Neue Cinnamon-Version bietet zahlreiche kleine Änderungen

Cinnamon 3.8 freigegeben

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Die im Rahmen der Distribution Linux Mint entwickelte Desktop-Umgebung Cinnamon liegt in einer neuen Version vor. Große Änderungen dürfen Anwender nicht erwarten, dafür aber kleine Verbesserungen unter anderem bei der Performance.

Dank der Verbesserungen in Muffin und der Fensterliste fühlt sich Cinnamon jetzt schneller und „schwungvoller“ an. Die Fensteranimationen erscheinen zudem weicher. Änderungen in „libnemo-extension“ und der Art, wie Nemo die Ansichten erzeugt, sorgen für eine schnellere Anzeige von Verzeichnisinhalten im Dateimanager. Abschließend haben die Entwickler einige Verbesserungen aus Gnome übernommen, durch die Cinnamon weniger häufig den kompletten Bildschirm neuzeichnen muss.

Die Einstellungen zur Region können jetzt auch ungewöhnliche beziehungsweise exotische Tastaturlayouts anzeigen. Cinnamon 3.8 aktiviert ein Touchpad automatisch, sofern kein anderes Eingabegerät zur Verfügung steht. Die Tasten zum Umschalten in den Suspend- oder Hibernate-Modus sowie zum Rotieren des Bildschirms bleiben jetzt bei gesperrtem Bildschirm aktiv.

In der Energieverwaltung lässt sich der Rechner sofort herunterfahren („Shutdown immediately“), wenn der Anwender am Notebook den Deckel schließt oder die Batterie ein anderes kritisches Ereignis sendet. Vor dem Übergang in den Suspend-Modus sperrt die Desktop-Umgebung den Bildschirm. Die Netzwerkeinstellungen sind ein Backport aus Gnome 3.24 und enthalten Fehlerkorrekturen aus Gnome 3.26.

Anwendungen können nicht mehr einfach Gnome- oder Mate-Screensaver starten, während der Cinnamon-Screensaver läuft. Vorschaubilder werden jetzt auch für Dateien größer als 32 GByte erzeugt. Die Suche in Nemo lässt sich jetzt nicht nur einfacher bedienen, sie soll auch flotter zu Werke gehen. Überarbeitete Symbole verpassen der Desktop-Umgebung eine modernere Optik und bessere Unterstützung für dunkle Themes.

Via [Super]+[Alt] holt man schnell alle Deskletts auf den Schirm, ohne die Fenster dazu minimieren zu müssen. Die Desktletts liegen dann über den Fenstern, bis man irgendwo hinklickt. Des Weiteren sind die Benachrichtigungen intelligenter geworden und haben eine Schaltfläche verpast bekommen, über die sich die Benachrichtigung ausblenden lässt. In Cinnamon 3.8 dürfen Anwender die maximale Lautstärke zwischen 0% und 150% festlegen. Sämtliche Lautstärkeregler halten sich dann daran. Im Sound-Applet lassen sich jetzt Mikrofon und Lautsprecher separat stummschalten.

Sämtliche Python-Komponenten haben die Entwickler auf Python3 portiert. Eine Ausnahme sind die Erweiterungen für den Dateimanager Nemo. Um dessen Erweiterung „nemo-rabbitvcs“ kümmert sich ab sofort RabbitVCS. Cinnamon 3.8 setzt nicht mehr länger Qt-Umgebungsvariablen. Sofern dies nicht die Distributoren übernehmen, sehen Qt-Anwendungen unter Cinnamon weniger hübsch aus. Cinnamon 3.8 verbessert zudem die Unterstützung für GTK 3.22, CSD Windows und LibreOffice – letzteres in der Nemo-Vorschau). Der JavaScript-Interpreter CJS basiert jetzt auf GJS 1.50.2. Cinnamon 3.8 unterstützt das „admin://“-Protokoll sowie „elogind“ und „systemd-timedated1“. Die beiden letztgenannten Komponenten sollen im kommenden Linux Mint 19 die NTP-Werkzeuge „ntp“ und „ntpdate“ ersetzen. Die Scale- und Overview-Funktionen lassen sich über DBus aktivieren.

Alle weiteren Neuerungen listet die offizielle Ankündigung auf. Wie das Linux-Mint-Team dort in einem Kommentar verrät, wird Cinnamon 3.8 nicht in den Repositories für das aktuelle Linux Mint 18.3 auftauchen. Grund sind die Abhängigkeiten von Cinnamon 3.8. Linux-Mint-Anwender müssen sich folglich bis zur Version 19.0 gedulden. Die soll nach den aktuellen Plänen voraussichtlich im Juni erscheinen.

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