Google-Nachwuchs-Hacker: Der Sommer beginnt

Google-Nachwuchs-Hacker: Der Sommer beginnt

Im dritten Jahr in Folge hat Google den Programmierwettbewerb “Summer of Code” ausgeschrieben, nun fällt der Startschuss für 1125 Nachwuchs-Hacker. Aus mehr als 500 Bewerbern hatte der Suchmaschinenbetreiber 175 Mentoren ausgewählt, bei denen sich die Studenten bis Ende März um Entwicklungsprojekte bewerben konnten. Nun melden die geförderten Organisationen von A wie Apache bis Z wie Zope ihre Projekte mit Betreuern und verschaffen einen spannenden Ausblick auf die Software-Entwicklung der nächsten Monate.

Gleichfalls dabei ist die freie Linux-Distribution Debian – hier wurden insgesamt zwölf Aufgaben vergeben. Wie das Projekt berichtet, liegen die Schwerpunkte auf der verbesserten Kommunikation zwischen Software-Autoren, Anwendern und Debian-Entwicklern. Weitere Aufgaben betreffen die Qualitätssicherung und verbesserte Testverfahren, aber auch Bedienerfreundlichkeit und einfachere Verwaltung der Systeme stehen auf der Liste. Betreut werden die Studenten von erfahrenen Debian-Entwicklern, darunter auch der frisch gekürte Debian-Projektleiter Steve McIntyre. Er betreut das Projekt von Dustin Rayners, der unter dem Namen Jigdo-ivory einen browser-basierten Client schreiben will, mit dem Downloads für Debian-Anwender einfacher werden sollen.

Auch die die Linux Foundation, auf deren Gehaltsliste beispielsweise Linus Torvalds steht, hat einige Projekte beim Code-Sommer 2008 laufen: Aktuell sind acht Projekte am Start, vier davon befassen sich mit Druckerunterstützung. Im Auftrag der Stiftung betreut der Kubuntu-Chefentwickler Jonathan Riddell zwei davon: Alexander Wauck arbeitet am Druckerdialog (Common Printing Dialog) und Lars Übernickel entwickelt hierfür eine Oberfläche mit DBUS-Schnittstelle.

Unter den Mentoren finden sich weitere prominente Namen: Beispielsweise der Mitbegründer der .NET-kompatiblen Laufzeitumgebung Mono, Miguel de Icaza. Er betreut höchstpersönlich zwei Nachwuchsentwickler: Einer davon arbeitet für das Mono-Projekt an der Bedieneroberfläche für die Ribbon-Library, ein zweiter will unter Icazas Anleitung den XAML-Editor Lunar Eclipse verbessern. Insgesamt sind für Mono fünfzehn Aufgaben beim Google-Sommer zu bearbeiten. Auch die Non-Profit-Organisation Creative Commons (CC) findet sich unter den geförderten Mentoren. Das Projekt entwickelt Lizenzverträge für das Internet, die auch die freie Nutzung von Inhalten im Internet ermöglichen. Von insgesamt fünf Sommer-Projekten betreut CC-Cheftechniker (CTO) Nathan Yergler zwei: Einer davon befasst sich mit einer Creative-Commons-Lizenz zur Wiederverwertung von Bildern aus der freien Datenbank Flickr in OpenOffice.org, der zweite will ein Bewertungs- und Betrachtungssystem für lizenzbasierte Metadaten schreiben.

Die Nachwuchsentwickler sollen sich diesen Sommer, in der Zeit vom 26. Mai bis 18. August, ihrer jeweiligen Aufgabe voll und ganz widmen könnnen. Dazu unterstützt Google jeden Studenten mit 4.500 US-Dollar, die Mentoren erhalten jeweils 500 US-Dollar für ihre Tätigkeit. Der Google Summer of Code wird seit 2005 jährlich durchgeführt und hat bislang mehr als 1500 Studenten mit rund 2000 Mentoren aus 90 Ländern zusammengebracht. In diesem Jahr sind 1125 Studenten angemeldet. Damit fließen insgesamt mehr als 5,5 Millionen US-Dollar in Open-Source-Projekte.

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