OpenOffice gleicht sich an KDE-Desktop an

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Seit März 2003 gibt es das Native Widget Framework für OpenOffice. Dieses ist von den OO-Entwicklern ausdrücklich dafür vorgesehen, das eigene „Look-and-Feel“ an die jeweilige Plattform (KDE oder GNOME, Windows oder Mac OS X) anzupassen.

Am 11. Dezember war auf „pro-linux“ noch zu lesen: „Momentan werden GNOME und Windows unterstützt. Mac OS X ist offenbar in Arbeit. KDE zu unterstützen wäre möglich, doch hat sich noch kein Entwickler für diese Arbeit gefunden.“

Das Flehen hatte Erfolg. Am 12. Dezember verkündete die internationale KDE-News-Seite: „OpenOffice.org: KDE Integration project launched today“.

Jan „Kendy“ Hoselovsky, der bereits im Sommer mit dem „Cuckooo“-Projekt (dieses erlaubt es, OpenOffice als kpart in den Konqueror einzubetten) für Aufsehen gesorgt hatte, kümmerte sich für KDE um das NWF.

Jetzt liegen erste sichbare Erfolge vor:

Die Screenshots zeigen die Verwendung des (seit längerem äusserst populären) „Plastik“-Look von KDE (dessen Hauptmangel sein nicht besonders geglückter Name ist… ;-))

Die Änderung für OpenOffice betrifft nur dessen Aussehen („Look“), nicht die Bedienung („Feel“). Es werden nämlich keine echten KDE-Widgets verwendet, sondern das Framework spannt sich die Qt API (den Teil, der „QStyle“ heisst) vor ihren Karren, und beauftragt sie, die Widgets auf den Bildschirm zu malen (geradeso wie es KDE/Qt selbst machen würde).

Diese neue OpenOffice-Version kann ab sofort vom KDE FTP-Server heruntergeladen werden. Bitte beachten: Dies ist eine Entwickler-Version, die noch mehrere Fehler aufweist! (So werden z.B. editierbare List-Felder nicht korrekt dargestellt, und noch nicht alle Stilelemente von KDE sind eingebaut.). Diese Version ist selbstverständlich nicht auf „Plastik“-Aussehen fixiert — sie passt sich an jeden KDE-Stil an.

[1] ftp://ftp.kde.org/pub/kde/devel/OOo_1.1.0_kde_2004-01-06_LinuxIntel_Install.tar.gz

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16 Kommentare auf "OpenOffice gleicht sich an KDE-Desktop an"

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Schöne Bilder, tolle Leitung QTStyles in OOo reinzuhacken! Das war bestimmt nicht einfach.

Nur: Was soll das bringen? OOo ist recht eigen in seinem „Feel“ und definitiv anders als KDE. Damit gibt es jetzt/demnächst ein Programm, das genauso aussieht wie alle anderen KDE-Programme und sich anders verhält. Wenn das mal kein Useability-Eigentor ist…

> Nur: Was soll das bringen? Es ist auf vielfachen Wunsch erfolgt. Und es ist ein von OO offiziell vorgesehenes Feature, das hier genutzt wird. >OOo ist recht eigen in seinem „Feel“ und definitiv anders als KDE Richtig. Aber solange das so noch ist, muss man sich daran so oder so gewöhnen, Oder? Wenigstens der „Look“ ist jetzt besser. Und ist das VCF-basierte OO denn unter Windows 100% gleich vom „Feel“ wie die MFC-programmierten MS Office- oder andere Programme? Auch nicht. Die Linux-Community und die Linux-Support-Firmen müssen jetzt nicht mehr schon im 3. Satz rumdrucksen, wenn sie eine Präsentation bei… Mehr »

Open Office unterstützt OLE (Object Linking & Embedding). Unter Windows kann man jeden beliebigen OLE-Slave nutzen und in ein Open Office-Dokument einzubinden. Bei den UNIX-Varianten beschränkt sich OLE auf Objekte der Open Office-Komponenten. Kann man den bei der KDE-Version auch KIO::Slaves einbetten?

IO Slaves sind Datentransfer-Knechte, eher KParts.

Sorry, das Windows Probleme hat kann doch wohl kein Grund sein, zu sagen das es nichts macht wenn auf Linux dasselbe Problem anzutreffen ist, oder? Ja, der Look ist jetzt besser… und ich kann nicht mehr sehen, das ich von diesem speziellen Programm ein anderes Verhalten zu erwarten habe. Natürlich muß ich mich an OOo so oder so gewöhnen, aber ist das nicht einfachen, wenn ich ständig einen optischen ‚Reminder‘ habe? Ja, was es so an X-Anwendungen gibt ist ein rechtes Sammelsurium. Das wird aber nicht dadurch besser, das man überall die selben Pixmaps vor die Buttons klatscht. Zumindest nicht… Mehr »

[quote]Ja, was es so an X-Anwendungen gibt ist ein rechtes Sammelsurium. Das wird aber nicht dadurch besser, das man überall die selben Pixmaps vor die Buttons klatscht.
[/quote]

Naja. Da bin ich nicht einverstanden. Ich hab die UI von OpenOffice immer gehasst – heute weiss ich wieso. Seit ich nämlich OpenOffice 1.1 aus Debian Sid installiert habe, sehen die Pixmaps „vor“ den Buttons anders aus – glaub ich von Gnome ausgeliehen.
Jetzt mag ich OpenOffice schon viel besser. Schon nur weil ich nicht immer überlegen muss, was denn ein Pixmap jetzt versteckt…

MfG Peschmä

Die Linux-Community und die Linux-Support-Firmen müssen jetzt nicht mehr schon im 3. Satz rumdrucksen, wenn sie eine Präsentation bei potentiellen Firmen-Umsteigern machen, und gleich die 2. Frage lautet: „Aber warum sieht denn das alles so unterschiedlich aus?“ Ich finde diese optische Angleichung durchaus nicht schlecht, aber gerade für Anfänger/Umsteiger bietet sie eben den Nachteil, dass vorhandene Unterschiede in der Bedienung nun nicht mehr von vorneherein _sichtbar_ sind (aber eben dennoch vorhanden). Diese halbe Lösung wäre für Anfänger daher auch ein Rückschritt. Für Leute hingegen, die ihre 10-12 häufig genutzten Programme schon gut kennen und sich nur durch den uneinheitlichen Look… Mehr »

Was ist denn sooooo anders am Feel von OpenOffice, wenn man einen KDE style
drauf anwendet.
– Menus ?
– Buttons ?
– ComboBoxen ?
– ToolButtons ?
– SaveAs, Open, Print – Dialoge, wenn man Sie durch KDE-Dialoge ersetzt ?
Auch unter Windows verwenden manche Programme eigene Widgets, die auf die
Anwendung bezogen sind.
Beispiele: Photoshop, Dreamweaver

Also ich finde solche Entwicklungen gut.
Der Desktop sollte so konsistent wie möglich gestaltet sein.

Zuerst einmal hat das „Feel“ garnix mit dem „Look“ zu tun. Ob nun einen KDE Style benutzt oder nicht ist für das Feel von OOo unerheblich. Ein großer Kritikpunkt sind unterschiedliche Standarddialoge. Da wird allerdings auch schon dran gearbeitet wenn ich das richtig mitbekommen habe. Deneben geht es mir um das Verhalten der Widgets selber. Altes Beispiel Scrollbar: Mal kann man einen Scrollbar mit den unterschiedlichen Mousetasten bewegen (linksclick scrollt runter, rechtsclick hoch, middleclick erlaubt es den „Aufzug“ von Hand rumzuziehen), meistens kann man den Aufzug mit der linken Maustaste Bewegen und seitenweise durch clicken darüber/darunter rollen, mal kann man… Mehr »

nur ein Schritt und — ohne weitergehende Pläne einer vollen Integration — in meinen Augen einer in die falsche Richtung

Diese weitergehenden Pläne gibt es ja, und sie sind sicher alle unterstützenswert. Problematisch wird es nur, wenn halbfertige Dinge der falschen Zielgruppe „angedreht“ werden sollen: Eine mangelnde einheitliche Bedienbarkeit unter Themes und Oberflächen zu verstecken, damit der potentielle Käufer/Kunde nicht zu schnell die Mängel erkennt, kann IMHO nicht der richtige Ansatz sein.

Deneben geht es mir um das Verhalten der Widgets selber. Das ist ziemlich sicher das was unter „Feel“ gemeint war. Ein KDE Scrollbar kann zB mit mittlerer Maustaste geklickt werden und schiebt dann den „Aufzug“ genau dort hin. Eine Datei per Drag’n’Drop vom Konqueror in Kate ziehen klappt wunderbar, vom Konqueror in oowriter tut nicht. Ich glaube da gibts irgendwie ein Problem mit der file: URL, zumindest hab ich das mal in einem Zusammenhang mit einem anderen Problem gelesen. Irgendwas mit zuviele oder zuwenig / nach dem Doppelpunkt. Hmm, scheint eher so zu sein, dass der Writer den URI Mimetype… Mehr »
@Tobias: Ich fände es auch vorrangig zuerst das Drag`n`Drop und die Zwischenablagen und die Dialoge zu vereinheitlichen und den Look dann später „überzustülpen“. Von einer „buckligen“ Optik lasse ich mich jedenfalls weniger abschrecken als von einer „buckligen“ Bedienung. Nur leider ist der Mensch immer zunächst ein Augenmensch und die Kinderaugen im Laden sind viel größer bei einem He-Man Derivat mit Flügeln als bei einer Tüte Lego, auch wenn dann mit dem Lego sehr viel ausgiebiger gespielt wird. Mal ehrlich wer braucht eine Applikation mit wechselbaren Skins? Warum sind sie aber trotzdem so beliebt? Nichtsdestotrotz sollte man erst die Usability der… Mehr »
Am 11. Dezember war auf „pro-linux“ noch zu lesen: „Momentan werden GNOME und Windows unterstützt. Mac OS X ist offenbar in Arbeit. KDE zu unterstützen wäre möglich, doch hat sich noch kein Entwickler für diese Arbeit gefunden.“ Wenn ein KDE-Port existiert, dürfte dadurch die Portierarbeit für Mac OS X fast erledigt sein. Zwischen den Jahren machte sich ein Entwickler an die Arbeit, KDE an sich nativ auf Mac OS X zu portieren und im Anschluß wurden Anwendungen wie KOffice und Konqueror für ein an die Aqua-Oberfläche gebundenes KDE compiliert. Das soll zwar noch nicht stabil sein, aber es gibt einige… Mehr »
Ich möchte nur einmal anmerken, dass sich OpenOffice auch nie optisch und bedienungstechnisch wirklich in den Windows-Desktop integriert hat. Da war früher der „Desktop auf dem Desktop“ StarOffice (z.B. V 4.0), unglaublich breit angelegt, sogar mit eigener Browser Engine. Und die Buttons sahen auch immer fremd aus. Aber auch heute weicht die Bedienung von OpenOffice signifikant von allen UI ab. Eine stärkere optionale Angleichung KDE führe dann dazu, dass OpenOffice besser integriert ist als auf dem Win-Desktop. Das ändert freilich nichts daran, dass es nach wie vor Bedienkomfortsünden bei OpenOffice gibt, die Optik – das ist ja nicht der eigentliche… Mehr »
Ich möchte nur einmal anmerken, dass sich OpenOffice auch nie optisch und bedienungstechnisch wirklich in den Windows-Desktop integriert hat. Da war früher der „Desktop auf dem Desktop“ StarOffice (z.B. V 4.0), unglaublich breit angelegt, sogar mit eigener Browser Engine. Und die Buttons sahen auch immer fremd aus. Ja, der Unterschied ist nur: Unter Windows gibt es für SO gleichwertigen Ersatz. Unter Linux nicht. Wäre KOffice schon so weit wie OpenOffice, wäre diese optische Angleichung sicherlich kein so großes Thema. Disclaimer: KOffice hat wirklich gute Fortschritte gemacht und gehört zu meinen absoluten Lieblingsprogrammen.
Einige Usability-Sünden könnte man OOorg noch austreiben, z.B. daß die Rechtschreibhilfe nur dann in der vorher in allen Optionen eingestellten Möglichkeiten erst dann auch wirklich in der Sprache des geschriebenen Textes korrigiert wenn man das bei den Zeichenattributen (nicht Absatz oder so) auf die Sprache eingestellt hat … hmm mal sehen ob so eine Featurenachfrage schon existiert … Aber es sieht doch wirklich echt richtig gediegen aus, im Gegensatz zu dem Buttonsatz den man sich mal auch KDE-look.org hat herunterladen können. Da fehlte dann ein Viertel der Knöppe und es sah eher fürchterlicher aus … und daß das Feel von… Mehr »