Übersicht: aktuelle HTML-Editoren unter Linux

Aus LinuxUser 07/2000

Übersicht: aktuelle HTML-Editoren unter Linux

Entwicklungshilfe für's WWW

Wer kleinere Webprojekte unter Linux verwirklichen wollte, musste sich unter Linux lange Zeit mit gewöhnlichen Texteditoren begnügen. Neidisch richteten sich daher die Blicke auf die Windows-Welt, in der schon seit längerem eine Vielzahl von (allerdings oft kommerziellen) Helfertools für die Webseitenerstellung existieren. Doch Rettung ist in Sicht: dieser Artikel erklärt kurz, worauf Sie bei der Erstellung eigener Webseiten achten sollten und gibt einen Überblick über einige unter Linux verfügbare aktuelle HTML-Editoren.

WWW – Will Wissen Wie

Das World Wide Web ist in den letzten Jahren zum Synonym für das Internet schlechthin geworden, obwohl es in Wirklichkeit nur einer von mehreren Internetdiensten ist. Ein Hauptgrund für die gewaltige Expansion des WWW in den letzten Jahren ist sicherlich die Tatsache, dass es auch für Informatiklaien möglich ist, nach einer kurzen Einarbeitungszeit ansprechende Webseiten zu erstellen und kostengünstig ins Netz zu stellen. Einen wichtigen Beitrag zur Vereinfachung der Webseitenerstellung leisten dabei sogenannte HTML-Editoren. Wir möchten Sie in diesem Artikel zunächst einmal mit den grundlegenden Konzepten vertraut machen, die hilfreich sind, um sich schnell im Fachjargon der WWW-Entwicklerszene zurechtzufinden. Im Anschluss daran stellen wir Ihnen dann sechs aktuelle HTML-Editoren unter Linux vor, die nicht nur den interessierten Anfängern unter Ihnen den Einstieg in die Webseitenerstellung erleichtern dürften, sondern auch für fortgeschrittenere Webentwickler einige interessante Features bereit halten.

Vorüberlegungen für die eigene Webpräsenz

Wer selbsterstellte Webseiten im WWW veröffentlichen will und keinen eigenen Webserver (zum Beispiel apache) mit Standleitung zum Internet betreibt, muss sich zunächst einmal um einen sogenannten Internet Presence Provider (IPP) kümmern, der die Webseiten kostenlos oder gegen (ein möglichst geringes) Entgelt für die gesamte Netzwelt zugänglich auf seiner Festplatte speichert (Webspace-Provider) bzw. darüberhinausgehende Dienste anbietet (Webhoster). Viele große Internet Service Provider(ISP: zum Beispiel T-Online oder AOL) locken auch mit derartigen Angeboten. Sie sollten aber genau auf das Preis-/Leistungsverhältnis achten. Folgendes ist bei der Wahl des Webspace-Providers besonders wichtig: Wie viel “Webspace” (Festplattenplatz) wird zur Verfügung gestellt? Wie viel “Traffic” (Transfervolumen von/zum Webserver) ist kostenlos? Welche Zusatz-Features sind bereits im Preis enthalten (zum Beispiel Anzahl der zur Verfügung gestellten Email-Adressen, eigener Domaineintrag)? Eine deutschsprachige Einstiegsseite zum Thema Webhosting finden Sie zum Beispiel unter [1].

Web-Applikationssprachen: Client-Side vs. Server-Side

Je nach Art und vom Webmaster vorgenommener Konfiguration unterscheidet sich das Leistungsspektrum eines Webservers zum Teil erheblich. Von der Wahl des Webspaceproviders hängt daher auch ab, ob und wenn ja, welche “Server-Side”-Websprachen Sie ggf. für Ihr Webprojekt einsetzen können. Man unterscheidet im Fachjargon zwischen “Server-Side” (hier: auf dem Webserver des Providers laufend) und “Client-Side” (hier: auf dem WWW-Browser des WWW-Surfers laufend). Eine weit verbreitete (aber unter Sicherheitsaspekten gefürchtete) “Client-Side”-Websprache ist Javascript der Firma Netscape. Wenn Sie häufiger im WWW surfen, sind Sie sicherlich schon mit Javascript-Meldungen Ihres Browser konfrontiert worden. Javascript erweitert die Funktionalität von Webseiten um dynamische Elemente. Doch es gibt Grenzen von “Client-Side”-Websprachen, etwa wenn man als Anbieter einer Website Benutzerangaben (des WWW-Surfers) auf Server-Seite speichern (Stichwort: Datenbankanbindung) oder weiterverarbeiten (Stichwort: Auswerten von Formulardaten) möchte. Hier kommen dann in der Regel die “Server-Side”-Webapplikationssprachen ins Spiel. In einfacheren Fällen genügt noch das sogenannte Common Gateway Interface (CGI)[2] – meist im Zusammenspiel mit der plattformübergreifenden Interpretersprache Perl. Bei komplexeren “Server-Side”-Programmen greift man inzwischen aber häufig zu leistungsfähigeren und komfortableren Lösungen wie das freie PHP (PHP Hypertext Preprocessor [3]), das kommerzielle Cold Fusion von Allaire [4] (separater Applikations-Server), das Windows-spezifische Active Server Pages (ASP) von Microsoft oder die (zum Teil ebenfalls kostenpflichtigen) Java Server Pages bzw. Java Servlets der Firma Sun [5]. Wenn Sie also eine dieser “Server-Side”-Webapplikationssprachen bei Ihrem Webauftritt verwenden möchten, dann sollten Sie zunächst Ihren (potentiellen) Internet Presence Provider danach fragen, ob Sie diese auf seinem Webserver überhaupt ausführen können.

Zum Einstieg HTML

Die Basissprache des WWW ist die Hypertext Markup Language (HTML). Wie der Name bereits erahnen lässt, gehört HTML zur großen Sprachfamilie der Markup-Sprachen, im Deutschen auch Auszeichnungssprachen genannt. Weitere – in Zukunft möglicherweise noch stärker an Bedeutung gewinnende – Markup-Sprachen sind SGML (die Mutter), XML (ein eingeschränktes SGML) und neuerdings auch xhtml (eine Art Zwitter aus XML und HTML). HTML besteht im wesentlichen aus sogenannten “Tags” – genauer: Starttags und Endtags -, die jeweils die Umgebung (englisch: Environment) des eigentlich darzustellenden Wortes oder Textabschnitts bilden. Diese Tags werden jeweils mit einem > eingeleitet und mit einem > (>/ beim Endtag) beendet. Also zum Beispiel:

<a href="index.html">Startseite</a>

Wie sie an diesem Beispiel bereits sehen (href="..."), kann man innerhalb solcher Tags bereits vordefinierten “Attributen” (Eigenschaften) mit einem Gleichheitszeichen individuelle Werte zuweisen. Soviel zunächst einmal zum allgemeinen Aufbau von HTML.

Damit Sie nachträglich keine bösen Überraschungen (zum Beispiel Darstellungsfehler oder gar Nichtlesbarkeit der eigenen Homepage auf anderen Browsern) erleben, müssen Sie sich zunächst vergegenwärtigen, welche Zusammenhänge es zwischen der Entwicklung von Internet-Browsern einerseits und der Entwicklung von HTML andererseits gibt: In den Anfängen des Internet gab es nur wenige Softwarehersteller, die die zum Lesen von HTML-Seiten erforderliche Browser-Software angeboten haben. Diese Firmen – namentlich vor allem Netscape (Navigator) und Microsoft (Internet Explorer) – haben in den Anfängen des WWW die Erweiterung von HTML selbst in die Hand genommen, das heißt der Browser des einen Herstellers konnte HTML-Tags darstellen, die der Browser des anderen Herstellers nicht interpretieren konnte und anders herum. Inzwischen haben sich zwar die einflussreichsten Firmen des Internetzeitalters zum sogenannten W3-Consortium [9] zusammengeschlossen und entwickeln nun gemeinsam offiziell neue Webstandards (erst vor Kurzem: xhtml 1.0 als offizieller Nachfolger von HTML 4.0).

Dennoch sind auch heute noch einige (browser-)herstellerspezifische Tags im Umlauf, die Sie in Ihren eigenen Webseiten auf keinen Fall verwenden sollten, es sei denn Sie nehmen in Kauf, dass all diejenigen Surfer ausgeschlossen werden bzw. mit Darstellungsfehlern leben müssen, die nicht denselben Browsertyp wie Sie selbst einsetzen.

In diesem Zusammenhang tritt hinsichtlich der eingesetzten Browser-Software noch eine weitere Schwierigkeit auf, die Sie als Webseiten-Ersteller berücksichtigen sollten. Es hat sich herausgestellt, dass eine relative lange Zeitspanne (bis zu fünf Jahre) zwischen der offiziellen Verabschiedung eines neuen HTML-Standards einerseits und der Integration in bzw. der (weltweiten) Verbreitung der dafür erforderlichen Browser-Software andererseits vergehen kann. Konkret heißt dies: Obwohl offiziell bereits xhtml 1.0 (alias HTML 5.0) vom W3C empfohlen wird, ist der defacto-Standard bei den Browsern derzeit immer noch HTML 3.2 (inclusive FRAME-TAGS), höchstens aber HTML 4.0. Ähnliche Einschränkungen gelten übrigens auch für die sogenannten Style Sheets (zentrale Definitionen für Text- und Absatzformatierungen) und die (oben bereits erwähnten) “Client-Side”-Websprachen (Javascript, ActiveX,…), zumal letztere aus Sicherheitsgründen von vielen Surfern im Browser bewusst deaktiviert werden.

Wollen Sie also sicherstellen, dass Sie nicht systematisch große Gruppen von Surfern von der Betrachtung Ihrer Webseiten ausschließen, dann sollten Sie bei der Erstellung von Webseiten nur solche Tags (und Websprachen) verwenden, die den vermutlichen Browserspezifikationen der angestrebten Zielgruppe(n) entsprechen. Können HTML-Tags vom eingesetzten Browser nicht interpretiert werden, dann werden sie im Normalfall automatisch als Kommentare interpretiert. In manchen Fällen kann man sich dieses Verhalten zunutze machen, um sowohl Browser älteren als auch Browser jüngeren Datums zufriedenzustellen. Eine nähere Ausführung solcher Tricks würde aber den Rahmen dieses Artikels sprengen. Eine sehr empfehlenswerte deutschsprachige Seite rund um HTML ist die Portalseite zu SELFHTML [10], einer weitverbreiteten, deutschsprachigen HTML-Dokumentation der Firma Teamone. Hier finden Sie auch Tips und Tricks zu weiterführenden Fragen im Umfeld Webpublishing.

Erst konzipieren, dann implementieren!

Ausgestattet mit diesem eher technischen Hintergrundwissen sollten Sie sich nun Gedanken machen, an welche Zielgruppe(n) Sie sich mit Ihrer Website in erster Linie richten wollen und welche Informationen und/oder Dienste für diese Personen (besonders) interessant sein könnten. Erst wenn Sie sich (ruhig mit Papier und Bleistift ;-) ) ein einigermaßen durchdachtes Grundkonzept für Ihren Webauftritt erarbeitet haben, sollten Sie sich an die Implementierung machen.

Wer ist schon ohne Fehler?

Selbsterzeugter HTML-Code kann schon nach einer Seite so unübersichtlich werden, dass gravierende Fehler unbemerkt bleiben. Um diesen doch noch auf die Schliche zu kommen, sollten Sie Ihren fertigen Code durch ein HTML-Prüfprogramm nach Fehlern durchsuchen lassen. Es gibt solche “Validatoren” oder “Lints” sowohl online im Internet, als auch in Form eines lokal installierbaren Programmes. Eine Übersicht mit HTML-Validatoren finden Sie unter http://www.htmlhelp.com/links/validators.htm

Texteditoren, textbasierte HTML-Editoren und WYSIWYG-HTML-Editoren

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, wie Sie Webseiten erstellen können. Erstens können Sie einen “normalen” Texteditor wie zum Beispiel (X)Emacs aufrufen und dort Zeichen für Zeichen selbst eingeben. Dies ist durchaus nicht völlig abwegig, zumal es für das Universalgenie (X)Emacs auch spezielle Lisp-Module gibt, die beim Eintippen des HTML-Codes assistieren. Am anderen Ende des Möglichkeitenspektrums befinden sich die sogenannten WYSIWYG (What You See Is What You Get)-HTML-Editoren (unter Windows zum Beispiel Frontpage, unter Linux zum Beispiel amaya [11] oder seit kurzem auch IBM´s Toppage [14]). Mit ihnen wird die Erstellung von Webseiten mit komfortablen Benutzerdialogen und Drag & Drop zum Kinderspiel – so zumindest in der Theorie. In der Praxis produzieren WYSIWYG-HTML-Editoren aber oft relativ schlechten (auf nur einen Browser optimierten und ziemlich langsamen) HTML-Code. Mit Server-Side-Skriptsprachen kommen sie in der Regel überhaupt nicht klar. Textbasierte HTML-Editoren, wie wir sie in diesem Artikel vorstellen, stellen daher meist ein guter Kompromiss zwischen beiden Extremen dar.

Ein plattformübergreifender WYSIWYG-HTML-Editor: W3C´s Amaya

Ein plattformübergreifender WYSIWYG-HTML-Editor: W3C´s Amaya

IBM´s beliebte WYSIWYG-Website Creation Suite Toppage gibt´s jetzt auch für Linux.

IBM´s beliebte WYSIWYG-Website Creation Suite Toppage gibt´s jetzt auch für Linux.

Universaleditor vs. Speziallösung?

Wenn es aber an die Implementierung geht, dann stellt sich die Frage nach dem dafür geeigneten Editor. Welche Vorteile könnte ein spezieller HTML-Editor gegenüber einem Standardeditor (zum Beispiel vi(-Abkömmling), KEdit oder (X)Emacs) haben? Wie wir bereits erfahren haben, besteht HTML im Prinzip aus einer enormen Ansammlung fester Tags, die die Umgebung des zu präsentierenden Textes bilden und in denen fest vordefinierten Attributen im jeweiligen Kontext sinnvolle Werte zugewiesen werden. Was liegt da näher, als häufig eingesetzte Tags derart aufzubereiten, dass ein HTML-Programmierer nicht jedesmal das Rad neu erfinden (sprich: den Tag mitsamt der Attribute frisch eingeben) muss, sondern bei Bedarf per Tastaturkürzel oder Mausklick den Tag in den Quelltext setzen kann. Bei komplexeren Tags (Tags mit verbindlicher Angabe von Zusatzattributen) muss er dann auch nicht mehr jedes Mal in seiner HTML-Referenz nachblättern, um herauszufinden, wie genau die Wertzuweisung beim Attribut X von TAG Y vonstatten geht, sondern er kann über ein benutzerfreundliches Formular bequem und unkompliziert seine kontextspezifischen Werte übergeben. Kurz: spezielle HTML-Editoren können Ihnen vor allem unnötige Denk- und Tipparbeit abnehmen, damit Sie sich stärker auf die inhaltlichen Aspekte Ihrer Webseiten konzentrieren können. Soviel zur Theorie, doch wie sieht´s mit der Praxis aus?

Im folgenden stellen wir Ihnen sechs aktuelle textbasierte HTML-Editoren unter Linux vor. Allen Produkten gemeinsam ist, dass sie zunächst einmal frei kopierbar sind. Sie unterscheiden sich aber hinsichtlich der jeweils zugrundeliegenden Lizenzpolitik. Während August, Bluefish,Quanta+ und Webmaker der General Public Licence (GPL) unterliegen, ist asWedit nur zu Evaluationszwecken und für Bildungs- und andere Nonprofit-Einrichtungen dauerhaft kostenlos nutzbar (die kommerzielle Version enthält u.a. ein 44-seitiges Benutzerhandbuch und kostet derzeit 149 US-$ pro Rechner). CoffeeCup ist ein auf 30 Tage Evalutionszeit beschränktes Shareware-Programm, das danach zum Preis von 20 US-$ erworben werden kann.

asWedit 4.01 (free & evaluation use)

asWedit glänzt durch umfassende Attribut-Editor-Formulare und seine Kontextsensitivität

asWedit glänzt durch umfassende Attribut-Editor-Formulare und seine Kontextsensitivität

Die britische Firma AdvaSoft bietet ihren HTML-Editor “asWedit” neben Linux auch für diverse andere Unixplattformen (zum Beispiel Solaris, AIX, HP-UX) an. asWedit zeichnet sich gegenüber vielen anderen HTML-Editoren dadurch aus, dass er kontext-sensitiv, strukturiert und validierend ist. Doch zunächst einmal zur Installationsprozedur: Entpacken der tar.gz-Datei mit tar xvzf Dateiname etwa unter /usr/local/, ins neu erstellte Unterverzeichnis (hier: /usr/local/asWedit-4.0.1) wechseln, das binary asWedit zum Beispiel mit cp asWedit /usr/local/bin in ein für den Benutzer ausführbares bin-Verzeichnis und die Hilfedatei asWedit.hlp zum Beispiel mit cp asWedit /usr/local/lib in ein lib-Verzeichnis (–> evtl.INSTALL-Datei lesen) kopieren und fertig. asWedit kennt 3 Programmmodi, die beim Aufruf von asWedit als Parameter mit übergeben werden müssen (ohne Parameter: Standard HTML4.0-Modus; -htmlx: HTML4.0/Frames-Modus; nohtml: Text-only-Modus).

Nach dem Aufruf lässt sich zunächst einmal durch Mausklick auf das Icon “Standard HTML Layout” eine durchaus brauchbare HTML-Standardmaske erzeugen, die je nach Programmmodus verschiedene Tags enthält. Angenehm fällt sofort das strukturierend wirkende Syntax Highlighting auf. Die Kontextsensitivität und die Validierung von asWedit äußern sich u.a. darin, dass nur diejenigen Menüpunkte und Mausklick-Icons aktiv (also anklickbar) sind, die an der Textstelle, an der sich der Cursor aktuell befindet, semantisch sinnvoll sind. Weiterhin sind in asWedit Syntaxprüfungen möglich. Solche Eigenschaften sind gerade für HTML-Neulinge sehr sinnvoll, da man damit nicht ständig Gefahr läuft, bestimmte Tags an falschen Stellen bzw. syntaktisch falsch zu setzen. Jeder gesetzte Tag lässt sich mit Edit Tag… bearbeiten. Dabei öffnet sich ein Abfrageformular, in dem jedem Attribut, das in der HTML4-Spezifikation des jeweiligen Tags vorgesehen ist, bequem ein benutzer- bzw. kontextspezifischer Wert übergeben werden kann – sehr vorbildlich! Auch das Hilfesystem wirkt relativ ausgefeilt (globale und kontextspezifische HTML-Hilfe). Läuft ein Netscape-, Mosaic-, Arena- oder Lynx-Browser im Hintergrund, dann kann man sich darin jederzeit ein Preview der bis dato erstellten HTML-Datei anzeigen lassen.

Insgesamt erinnert asWedit hinsichtlich seiner individuellen Konfigurierbarkeit, Erweiterbarkeit (Unknown Tags…) und seines enormen Funktionsumfangs (zum Beispiel Rechtschreibprüfung, Erstellung von HTML-Inhaltsverzeichnissen,…) stark an (X)Emacs. Er erleichtert durch sein kontextsensitives Verhalten und seinen umfangreichen Tageditierformulare gerade dem HTML-Neuling die Einarbeitungsphase. Die einzigen Schwachpunkte sind die fehlende Integration von neueren Webtechnologien (Style Sheets, Server-Side-Sprachen), die etwas antiquiert wirkende grafische Umsetzung und der relativ hohe Preis für die kommerzielle Version.

August 0.52 beta (GPL)

August macht bislang noch keinen allzu anwenderfreundlichen Eindruck

August macht bislang noch keinen allzu anwenderfreundlichen Eindruck

Der HTML-Editor August wird von Johan Bengtsson entwickelt und unter der GPL vertrieben. Wie die Versionsnummer bereits andeutet, befindet sich August noch im Entwicklungsstadium (beta)- er macht aber bereits einen relativ stabilen Eindruck, so dass man ihn an dieser Stelle bereits vorstellen kann. Da August in der Skriptsprache Tcl/Tk geschrieben ist, muss man zum Ausführen des Editors das Paket Tcl/Tk 8.0 (oder höher) auf dem Rechner installiert haben. Außerdem empfiehlt der Autor das Paket Image Magick zur Darstellung von Bildern. Diese Pakete liegen inzwischen den meisten neueren Linux-Distributionen bei.

Der Installationsprozess ist auch bei August relativ einfach: tar.gz-Datei mit tar xvzf Dateiname in gewünschtem Verzeichnis entpacken und das Binary august zum Beispiel mit cp august /usr/local/bin aus dem erstellten Unterverzeichnis in ein für den Benutzer ausführbares Verzeichnis kopieren (bei Problemen sollten Sie die beiliegende install.txt konsultieren). Mit der Eingabe von august kann das Programm schließlich aufgerufen werden. Bei August kann man über den Menüpunkt Tags/Basic Structure eine HTML-Standardmaske erzeugen. Leider unterstützt der Editor derzeit noch kein Syntax Highlighting. Der Autor hat sich aber zum Ziel gesetzt, in Kürze dieses Feature sowie ein Style Sheet Editor zu implementieren.

Im Gegensatz zu asWedit hat August bisher aber auch keinerlei Abfrageformulare für Attribute von Tags integriert. Alle wichtigen HTML-Tags befinden sich zwar im Menüpunkt Tags, ein Mausklick auf solche setzt aber lediglich die Start- und Endtags auf der Cursorposition im Text ab. Man spart sich damit also vielleicht etwas Tipparbeit, Denkarbeit (Attribute usw.) nimmt einem August aber leider nicht ab. Das Hilfesystem ist knapp gehalten, führt aber in die wesentlichen Programmfunktionen ein. Drückt man über dem Preview-Icon die linke Maustaste, dann wird das Preview der eigenen Webseite in Netscape gestartet, die rechte Maustaste startet den textbasierten Browser lynx mit dem Inhalt der erstellten Webseite.

Insgesamt kann August im derzeitigen Entwicklungszustand hinsichtlich Funktionsumfang und Praxistauglichkeit nicht so recht überzeugen. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Projekt weiterentwickelt.

Bluefish 0.3.6 (GPL)

Bluefish: trotz gelegentlichen Abstürzen und noch fehlendem Syntax Highlighting unter den Favoriten

Bluefish: trotz gelegentlichen Abstürzen und noch fehlendem Syntax Highlighting unter den Favoriten

Wesentlich vielversprechender als August ist momentan sicherlich das Projekt “Bluefish”, das vom Niederländer Olivier Sessink ins Leben gerufen wurde und inzwischen von einem kleinen Autorenteam auf mehreren Unix-Plattformen (vor allem FreeBSD, NetBSD, Linux) vorangetrieben wird. Bluefish basiert auf dem grafischen gimp-Toolkit (GNOME-like) und setzt daher auch eine installierte gtk1.2.x-Bibliothek voraus. Außerdem sollte die imlib-Bibliothek vorhanden sein, Netscape und weblint sind optional. Das vorkompilierte rpm-Paket lässt sich entweder mit kpackage (Mausklick auf das Paket unter kfm) oder durch Eingabe von rpm -i Dateiname installieren und mit Eingabe von bluefish starten. Bluefish überzeugt beim ersten Blick bereits durch seine intuitive Bedienbarkeit. Die einzelnen Tags sind sinnvoll in selbsterklärenden Registerblättern unterteilt und in den meisten Fällen genügt bereits ein Blick auf das Icon, um zu erkennen, um welches Tag es sich dabei handeln könnte.

Den Autoren ist aber nicht nur ästhetisch ein Meisterwerk gelungen, auch funktional verspricht Bluefish eine Menge. Ein Mausklick auf das Icon Quick Start… öffnet einen ausführlichen Dialog, in dem für so ziemlich alle elementaren Tags und Attribute, die man für die Erstellung einer normalen HTML-Maske auch nur im Entferntesten benötigen könnte, eine bequeme Wertzuweisung erfolgen kann. Auf ähnlich komfortable Weise kann man sich im Frame Wizard seine Frame-Seite zusammenstellen. Es gibt umfangreiche Formulare zu Cascading Style Sheets und ein großer Menüunterpunkt mit Sonderzeichen-Tags. Unter dem Register Others findet man sogar Icons zu PHP3-, SSI- und RXML-Referenzen. Leider sind diese Sahnehäubchen derzeit zumindest im rpm-Paket noch nicht funktionsfähig. Auch ist noch kein Syntax-Highlighting und keine Hilfe implementiert.

Keine Frage: Bluefish ist bereits in dieser frühen Version ein sehr vielversprechendes Projekt. Einige Verbesserungen sind zwar noch wünschenswert (zum Beispiel Syntax-Highlighting, Kontextsensitivität wie bei asWedit), man kann jedoch schon seine ersten Webseiten mit Bluefish setzen (häufigeres Abspeichern ist aber ratsam, da er noch hin und wieder abstürzt!!). Wenn es den Entwicklern in absehbarer Zeit gelingt, die Editoreigenschaften und die Stabilität von asWedit mit der Integration neuerer Webtechnologien (zum Beispiel PHP4) erfolgreich zu verbinden, dann könnte sich das GPL-Projekt Bluefish zur aktuellen Referenz unter den HTML-Editoren der Linux-/Unixwelt mausern.

CoffeeCup HTML Editor++ 4.1 (Shareware)

CoffeeCup - eine Windows-Portierung mit vielen Skriptvorlagen

CoffeeCup – eine Windows-Portierung mit vielen Skriptvorlagen

Die US-amerikanische Firma CoffeeCup Software Inc. vertreibt ihren gleichnamigen HTML-Editor als Shareware sowohl unter Windows als auch unter Linux. Bedauerlicherweise mutet sie der Linux-Welt eine wesentlich ältere (und damit auch funktionsärmere) Version ihres HTML-Editors zu als der Windows-Welt (dort wird bereits die Version 8.1 angeboten). CC 4.1 bringt als einziger der hier getesteten HTML-Editoren eine grafische Installationsprozedur mit: nachdem man die tar.gz-Datei mit tar xvzf Dateiname entpackt hat, kann man die Installation durch Wechseln ins neu erstellte Unterverzeichnis share und dem Aufruf ./Coffee_install starten und den weiteren Anweisungen folgen. Das Programm lässt sich danach im angegebenen Zielverzeichnis mit ./Coffee starten. CoffeeCup präsentiert sich zwar insgesamt etwas unübersichtlich und in ästhetischer Hinsicht eher amateurhaft, enthält aber einige Features, die die anderen HTML-Editoren in dieser Form nicht bieten können. Auffallend ist vor allem die große Zahl an Beispielskripten und Vorlagen zu CSS, PHP, Javascript, DHTML, VRML,… (Eine genaue Liste aller Features finden Sie unter http://www.coffeecup.com/linux/features.html). Darüber hinaus sind zahlreiche Wizards und Designertools integriert, die die Attribute der wichtigsten Tags per Formular vom Benutzer abfragen. Die Erzeugung der HTML-Standardmaske lässt sich mit Klick auf das QuickStart-Icon beginnen. Ein externes Preview der erstellten Seite lässt sich durch Klicken auf Test with favorite Browser (einstellbar unter Preferences) anzeigen. Auf die Hilfe muss man in der Evalutionsversion leider ganz verzichten.

CoffeeCup hinterlässt insgesamt etwas gemischte Gefühle. Einerseits enthält das Programm einige gute Ansätze in Richtung Integration neuerer Webtechnologien (es ist jedoch mehr als fraglich, ob der Menüpunkt Insert ActiveX Object Tag unter Linux wirklich Sinn macht), andererseits kann es hinsichtlich Übersichtlichkeit (Icons sind überall verstreut und alles andere als selbsterklärend) und Texteditoreigenschaften (kein Syntax-Highlighting, kein kontextsensitives Verhalten) nicht überzeugen. Wer aber vorgefertigte Skripten (zum Beispiel HotStuff, CGI, DHTML) oder ausgefallene Tags (WebTV, VRML) sucht und sich mit der Anordnung der Icons anfreunden kann, der sollte einen näheren Blick auf CoffeeCup werfen. Wer weiß: vielleicht entschließt sich die Firma bei ausreichender Nachfrage endlich dazu, ihre neueste Version (8.1) nicht nur der Windows-Welt, sondern auch den Linux-Anhängern anzubieten. Diese würde dann (dies allerdings bei einem Preis von schätzungsweise 49 US-$) vermutlich auch kaum mehr Wünsche offen lassen.

Quanta Plus HTML-Editor for KDE 1.0 beta9 (GPL)

Nur das KDE-Projekt Quanta Plus besitzt eine interne Preview-Funktion.

Nur das KDE-Projekt Quanta Plus besitzt eine interne Preview-Funktion.

Das Entwicklerteam um Quanta Plus hat sich zum Ziel gesetzt, nach und nach eine vollständige Webentwicklungsumgebung zu entwickeln, die neben vollem HTML4-Support Webtechnologien wie CSS, Perl, Javascript und PHP integriert. Quanta Plus setzt eine installierte qt-Bibliothek (Version 1.4.x oder höher) und KDE voraus. Die eigentliche Installation der vorkompilierten Binaries erfolgt bequem über kpackage oder mit rpm -i Dateiname. Das Binary quanta befindet sich danach im Verzeichnis /usr/bin und lässt sich durch einen entsprechenden Aufruf ausführen. Die Oberfläche erinnert stark an die Entwicklungsumgebung Kdevelop – auch in Quanta Plus existiert ein HTML-Dokumentenbrowser (enthält “HTML 4.0 Reference” der Web Design Group), der gerade für HTML-Einsteiger (alternativ zur Kurzreferenz von SELFHTML) interessant sein dürfte.

Die Icons sind in Registern angeordnet und überwiegend selbsterklärend. Die HTML-Standardmaske lässt sich mit Klick auf das Quick Start-Symbol erstellen, wobei – wenn auch nicht ganz so ausführlich (da noch unvollständige HTML4.0-Implementation) wie bei bluefish – eine komfortable Attribut-Abfragemaske ihre Dienste anbietet. Syntax Highlighting ist bereits integriert, die Hilfefunktion steckt anscheinend gerade noch im Aufbau. Quanta Plus ist der einzige hier vorgestellte HTML-Editor mit interner Preview-Funktion. Selbstverständlich hat man aber alternativ auch die Möglichkeit, sich seine Eigenproduktion von Netscape oder kfm anzeigen zu lassen. Man kann bei Quanta Plus übrigens auch innerhalb des HTML-Quelltexts Bookmarks setzen, anspringen und löschen – gerade bei längeren Webseiten eine interessante Funktion.

Insgesamt gehört Quanta Plus – ähnlich wie sein “gtk-Bruder” Bluefish – zu den derzeit vielversprechendsten freien Entwicklungen unter Linux im Bereich (HTML-basiertes) Webdevelopment.

Webmaker 0.8.5 (GPL)

Mit Hilfe des FormatWählers lassen sich bei Webmaker bequem neue Tags setzen.

Mit Hilfe des FormatWählers lassen sich bei Webmaker bequem neue Tags setzen.

Zu guter Letzt noch ein HTML-Editor,der wie Quanta+ auf der Qt-Bibliothek (KDE) basiert und ebenfalls unter der Führung eines russischen Programmierers entwickelt wird. Wie bei Quanta+ können Sie Webmaker entweder als rpm-Binary mit kpackage oder rpm -i installieren oder aber die Quellen mit tar xvzf Dateiname in einem geeigneten Verzeichnis entpacken und anschließend mit dem bekannten Trias configure, make und make install kompilieren und installieren. Alexei Dets’ Webmaker ähnelt äußerlich seinem “Landsmann” Quanta+, in ihm steckt jedoch (derzeit leider erst im Ansatz) die Funktionalität eines kommerziellen asWedit. Zum einen weist er erweiterte Texteditor-Eigenschaften wie Import- und Exportfilter für einige Windows-Formate (WinWord-97-Import, Import/Export des Windows-1251-encoding-Format), optionales automatisches Zwischenspeichern und automatisches Einrücken auf. Darüber hinaus unterstützt er (den Angaben von Alexei Dets zufolge)inzwischen voll HTML4.0, beherrscht Syntax-Highlighting und hält ebenfalls einige komfortable Abfrageformulare für häufig benutzte Tags bereit. Eine bereits vordefiniert Standard-HTML-Maske findet sich unter Datei/Neu von Vorlage. Leider existiert für die Basis-Tags der Standardmaske (noch) kein Abfrageformular, so dass man die eigenen Attribut-Werte nur durch Überschreiben der jeweiligen Default-Werte im HTML-Quelltext definieren kann. Kern des HTML-spezifischen Teils von Webmaker ist der sogenannte FormatWähler, der jederzeit mit der Tastenkombination [Strg+E] sichtbar gemacht werden kann. Mit ihm erhält man eine übersichtliche Darstellung der zur Verfügung stehenden Tags. Zunächst wählt man die Formatgruppe und dann den Formatnamen. Mit einem Doppelklick oder einem einfachen Klick auf den Button Format einfügen wird der markierte Start- und Endtag an der aktuellen Cursorposition im Text eingefügt. Viele der Tags sind auch direkt über die ausklappbaren Menüleisten unterhalb des Hauptmenüs erreichbar. Mit den Icons rechts lassen sich je nach Bedarf verschiedene Unterleisten (Schriften, Formulare, Aufzählungen, Skripte und Tabellen) sichtbar machen, die leider erst teilweise in Form von Abfrageformularen implementiert wurden.

Auch Webmaker ist ein interessantes und vielversprechendes Projekt und durchaus auch im derzeitigen Stadium schon einsatzfähig. In der Ausgabe 5/2000 des Linux-Magazins finden Sie übrigens eine detailliertere Einführung zu Webmaker. Die nahe Zukunft wird zeigen, ob er zu den beliebtesten HTML-Editoren unter Linux zählen wird.

Eine Kurzübersicht über die vorgestellten HTML-Editoren finden Sie in der Tabelle “HTML-Editoren”.

HTML-Editoren

  asWedit 4.01 August 0.52 Bluefish 0.3.6 CoffeeCup 4.1 Quanta+ 1.0 beta9 Webmaker 0.8.5
Entwickler (-Firma) AdvaSoft Johan Bengtsson Olivier Sessink CoffeeCup Software Inc. Poplavsky/Yakovlev Alexei Dets
Lizenz Kommerziell (frei für Schüler / Studenten) GPL GPL Shareware GPL GPL
Internet http://htttp://www.advasoft.com http://www.lls.se/~johanb/august http://bluefish.openoffice.nl http://www.coffeecup.com/linux/ http://quanta.sourceforge.net http://www.services.ru:8101/linux/webmaker/
Editor-Eigenschaften
Kontextsensitivität x
Syntax Highlighting x demnächst x x
Syntax Check interne Validierung Weblint (extern) Weblint (extern)
Rechtschreibprüfung x x
XHTML-Unterstützung* x x x
Online-Hilfe x Kurzhilfe in Vollversion / WWW HTML4.0 Reference der WDG Kurzmanual
HTML-Eigenschaften
Vollunterstützung HTML-Version HTML 4.0 (+Frames) k. A. HTML 4.0 k. A. HTML 4.0 HTML 4.0
Abfrageformulare für wichtige Tags alle komplexen Tags alle komplexen Tags viele komplexen Tags viele komplexen Tags im Aufbau
Berücksichtigung aller Attribute x x x x x im Aufbau
Frames-Unterstützung x x x x noch nicht x
Preview-Funktion externer Browser externer Browser externer Browser externer Browser internes Fenster + externer Browser externer Browser
Einbindung weiterer Web-Technologien
(Cascading) Style Sheets einzelne Tags x nur Style-Tag
Client-Side Websprachen Java Applet-Integration Javascript Tags Javascript-Vorlagen geplant
Server-Side Websprachen PHP3, SSI (in Arbeit) PHP3/CGI-Vorlagen
(Derzeitige) Praxistauglichkeit gut bis sehr gut ausreichend gut bis befriedigend gut gut gut bis befriedigend
*XHTML-Unterstützung: Wechsel der Groß-/Kleinschreibung von HTML-Tags

Gemischte Gefühle

Die vorgestellten HTML-Editoren hinterlassen aus meiner Sicht gemischte Gefühle. Wie in der Einführung zum Thema bereits angedeutet, spielen im WWW neuere Webstandards HTML4/xhtml, Cascading Style Sheets, aber auch Server-seitige Webapplikationssprachen (unter Linux im nichtkommerziellen Bereich vermutlich vor allem PHP, auf dem kommerziellen Sektor vermutlich Java Servlets/Java Server Pages) eine zunehmend wichtige Rolle. Die vorgestellten HTML-Editoren haben derartige Features bisher nur ansatzweise integriert.

HTML4.0 wird laut Angaben der Programmautoren zwar von fast allen der vorgestellten Editoren unterstützt. Wenn es jedoch konkret um den Einsatz spezifischer HTML4.0-Tags geht, dann wird man bisher noch häufig alleine gelassen. Frames und CSS sind bei den meisten Editoren nur im Ansatz mitberücksichtigt, ganz zu schweigen von Javascript, PHP oder neueren Auszeichnungssprachen wie xhtml, MathML oder XML. Andererseits haben sich mit Bluefish, Quanta+ und Webmaker gleich drei vielversprechende GPL-Projekte auf den Weg gemacht, unter Linux zu Allround-Webentwicklungsumgebungen zu werden. Darüber hinaus stehen mit Amaya und Toppage (siehe Kasten “Texteditoren, textbasierte HTML-Editoren und WYSIWYG-HTML-Editoren”) zwei WYSIWYG-Webentwicklungspakete zur Verfügung, die in bestimmten Fällen aufgrund ihrer Aktualität in Sachen Webtechnologien und ihres Funktionsumfangs ebenfalls attraktiv sein können. Neben den hier vorgestellten HTML-Editoren gibt es selbstverständlich noch einige weitere interessante Software-Projekte (etwa die beiden gtk-basierten Projekte “galway” [12] und “Screem” [13]), die sich aber zum Teil noch in einem frühen Entwicklungsstadium befinden und aus Platzgründen hier nicht vorgestellt werden konnten.

Wenn Sie derzeit unter Linux einen “reinen” HTML-Editor mit möglichst komfortabler Attributabfrage suchen, dann sollten Sie sich asWedit näher anschauen. Ist es für Sie dagegen wichtiger, dass im HTML-Editor zahlreiche anpassbare Skriptvorlagen zu Javascript, Perl/CGI oder PHP enthalten sind, dann dürfte unter Linux im Moment CoffeeCup (oder in eingeschränktem Maße auch Toppage) die erste Wahl sein. Wenn Sie ganz aktuelle Webstandards (zum Beispiel MathML) ausprobieren möchten, dann bietet sich Amaya vom W3C als Editor bzw. Browser an. Bluefish, Quanta Plus und Webmaker befinden sich zwar zum Teil noch in der Aufbauphase, mit etwas Toleranz für einige kleinere Unvollkommenheiten oder Bugs (vor allem bei Bluefish ist momentan noch häufiges Abspeichern wichtig!!) können Sie die drei aber ohne Weiteres für Ihre Webprojekte einsetzen. Natürlich gilt auch hier wie bei allen anderen neuen GPL-Projekten: die nächste stabile(re) Version lässt bestimmt nicht lange auf sich warten – wir halten Sie auf dem Laufenden!

Glossar

Implementierung

Fachwort für die konkrete Umsetzung eines Konzepts bzw. einer Modellierung in einer Programmiersprache.

Syntax Highlighting

Fähigkeit eines Editors, den dargestellten Text in Abhängigkeit von der eingesetzten Programmiersprache mit Hilfe verschiedener Farben logisch zu strukturieren und dadurch übersichtlicher zu machen.

Infos

[1] Übersicht Webhoster in der BRD: http://www.webhostlist.de

[2] Dokumentationen zum Common Gateway Interface: http://www.perl.com/reference/query.cgi?cgi

[3] PHP Hypertext Preprocessor: http://www.php.net

[4] Cold Fusion: http://www.allaire.com

[5] Java Server Pages: http://java.sun.com/products/jsp

[6] Freier Web Application Server Lokomotive: http://www.locomotive.org

[7] Open Source Web Application Server ZOPE: http://www.zope.org

[8] Freie Webapplikations-Entwicklungsplattorm: http://www.midgard-project.org

[9] Homepage des W3-Consortiums: http://www.w3.org

[10] Deutsche HTML-Doku SELFHTML: http://www.teamone.de/selfaktuell/

[11] WYSIWYG HTML-Editor Amaya: http://www.w3c.org/amaya/

[12] HTML-Editor galway: http://server51.freshmeat.net/files/11/

[13] Site CReation and Editing EnvironMent Screem: http://www.screem.org

[14] Zeitlich limitierte Betaversion des WYSIWYG HTML-Editors Toppage von IBM: http://www.jp.ibm.com/esbu/E/toppage/down_linux_beta.html

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