Die fehlende Lokalisierung hielt bislang viele Anwender davon ab, sich mit dem schlanken Puppy Linux anzufreunden. Jetzt gibt es die flinke Distribution auch in deutscher Sprache.
README
Das deutsche Puppy Linux vereint die Vorzüge des Originals mit einigen Modifikationen, die das System noch bedienerfreundlicher machen, ohne Einbußen in Sachen Performance oder Funktionalität zu verursachen.
Puppy Linux hat sich aufgrund seiner ressourcenschonenden Konzeption sowie seiner guten Ergonomie und Praxistauglichkeit zu einer festen Größe in der Linux-Szene entwickelt. Auch im deutschsprachigen Raum erfreut sich die nur rund 100 MByte große Distribution stetig wachsender Beliebtheit. Das einzige größere Manko stellt die fehlende deutsche Lokalisierung dar. Weitgehend unbemerkt hat sich jedoch bereits 2009 ein neues Puppy-Derivat etabliert [1], das nicht nur Deutsch spricht, sondern obendrein einige interessante Neuerungen aufweist.
Die deutsche Version von Puppy 4.3.1 erhalten Sie unter [2]. Der Zugang erfordert die Eingabe des Benutzernamens puppy und des Passworts linux. Anschließend schaufelt Ihr Browser ein ISO-Image mit einer Größe von rund 117 MByte auf die Festplatte. Damit bleibt das System im Vergleich anderen Distributionen immer noch sehr schlank, ist jedoch im Verhältnis zum Vorbild etwas gewachsen. Nach dem Brennen des Images auf eine CD steht Ihnen ein boot- und installationsfähiges, vollwertiges Betriebssystem zur Verfügung.
Puppy Linux fühlt sich von Haus aus sowohl im LAN wie auch im Internet zu Hause. Die guten Hardware-Erkennung erkennt und initialisiert sogar viele der in Notebooks verbauten Winmodems. Daneben bringt das schlanke Betriebssystem auch eine umfangreiche Sammlung von Werkzeugen mit, die das Einbinden des Rechners in nahezu jedes Netz ermöglichen.
Technische Daten
| Name | Puppy Linux (deutsch) |
| Version | 4.3.1 |
| Release | 9.11.2009 |
| Kernel | 2.6.30 |
| Desktop | XFCE 4.6 |
| X-Server | 1.3.0 |
| Paketmanagement | eigenes |
| Architektur | i386 |
| Orientierung | PCs mit geringer Hardware-Ausstattung |
Dezente Erscheinung
Das deutsche Puppy Linux lehnt sich beim Betrieb von der Live-CD eng ans Original an: So lässt es Ihnen beim Hochfahren die Auswahl zwischen einem X.org-Server und dem XVesa-Betrieb, der sich vor allem dann empfiehlt, wenn sich X.org nicht starten lässt. Eine Sprachauswahl und die Einstellung des Tastaturlayouts fallen jedoch weg, diese Arbeiten nimmt Ihnen das deutsche Puppy Linux gleich ab.
Beim Start des Windowmanagers sticht bereits der erste Unterschied zum englischen Original ins Auge: Während das Original als Desktop den sehr schlanken und rasend schnellen JWM nutzt, orientiert sich die deutsche Version am Puppy-NOP-Derivat (“Nearly Office Puppy”) und setzt auf die XFCE-Arbeitsoberfläche. Die gibt sich zwar nicht ganz so schlank wie der JWM-Desktop, bietet dafür jedoch mehr Funktionalität.
Auch das Artwork hat sich geändert: Statt der verspielten Oberfläche es Originals verwendet das deutsche Puppy einen Desktop in dezenten Blautönen mit nüchternen Icons. Im rechten Bildschirmbereich visualisieren Widgets die Uhrzeit, einen Kalender und den Zustand der Massenspeicher. Auch die Schnellstartleiste für wichtige Applikationen, die beim Original am oberen Bildschirmrand aus- und einklappt, behält das deutsche Puppy-Derivat bei.
Einfache Installation
Ein Klick auf die Schaltfläche Menü unten links auf dem Desktop fördert eine große Zahl an Untermenüs zutage. Um das deutsche Puppy Linux auf der Festplatte zu installieren, wählen Sie hier Einstellungen | Puppy Universal Installer.
Hier geben Sie zunächst an, wo Puppy Linux installiert werden soll. Der (noch nicht eingedeutschte) Installationsassistent bietet dazu neben Festplatten und USB-Geräten auch Massenspeicher wie Flash-Laufwerke an (etwa SSDs oder die in Subnotebooks beliebten CF-Flashkarten). Daneben stehen auch inzwischen aus der Mode gekommene Medien wie SCSI-Festplatten oder ZIP- und LS120-Laufwerke zur Auswahl.
Dann führt Puppy Linux Sie in wenigen Schritten durch die Installation und packt anschließend rund 300 MByte Daten auf die Zielpartition. Nun bietet die Routine noch die Konfiguration des Bootmanagers Grub an. Hier gilt es besondere Vorsicht walten zu lassen, falls auf dem Rechner bereits eine Linux-Distribution installiert ist, die den neuen Grub2 nutzt: Aufgrund der unterschiedlichen Bedienkonzepte der beiden Grub-Varianten kann es hier zu Problemen kommen. Sie sollten in diesem Fall entweder Grub2 mit dem neuen Betriebssystem vertraut machen oder ein Downgrade auf den älteren Grub-Legacy vornehmen.
Reichlich Software
Nach der Installation auf der Festplatte startet das deutsche Puppy Linux auch auf älteren Maschinen in rasantem Tempo und belegt dabei lediglich rund 130 MByte Arbeitsspeicher. Das System schleppt nur wenig Ballast mit sich herum und präferiert schlanke Anwendungssoftware. Daher positioniert sich Puppy Linux als sehr gute Wahl für Rechner ab 256 MByte Arbeitsspeicher und mit CPUs unterhalb der 500-MHz-Grenze.
Ein Klick auf die Menu-Schaltfläche unten links fördert eine stattliche Anzahl an gut befüllten Untermenüs zutage. Die Auswahl umfasst sowohl Puppy-spezifische Skripte als auch Programme aus dem Fundus von XFCE, LXDE und Gnome. Schon die Grundinstallation bietet eine für nahezu alle Bedürfnisse ausreichende Software-Ausstattung (Abbildung 1).
Die Software-Auswahl wartet dabei mit Modifikationen gegenüber dem englischsprachigen Puppy Linux auf: So findet sich beispielsweise als Webbrowser Opera 10.01 vorinstalliert, und wer es wünscht, kann hier sogar eigene Torrents erstellen oder Videos von bekannten Plattformen herunterladen, ohne zusätzliche Software auf die Platte packen zu müssen.
Eigene Repositories
Zusätzlich bietet Puppy Linux noch verschiedene Repositories. Da Puppy nicht auf einer anderen Distribution basiert, sondern komplett aus Quellcodes entsteht, verfügt es auch über einen eigenen Paketmanager. Für den gibt es allerdings noch keine deutsche Lokalisierung. Das tut seinem Einsatz allerdings kaum Abbruch, da er sich intuitiv bedienen lässt. Er ähnelt dem von Ubuntu bekannten Synaptic und findet sich unter Menu | Einstellungen.
Der Puppy-Softwaremanager bietet Zugriff auf die Repositories auch der älteren Puppy-2.x- und Puppy-3.x-Versionen, sodass Sie über eine große Auswahl an zusätzlicher Software verfügen. Da die Standardinstallation des Betriebssystems nur recht betagte Paketdatenbanken umfasst, empfiehlt es sich, diese vor der erstmaligen Nutzung des Paketmanagers zu aktualisieren. Dazu klicken Sie unten links im Programmfenster auf Configure package manager und anschließend im sich öffnenden Fenster auf die Schaltfläche Update now. In diesem Fenster fügen Sie bei Bedarf auch zusätzliche Repositories hinzu (Abbildung 2).
Nun können Sie bei Bedarf auch Boliden wie Gimp oder Firefox installieren. Ein Klick im Paketmanager auf das jeweilige Programm setzt den grafischen Installer in Gang, der zunächst prüft, ob noch genügend Festplattenplatz zur Verfügung steht. Erfüllt das System die Voraussetzungen für die Installation, dann bietet die Routine verschiedene FTP-Server zum Download des Pakets an.
Fazit
Das deutsche Puppy Linux bietet auch Anwendern mit beschränkten Englisch-Kenntnissen die Möglichkeit, eine der benutzerfreundlichsten Linux-Distributionen überhaupt kennenzulernen. Dabei büßt es keinen der Vorteile des Originals ein: Auch das deutsche Puppy Linux läuft rasend schnell, stabil und bringt den reichen Softwarefundus der englischen Variante mit.
Durch Modifikationen in der Auswahl der vorinstallierten Applikationen (XFCE, Opera) gewinnt das System sowohl an Funktionalität wie auch an Ästhetik, denn mit XFCE hat Puppy Linux auch optische Schmankerl wie Fenstertransparenz und 3D-Effekte geerbt, die jeden Desktop zu einer Augenweide machen.
Infos
[1] Deutsches Puppy Linux in den Puppy-Foren: http://www.murga-linux.com/puppy/viewtopic.php?t=48776
[2] Deutsches Puppy Linux herunterladen: http://www.puppyisos.org/isos/2009-07-to-12/puppy-431-de/








ein sinvoller download wäre besser der auch geht…
Der Artikel ist über fünf Jahre alt. Entsprechend können die Angaben darin veraltet sein — einschließlich der Links.
Ubuntu Linux spricht sehr verständlich deutsch in annehmbarer Audioqualität.
https://www.youtube.com/watch?v=UjBtKRd7c34
In diesem YouTube Video kann man sehen wie das geht und wie es sich anhört.
passt nicht ganz zu diesen Thema,aber ich möchte mich bedanken für die tollen Hintergrundbilder.Weiter so! freundlichst B.T.
Gibt es schon ein aktuelleres Puppy in Deutsch? Wenn möglich mit einer URL und Passwort, das auch funktioniert.