Die Debian-Entwickler haben ihre alljährliche Wahl abgehalten und aus ihren Reihen einen Projektleiter (DPL) gewählt, der ein Jahr lang die Geschicke der Distribution lenken wird. Der Sieger der Wahl, Sam Hocevar, hat sich großes vorgenommen; er will alte unflexible Strukturen in der Debian-Community aufbrechen, die Arbeit am Projekt soll wieder Spaß machen: “Gebt es zu, wird sind zu einem Haufen Langweiler verkommen, die viel weniger Spaß haben als früher” lautet Sams Parole, mit der er auf seiner Plattform Stimmen gewinnen wollte.
Den Schwerpunkt seiner Arbeit legt Sam auf das pragmatische Ziel, Aufgaben erledigt zu bekommen. Dazu soll es in Zukunft deutlich mehr einzelne Teams im Projekt geben. Die noch recht neue Praxis, mehrere Maintainer für ein Paket zu haben, soll so zum Regelfall werden. Das soll verhindern, dass einzelne Paket-Maintainer ein Paket “besitzen” und dann sechs Monate lang nichts von sich hören lassen, ohne dass ein Interessent das Paket übernehmen könnte. Zusätzlich sollen die Core-Teams vergrößert werden, um Engpässe zu vermeiden. Von einem geregelten Projekt-Management vor allem bei Releases neuer Versionen verspricht sich Sam weitere Effizienz. Er will Berichte über den Status bestimmter Projekte zur Pflicht machen, um Verzögerungen so schnell wie möglich begegnen zu können.
Zu den weiteren Eckpunkten seines Programms erhebt Sam Hocevar die Parole, Debian wieder sexy zu machen. Dazu gehören eine Neugestaltung der Website und des Bug-Tracking-Systems sowie mehr Artwork in der Distribution selbst und bessere Paketbeschreibungen. Auch die Release des Nachfolgers der kürzlich erschienen Debian-4.0-Version Etch namens Lenny steht auf Sams Todo-Liste. Dabei will er zwar keine klaren Terminvorgaben machen, aber als DPL dafür sorgen, dass die Leute, die sich um eine rasche Freigabe von Lenny bemühen, alle nötigen Werkzeuge an die Hand bekommen.
Zum ersten Mal in der Debian-Geschichte standen acht Kandidaten zur Wahl, neben Sam Hocevar waren das Wouter Verhelst, Aigars Mahinovs, Gustavo Franco, Steve McIntyre, Raphaël Hertzog, Simon Richter sowie der bislang amtierende DPL Anthony Towns, der seine Wiederwahl recht deutlich verfehlte. Mit einer Wahlbeteiligung von fast 47 Prozent zeigte die diesjährige Wahl eine starke Aktivität. Alle Infos zur DPL-Wahl 2007 findet ihr auf der entsprechenden Debian-Webseite.






Mich stört der Ausdruck “Sexy”.
Unter Sexy habe ich immer das Sexystische Bild einer kleinen, schlanken, -oberflächlich betrachtet – gut aussehenden Distribution, wo nix dahinter steckt.
Eine Vorstellung die ganz und gar nicht zu Debian passt.
Mandrake war z.b. früher mal Sexy, jetzt ist Ubuntu das Sexidol am Distrihimmel.
Debian ist für mich Artenvielfalt, Stabilität und Demokratie.
Nicht gerade Werte die Sexy sind, aber für viele Menschen viel wichtiger.
Wenn man aber die lähmenden Wege der Demokratie etwas beschleunigen kann, ist mir das nur recht.
Von meiner Seite viel Glück und Gutes gelingen für die neuen Vorsätze!
Meinem Vorposter kann ich mich da eigentlich nur anschließen.