OSDL-Desktop-Umfrage: Linux braucht Treiber

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Open Source-Treiber, bessere Zusammenarbeit der Distributionen und bessere Unterstützung für kabellose Übertragung – das soll Linux auf dem Desktop voranbringen. So lautet das Ergebnis der Studie, die die Open Source Development Labs OSDL am 7. und 8. Dezember 2006 im amerikanischen Portland präsentieren. Die OSDL-Umfrage hatte in erster Linie den Einsatz von Linux auf Unternehmens-Desktops zum Thema, Heimanwender-Fragen wie die Unterstützung von iPod-Technologie wurde nur am Rande berührt.

Während distributions-übergreifende Standards nach OSDL-Angaben gut vorankommen, sind die zwei anderen Kernprobleme wesentlich schwerer zu knacken. John Cherry, Leiter der OSDL-Desktop-Initiative, sieht nur unvollkommene Lösungsansätze für das Problem, das bereits hinreichend bekannt sein dürfte. Reverse Engineering, also das Nachbauen, sei einer davon. „Der größte Nachteil ist, dass das ziemlich mühselig ist. Aber es hat sich bewährt und ist absolut unter Kontrolle der Community.“ Als weiteren Weg nennt Cherry den Ansatz des NDISWrapper-Projektes. In diesem Open-Source-Projekt werden NDIS (Network Driver Interface Specification) und native Windows-Treiber eingesetzt, um Wireless-Karten unter Linux zu unterstützen. Und obwohl eigentlich alle Beteiligten von dem Problem wissen müssten, sollten die Anwender weiterhin die Treiber-Hersteller auf Lösungen drängen.

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6 Kommentare auf "OSDL-Desktop-Umfrage: Linux braucht Treiber"

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Als Anwender kommt leider nicht wirklich gut in einen Dialog mit dem Hersteller. Für meinen Teil halte ich es so, dass wenn ich Hardware kaufen will ich mir einen Fachmarkt aussuche und dem Verkäufer laut hörbar verkünde: Das Teil muss unter Linux seinen Dienst tun. Das Ergebnis dazu fällt sehr unterschiedlich aus. Mal hat man einen Verkäufer der selbst Linux verwendet und erhält ein strahlendes Lächeln mit „ja da geht..“ oder im Gegenteil auch mal“wenn´s nicht auf der Verpackung steht.. keine Ahnung..probieren und wenn nicht zurückbringen“. Allerdings habe ich auch Hardware (usb wlan-Stick), bei der nur Treiber für Windows beilagen.… Mehr »

>Jens
Für welchen USB-WLAN Adapter gibts denn Linux-Treiber?
Ich habe leider bisher nichts gefunden und schon fast aufgegeben.
Für einen Tipp wäre ich sehr dankbar.

Das ist ein Zyxel ZyAir G220. Wie gesagt, ich dem Hersteller eine mail geschrieben.
Und da unten kommt der Link.

ftp://ftp.zyxeltech.de/ZyAIR_G-220/driver/linux/

Das ist natürlich eine super Strategie, da alle, die vor dem Kauf nach Treibern sehen, nichts davon mitbekommen. Ich überlege mittlerweile, statt einer PCMCIA-WLAN-Karte eine reine Ethernet-WLAN-Bridge zu kaufen (USB habe ich sehr schnell verworfen).

Taugt der Treiber denn was, oder haben sie allen Grund dazu, ihn zu verstecken?

Viele Grüße,

Ugglan

Wir haben vor kurzen für ein ehrenamtliches Projekt einen kleinen Server gesucht – davon abgesehen, dass wir finanziell eng beschnitten sind, war es eine Vorgabe, dass der Server ’nachweisbar‘ (Debian-)Linux-kompatibel ist.
Dabei haben wir natürlich die Großen abgeklappert, aber den Linux-Nachweis haben wir, abgesehen von Marketing-blabla, nicht gefunden.
Bei diesen Hersteller [1] waren wir ‚freudig erregt‘ und so stellten wir uns das auch vor – Tabellen, was geht und was nicht, mit den verschiedenen Distributionen. Kurz: der Server läuft seit 6 Monaten ohne Probleme und alle eingebaute Hardware (3Ware-Controller, Xeon) wird unterstützt.
Gruss
Mathias

[1] http://my.thomas-krenn.com/service_support/index.php/page.213/?TKID=7900a3ff706ea2f43fbeb9856528eab8

Ian Murdock spricht einen wichtigen Showstopper an:

[1] http://ianmurdock.com/?p=388