Noch vor drei Tagen verkündete Mandriva stolz, dass die von Nigeria georderten 17.000 Classmate-PCs, die französische Linux-Distribution mitbringen. Vor zwei Tagen folgte dann die überraschende Wendung: Nigeria bezahlt zwar die Mandriva-Rechner, bügelt dann aber Windows drüber.
In seinem Blog veröffentlichte der sichtlich verägerte Mandriva-CEO François Bancilhon daraufhin einen offenen Brief an Microsofts Steve Ballmer, in dem er seinen Verdacht etwas vage äußert:
“Wow, ich bin beeindruckt Steve! Was hast du für die Typen getan, dass sie so plötzlich ihre Meinung ändern? Es ist ziemlich offensichtlich für mich und wird auch für andere offensichtlich sein. Wie nennt man das dort, wo du lebst? In meiner Heimat gibt es dafür verschiedene Namen, ich bin mir sicher, du kennst sie.”heißt es im Blog.
Mandriva dürfte der Verlust recht hart treffen: Einerseits verliert die Firma das Geschäft mit dem Support, andererseits hätte sie der Schritt mit ins derzeitige Rennen um die Hoheit über die Schulrechner in den Entwicklungsländern geschickt.






[1] ist aus dem HEISE-Forum.
[1] http://en.wikipedia.org/wiki/Dare_Obasanjo
Wie heisst es doch: “Wes Brot ich ess, des Lied ich sing”. Das muss aber eine sehr gut geschmierte Stulle gewesen sein, die vom Herrn Ballmer. Aber für solche Händewasch-Orgien braucht es immer zwei. Welchen Bärendienst die nigerianische Regierung den übrigen Entwicklungländern, allen voran den afrikanischen, erwiesen hat, wurde gar nicht erwähnt. Ich schlage vor, diese Regierung per Email anzuschreiben (info@nigeriaembassygermany.org) und auf diese Tatsache freundlich hinzuweisen. Im übrigen bin ich der Meinung, dass wer sich jetzt noch nicht mit Linux anfreundet, eine der ersten grossen friedlichen und erfrischenden Revolutionen des neuen Jahrtausends verpasst, denn wohl kaum ist derzeit in… Mehr »
… “Weiterhin verweist Microsoft auf die engen Beziehungen zur nigerianischen Regierung, die man auch zukünftig aufrecht erhalten wolle.”…
Zitat aus: “Microsoft weist Bestechungsvorwürfe des Mandriva-Chefs zurück” [1]
WZBW
[1] [1]http://www.heise.de/newsticker/meldung/mail/98419
Irgendetwas liegt bei dieser amerikanischen Firma im argen, dass sie immer wieder verbrannte Erde hinterlassen muss und selbst wohlwollende Kritiker verblüfft. Es ist auch bedauerlich, dass der Mandriva-Chef sich nicht etwas mehr Zeit gelassen hat um einen besseren, sachlich durchdachteren Text zu schreiben. Darf ich anmerken, dass Nigeria auch zu den OOXML Yes-Men gehört? Oder – bislang nicht bekannt – dass in Westafrika der Noooxml-Campaigner weggekauft wurde? Warum auch nicht, so geht das halt. Nun ist es also landesüblich, dass man dort andere Geschäftssitten zu erwarten hat, aber Unregelmässigkeiten mit Nigeria sind formal durchaus auch hierzulande ggf. strafrechtlich verfolgbar. Das… Mehr »