Schleichendes Sterben eines E-Mail-Clients?

Thunderbird

Keine neuen Funktionen für Thunderbird

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Die Mozilla Foundation ändert das Entwicklungsmodell ihres beliebten E-Mail-Programms Thunderbird. Eine letzte Version soll im November erscheinen, danach wird es von der Stiftung selbst nur noch Sicherheitsupdates geben. Neue Funktionen sollen zukünftig freiwillige Helfer beisteuern.

Für diese recht drastische Maßnahme nennt Mitchell Baker, die Vorsitzende der Mozilla-Stiftung, gleich mehrere Gründe in ihrem Blog. So seien die Thunderbird-Anwender mit dem bisherigen Funktionsumfang zufrieden, die Funktionen in Thunderbird somit ausreichend. Zudem hätte Mozilla es nicht geschafft, mit ihrem E-Mail-Client neue, innovative Impulse bei der Internetkommunikation zu setzen. Baker bemängelt auch das fehlen einer wachsenden, aktiveren Mitarbeiter-Basis, einzige Ausnahme wären die engagierten Übersetzerteams. Abschließend würden heutzutage auch immer häufiger Webmail-Dienste genutzt. Das Thunderbird-Team sei daher der Meinung, dass für ihr E-Mail-Programm nur noch die Stabilität im Vordergrund stehen würde.

Als Konsequenz schlägt die Mozilla Foundation ein neues Entwicklungsmodell vor. Demnach liefert Mozilla selbst nur noch Sicherheitsaktualisierungen und Fehlerkorrekturen. Neue Funktionen sollen Freiwillige aus der Nutzergemeinschaft beisteuern können. Die Mozilla Foundation finanziert weiterhin ein kleines Entwicklerteam und stellt die nötige Infrastruktur.

Im November erscheint noch eine letzte neue Thunderbird-Version mit Langzeitunterstützung (Extended Support Release, ESR). Danach gibt es dann alle sechs Wochen Sicherheitsupdates, zumindest für ein Jahr. Diese Aktualisierungen gelten dann auch für das normale Thunderbird. Wie es anschließend weitergeht, steht noch nicht fest.

Nach Angaben der Mozilla Foundation hat Thunderbird weltweit um die 20 Millionen Nutzer.

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3 Kommentare auf "Schleichendes Sterben eines E-Mail-Clients?"

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Wenigstens hat man mit Ubuntu mit 04/2017 ruhe.

Wirkliche Neuerungen gab es zuletzt in Thunderbird 2.0; im Anschluss folgten höchstens noch kleine, oftmals unnötige Änderungen wie Gruppierte Ordner, Tabs, etc. Zwar hat Mozilla scheinbar versucht, Thunderbird mit der Umstellung aufs aktuelle Release-Modell zu retten, aber auch dort beschränkten sich die Neuerungen meist auf bessere HTML5-Unterstützung, was nun niemand bei einem Mail-Client braucht. Mozilla verweist auf Webmail-Dienste, die Thunderbird den Rang ablaufen; übersieht dabei aber, dass Webmail – insbesondere GMail – deshalb so beliebt ist, weil dies eben nicht wie Thunderbird auf dem Stand von 2003 stehengeblieben ist. Eine moderne GUI, die eine effiziente Mail-Verwaltung über Labels statt Ordner… Mehr »
Ich kenne viele Leute die Thunderbird nutzen und auch weiter nutzen wollen. Die Entscheidung halte ich für falsch. Es gibt sehr viele Leute die ihre Mails nicht nur im Web abrufen/ablegen möchten. Auch wenn es siche viele IT-Fans nicht vorstellen können, aber es gibt wahrscheinlich mehr Menschen, die nicht ständig online sind und sein wollen. Die nicht alles in einem Webbrowser machen möchten. Die nicht ihre emails von überall auf der Welt und per Smartphone anschauen. Für viele Leute ohne Breitbandanbindung (auch die gibt es noch mehr als sich viele vorstellen) und Anfänger, die sich im Web nicht sicher fühlen… Mehr »