe sind immer sehr gut, aber nur aus den eigenen Fehlern lernt man/Frau.
Ich bin auch nur Benutzer und kein Freak und es heißt einfach ausprobieren. Einen alten Rechner am Anfang dafür nutzen, oder mal ne alte Festplatte einbauen.
Ich habe XP, VISTA, W7 und SUSE 11.3 parallel installiert und zum Testen von Funktionen und Programmen nutze ich eine virtuelle Maschine. Bei mir verlagert sich der Anteil immer mehr zu LINUX.
Kurz gesagt, installiere einfach WINDOWS und LINUX parallel und ist einfach zu bewerkstelligen und ohne große Probleme. Dann kannst Du Dich langsam eingewöhnen. Es lohnt auf alle Fälle.