No, RMS, Linux is not GNU/Linux

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Ein Artikel voll beissender Ironie ist heute auf „Linux Sysadmin Central – Librenix.com“, einer WWW-Seite für Linux System Administration und Programmierung erschienen. Der Autor, „Ray“, setzt sich amüsant und kritisch mit den „GNU/Linux“-Fetischisten – vor allem um Richard Stallman und der „Free Software Foundation“ (FSF) – auseinander, die den Terminus „GNU/Linux“ nicht selten mit nahezu neurotischer Hingabe propagieren.
Mit einem Seitenhieb auf die sog. „GNU/Linux FAQ“ stellt der Autor u.a. die These auf, dass zum Beispiel das XFree86-Projekt für eine jeweilige Linux-Installation eine viel grössere Bedeutung habe, als die Summe aller GNU-Komponenten zusammen ergeben würden. Folglich wäre es doch logischer, eher XFree86/Linux oder zumindest XFree86/GNU/Linux zu sagen. Dabei geht es dem Autor nicht vorrangig um Sticheleien, er scheint vielmehr einen Schlussstrich unter diese leidige Diskussion ziehen zu wollen. Zumindest enthält der Artikel einige Reibungspunkte zum Nachdenken – viel Spass beim Lesen.

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22 Kommentare auf "No, RMS, Linux is not GNU/Linux"

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stellt der Autor u.a. die These auf, dass zum Beispiel das XFree86-Projekt für eine jeweilige Linux-Installation eine viel grössere Bedeutung habe, als die Summe aller GNU-Komponenten zusammen ergeben würden. Da hat der Autor aber gänzlich unrecht. In dem Sektor, in dem GNU/Linux (ja, ich bin ein „GNU/Linux“-Fetischist und stehe dazu) die grössten Erfolge feiert, nämlich im Server-Bereich, spielt XFree86 gar keine Rolle. Kein Systemadministrator installiert XFree86 auf einem Server. Desweiteren muss gesagt werden, dass wir hier wohl eine Huhn/Ei-Frage haben. Würde der Kernel Linux überhaupt existieren, wenn es das GNU-Projekt nicht geben würde? Könnte der Kernel auch ohne GCC kompiliert… Mehr »
Was wäre KDE ohne C++, Zope ohne Python etc.? Linus hat ja 1991 bash (1.08) und gcc (1.40) erst mal in sein System portiert, einen GNU-Kernel gab es ja überhaupt nicht und auch kein GNU-OS. Was wäre denn gcc ohne Linus‘ Projekt? Kein Mensch bestreitet ja die Bedeutung von gcc und Konsorten an sich. Ich denke, was die meisten Leute (Linus, den Autor des Artikels, JWZ u.v.a.) an RMS und seiner Position stört ist die Tendenz zum Alleinvertretungsanspruch eines sich um Ruhm und Ehre betrogen fülenden Protagonisten. Er produziert damit ständig Krach und Streit und wirkt oft bremsend auf wichtige… Mehr »
Da hat der Autor aber gänzlich unrecht. In dem Sektor, in dem GNU/Linux (ja, ich bin ein „GNU/Linux“-Fetischist und stehe dazu) die grössten Erfolge feiert, nämlich im Server-Bereich, spielt XFree86 gar keine Rolle. Der Autor schreibt das auch unter diversen Vorbehalten, u.a. unter dem daß er die ganze Diskussion an sich schwachsinnig findet. Insofern finde ich nicht daß man da jetzt drüber diskutieren sollte. (N.B.: Ist nicht das Linux-Wachstum im embedded Markt am größten?) Würde der Kernel Linux überhaupt existieren, wenn es das GNU-Projekt nicht geben würde? Ziemlich sicher ja. Zwar nicht wenn Du heute von einem auf den anderen… Mehr »
Ziemlich sicher ja. Zwar nicht wenn Du heute von einem auf den anderen Tag den gcc wegnimmst, aber ohne einen gcc hätte Linus einen anderen Compiler verwendet (hat er vielleicht sogar, weiß ich aber nicht) Welche freien C-Compiler gab es denn 1991, die Linus für sein Projekt verwenden hätte können? Wenn er einen kommerziellen Compiler genommen hätte, wäre Linux heute nicht da, wo es ist, nämlich Kern des GNU-Systems. N.B.: Ist nicht das Linux-Wachstum im embedded Markt am größten? Das kann schon sein. Aber das sagt nichts über die tatsächlichen Zahlen aus. Zahlenmässig sind wohl die Server den embedded devices… Mehr »
Und das mit dem Grossteil der Benutzer stimmt mit Sicherheit nicht. Die meisten Benutzer sprechen ein GNU/Linux mittels Browser über Port 80 an und nicht via X -> KDE. *SCNR* Dann müßte man aber Apache/Linux sagen! 😉 Jetzt mal Spaß bei Seite, ich finde die Gnu/Linuxdiskussion eher albern als nützlich. Natürlich hat das Gnu-Projekt sehr viel zu Linux beigetragen, allerdings sehe ich keinen Sinn dahinter jetzt Gnu/Linux zu sagen. Wenn man sich mit Linux beschäftigt, weiß man wie wichtig Gnu ist. Wenn man sich nicht damit beschäftigt, ist es einem egal ob das Linux, Gnu/Linux oder Apache/Gnu/Kde/Gnome/Mozilla/Linux heißt. Worauf ich… Mehr »
Nun, natuerlich gab es PD C-compiler mit source schon vor GNU, nur dass sie nicht unter der GPL standen und reichlich schlecht kommentiert waren. Auch irgendwelche modifizierten Compiler, die aus irgendwelchen Zeitschriftenprojekten hervorgegangen waren. Ich habe mir mit einem solchen ding versucht C beizufummeln, der GNU-C-compiler hatte damals für mich zuviel overhead. Manchmal wird auch die Legende gestreut vor RMS C-Compiler habe es keine freien Source gegeben. Man denke nur an Programme wie Eliza aus den 60ern, die von Heerscharen von Bastlern aus dem akademischen Umfeld portiert und erweitert wurden. Und Nethack ist ja wohl auch uralt und hatte Vorgaenger…… Mehr »

Bei vielen Distributionen sind zwei klassische C-Compiler dabei, einmal GCC (GNU-Lizenz) und zum anderen den CC, der unter BSD steht und damit zur Compilierung von Programmen, welche nicht unter GPL stehen sollen, geeignet ist.

Das ist das erste Mal daß ich höre, kommerzielle Software dürfe nicht mit GCC compiliert werden… Ich dachte die GPL ist nur auf Code bezogen, der nicht ohne Lizenzübergang nach GPL weiterverwendet werden darf; nach deiner Darstellung dürfte ich aber kein GPL-lizenziertes Werkzeug zu irgendeinem kommerziellen Zweck verwenden!?!?!

CC, der unter BSD steht und damit zur Compilierung von Programmen, welche nicht unter GPL stehen sollen, geeignet ist.

Sorry Paul, das ist Unfug. Mit solchen dummen Kommentaren stärkst Du maximal die Front der MS-Befürworter.
Du darfst mit dem gcc jegliche Art von Code übersetzen, auch kommerzielle Programme, genauso wie Du kommerzielle Programme gegen die GNU-Bibliotheken linken darfst.

   Pit

Welche freien C-Compiler gab es denn 1991, die Linus für sein Projekt verwenden hätte können? Oh, er hätte das sehr wohl mit dem MS C Compiler übersetzen können. Irgendwann hätte schon jemand ’nen eigenen Compiler geschrieben. Die meisten Benutzer sprechen ein GNU/Linux mittels Browser über Port 80 an und nicht via X -> KDE. Von den Linux-Rechnern die mir in den letzten 10 Jahren untergekommen sind waren mindestens 95% graphische Workstations. Ja, auch mein ‚erster‘ 1993. Und für 90% derer die Linux zu Hause nutzen wird das nicht anders sein. Die Tatsache daß auf meinem Rechner hier ein Apache läuft… Mehr »

Linus hat sein OS Linux benannt und nicht GNU/Linux, _das_ ist doch der Punkt. Ich lasse mich gerne Berichtigen. Ev. wird ja mit dem vorangestellten GNU ein Namesraum angegeben? So ganz habe ich das noch nicht verstanden (gibt’s ev. noch andere Namensräume für Linux?). Kann mir jemand das noch etwas genauer erkären?

Grüsse, Christian

Hähhhmmm ??? Reiser ??? Ägypten ???

> Linus hat sein OS Linux benannt und nicht GNU/Linux, _das_ ist doch der Punkt.

Linus hat seinen Kernel Linux genannt, ein OS hat er nie programmiert. Der Kernel allein ist relativ nutzlos, erst in Kombination mit den GNU-Utils wird daraus ein Betriebssystem: GNU/Linux

na ja, so ganz stimme ich dir nicht zu. nach seinem buch just for fun, hat er um den kern zu testen, auch ein shell (war es nicht die bash?) mit ein paar funktionen programmiert und ich denke kern und shell zusammengenommen ist doch schon ein halbes OS oder nicht;-) na egal.

Linus hat seinen Kernel Linux genannt, ein OS hat er nie programmiert. Der Kernel allein ist relativ nutzlos, erst in Kombination mit den GNU-Utils wird daraus ein Betriebssystem: GNU/Linux

Aha. Aber ohne die nicht-GNU Programme hast Du plötzlich auch kein komplettes OS mehr (vieles basiert z.B. auf BSD). Warum also GNU erwähnen und die anderen nicht?

   Pit

Lasst uns doch ein BSD/Linux bauen! De facto ist doch eines der wichtigsten Progamme auf Servern neben dem eigentlichen Service der ssh-daemon für die remote-Administration. Und hier liefert jegliche Distribution als Standart OpenSSH mit, das ja vom OpenBSD-Projekt kommt. Man könnte also noch viel mehr Tools von BSD nehmen und damit viele GNU-Utilities ersetzen. Doch – oh weh! – auch die BSD-Distributionen liefern ja als Standart-Compiler den gcc mit, so dass es ja (nach RMS) besser GNU/BSD heißen müsste, oder? Somit wäre also mein Webserver ein Apache/BSD/GNU/Linux/MySQL/Python/ZOPE-System (alphabetisch sortiert). Ironie beiseite, hier eine kleine Katalogisierung der FSF-Programme die häufig im… Mehr »

Also BSD direkt nutze ich nicht, allerdings das BSD-basierte MAC-OS. Dort ist es so, daß ein Berkeley-C-Compiler dabei ist (CC) und der GCC-Befehl nur als Link darauf vorhanden ist, damit Makefiles compilierbar sind, welche versuchen, gcc aufzurufen.

Tag erstmal! Also ich weiß ja nicht aber ich empfinde das ganze als Haarspalterei! Man kann es wirklich übertreiben, diese Art von Diskussionen sind doch total überflüssig. Genauso wie die Distri und OS Kriege. Soll doch jeder denken was er will. Das soll kein Trollversuch sein.

Gruß

Bernd

Ich finde das auch als Haarspalterei. Es hat mich einmal sehr geärgert, dass ich wegen 100 Zeilen trivialen Code, den ich auf eine GNU-Sprachimplementierung portiert habe, aufgefordert zu werden, ein postalisches Statement an die FSF über die Lizenz zu verfassen. Glücklicherweise hat der ursprüngliche Autor ein GPL-Header in seinen Source eingefügt und gut war. Aber sowas schreckt natürlich ab 🙂

Hihi, mal sehen, ob er von der FSF auch so angeflamt wird wie ich :-))

Hmm alle sprechen von Linux als OS. Linux ist doch kein ganzes OS sondern „nur“ der Kernel. Ich meine das nicht abwertend. Wer mit einem „reinen“ Linux (d.h. dem Kernel) arbeitet hat doch nicht einmal eine Shell in der er ein ls aufrufen kann.

Also wenn ich mir das neuste Linux runterlade (www.kernel.org), kompiliere (egal mit welchem Compiler), dann kriege ich einen Kernel, mit dem ich ohne ein GNU Tool dann rein gar nichts machen kann!

Daher finde ich GNU/Linux für die Bezeichnung des OS korrekt. Der Kernel heisst Linux.

have fun

have fun

… steht dass für die vergessenen Ironie-Tags?