Meinung: Was ist bloß aus der Stabilität von Linux geworden?

Linux ist stabil

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Tja, ich habe schon lange nichts mehr zu meinem Lieblings-OS geschrieben. Als ich das letzte Mal etwas schrieb, gab’s noch eine Rubrik „Meinung“. Das fand ich gut. Da konnte ich meine Meinung kundtun oder auch mal Frust loswerden.

Denn Frust habe ich jetzt gerade. Jetzt finde ich die Rubrik „Meinung“ nicht mehr. Das ist schade. Aber vielleicht weiß ich ja nur nicht, wo die jetzt zu finden ist. Macht aber nix. Ihr wisst ja jetzt, wo ich hin will.

Anm. der Redaktion
Seit dem Relaunch der LinuxCommunity 2009 platzieren wir Meinungsbeiträge unter den Blogs. Wir haben aber bereits damals darauf hingewiesen, dass man seine Meinung auch auf der Startseite kundtun kann, wenn man das möchte.

Kommen wir zum Thema. „Linux ist stabil“. Von vielen hört man regelmäßig, Linux sei stabil. Jedenfalls stabiler, als bekannte proprietäre Alternativen. Das ist nix neues. So dachte ich auch lange Zeit. Nun, bei genauer Betrachtung stimmt das nur noch bedingt. Man muss diese Aussage auf den Kern zurück führen. Ich meine damit wirklich auf den Kern. Nämlich den Linux-Kern. Denn der ist tatsächlich stabil. Das ist meine Erfahrung seit nunmehr über 10 Jahren Anwendererfahrung. So lasse ich die Aussage gelten. Aber was ist mit all den Dingen, mit denen ich als Anwender (Nicht-Programmierer) arbeite? Wo ist da die Stabilität? Ich muss sagen, ich weiß ich es nicht (mehr). Bei Suse habe ich sie seit der Version 9.3 nicht mehr gesehen. Futsch, weg, existiert nicht mehr.

Das ist bei Suse (mit Absicht so genannt) wohl nicht mehr so wichtig. Oder liegt’s an KDE? Ich denke, dass beide Parteien nicht mehr nach dem Prinzip der größten Stabilität programmieren. Es geht wohl bei beiden nur noch darum, wer am schnellsten noch mehr unsinnige Grafikspielereien einbaut. Hauptsache, das sieht schön aus und dreht sich, ploppt auf und platzt beim schließen. Ist das wirklich alles, was ihr drauf habt? Warum programmiert ihr nicht gleich für die Kumpels aus Redmond? Die interessieren sich auch nicht für DEN KUNDEN.

DER KUNDE ist bei beiden Nebensache geworden. Das merkt man an allen Ecken und Kanten. Nur ein Beispiel: Kmail kann immer noch keine Email mit eingebetteten Bildchen erstellen. Immerhin, lesen und anzeigen kann es sie schon.Und was ist mit dem Adressbuch? Das ist schlechter geworden. Zugunsten Akonadi hat man wohl die Gruppenfunktionen gekappt. Die waren für mich bei über 300 Kontakten sehr wertvoll. Die gibt es jetzt einfach mal so nicht mehr. Aber Akonadi funktioniert auch nicht. Jedenfalls kapiert kein Anwender das.

Oder was ist mit der Zusammenarbeit verschiedener Programme? Fehlanzeige. Obwohl man darauf achtet, dass die Programme möglichst alle quelloffen sind, arbeiten die wenigsten Programme wirklich zusammen. Will sagen: Jeder programmiert seinen eigenen Sch…., ohne die offenen Quellen der anderen tatsächlich zu nutzen.

Aber am schlimmsten finde ich das Verhalten bei einem Patch oder Update oder Upgrade. Plötzlich funktionieren gewohnte Dinge nicht mehr so, wie man es kennt, oder sie funktionieren gar nicht mehr. Und dann muss man auf die Konsole, um das Problem zu beheben. Mal ganz ehrlich. Das alles hat weder mit anwenderfreundlich, zukunftsorientiert, oder mit den Grundsätzen des quelloffenen Gedanken etwas zu tun. Für mich hat sich in der Linux-Umgebung nicht wirklich etwas verbessert. Ich meine wirklich verbessert. Die Probleme sind immer noch die selben wie vor 10 Jahren und die Programmvielfalt ist es auch, genau wie die Unterstützung an Drucker, und so was. Hier ändert sich sich wirklich wenig, lediglich die grafischen Elemente haben sich für den Anwender sichtbar „verbessert. Mehr nicht.

Ich wäre ja gern bereit, für gute Software Geld auszugeben, aber dann muss sie wirklich gut sein. Und das sehe ich zumindest bei OpenSuse respektive KDE zur Zeit nicht.

Gruß

Euer Thomy.

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20 Kommentare auf "Meinung: Was ist bloß aus der Stabilität von Linux geworden?"

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Ich muß sagen, ähnliche Erfahrungen habe ich auch gemacht mit KDE4 unter Gentoo. Gentoo selbst ist stabil wie sonst was, aber wehe ich benutze KDE SC 4 (getestet bis 4.6.4) dann friert mir bei jeder etwas stärkeren Belastung des Rechners direkt komplett die Oberfläche ein. Absolut unbenutzbar. Bin jetzt seit einiger Zeit auf XFCE4 umgestiegen und nutze nur noch eine Auswahl an KDE-Tools und mein System ist wieder Stabil wie es sein soll. Nicht ein einfrieren, nicht ein Absturz seit dem. Diese unsägliche „Grafik-Geilheit“ auf Kosten der Stabilität oder auch der Benutzbarkeit (man schaue sich nur mal die unsägliche Gnome-Shell… Mehr »

Komplette Zustimmung! Ich stelle immer wieder fest, dass bei einem Upgrade von Suse (z.B. v. 11.2 auf 11.3) einige Dinge nicht mehr
funktionieren, die vorher noch ohne Probleme liefen.

Ich habe auch andauernd Probleme bei einen Nvidia update (prop.)

Dies empfinde ich als außerordentlich schlecht….hoffe aber auf
Besserung und bleibe Suse 11.3 erstmal treu!

Na ich habe ganz andere Erfahrungen gemacht KDE läuft bei mir wie auch bei mehreren Freunden absolut stabil und sehr flüssig GTK Oberflächen hingegen (auch wenn sie stabil sind) sind jedenfalls mit Nvidia Treiber sehr stockend, ganz zu schweigen das GTK aussieht wie aus dem letzten Jahrhundert. Viele die Ubuntu ausprobiert haben und es laut lachend wieder deinstalliert haben, habe ich Kubuntu empfohlen. Und es waren bis jetzt alle begeistert Mit Akanodi muss ich zustimmen habe letztens Kmail2 probiert, die Datenübernahme ging vollkommen schief und beim manuellen versuch habe ich bei Akanodi aufgehört und nur gedacht: „Wer lässt sich so… Mehr »

Ähnliche Erfahrungen musste ich unter Kubuntu (11.04) auch machen, als ich von openSuSE wechseln wollte (Neuinstallation). Jedoch mit meiner jetzigen openSuSE (11.4) und KDE (4.6.5) habe ich keinerlei Probleme. Kein Absturz bisher und von Träge kann auch nicht die Rede sein. GNOME ist zu altbacken (von den Themes, die immer so hervorgehoben werden mal abgesehen) und die einzelnen Programmen unterscheiden sich stark im Funktionsumfang und Stabilität.

Einzig die Kontact und Akanodi, sowie Nepomuk-Sparte ist sehr unausgereift und nicht überdacht. Das ganze grenzt an erste Alphas (Funktionen fehlen oder sind nicht komplett integriert, Abstürze).

Ich bin mal auf KDE 4.7 gespannt.

Grundsätzlich kann ich in einem zustimmen, Linux war früher allgemein ein wenig stabiler als es heute ist. Jedoch sehe ich Linux heute immer noch deutlich stabiler als Windows oder sogar Mac. Zeitweise war ich gezwungen, mit Mac zu arbeiten, merkwürdig ist nur, dass ich es geschafft habe das System locker 2~3 mal am Tag zum Neustart zu zwingen, damit es noch weiter läuft. Und das durch normales Arbeiten! Bei Windows ist es eigentlich noch schlimmer, da brauch ich den PC ja nur anzuschauen, wobei ich an der Stelle zugeben muss, dass Windows 7 ein Quantensprung in Dingen Stabilität ist! Ein… Mehr »
Ich Benutze Linux nun seit ca. 10 Jahren und habe auch verschiedene Desktop-Oberflächen durchgemacht. Aktuell verwende ich KDE 4.6.5 unter Gentoo. Ich bin damals von Gnome zu KDE 4.4 gewechselt. Im ganzen kann ich mich nicht beklagen. KDE läuft bei mir stabil und flüssig. Selbst wenn ich den Rechner belaste (2,5GHz DualCore), und z.B. ein emerge durchführe, lässt sich der Desktop gut Bedienen. Ich verwende es auch tagtäglich bei der Arbeit. Zwar gibt es noch einige Bugs, aber diese beeinflussen meine Arbeit nicht negativ. Mich „stört“ aktuell z.B. ein Bug im Gitter-Modell des Plasma-Desktops. Wenn man einen zweiten Monitor auf… Mehr »
Linux bedeutet für mich nach über 5 Jahren Linuxerfahrung vorallem eines. Linux ist ein Ort der Innovationsschmiede, ein Antriebsmotor für neue Ideen welche man oft Jahre später in anderen OS findet. Beryl aka Compiz/Fusion war und ist ein Meilenstein in der Bedienung von Desktop PCs und damals ein Grund für hundert tausende um vom langweiligen WindowsPC zu Linux zu wechseln ! Bling Bling „verkauft“ sich gut ! Es sind nicht alles fette bebrillte Nerds die sich eben mal schnell ein Linux from the scratch selbst kompilieren!! Die meisten wollten/wollen einfach nur arbeiten damit ! Doch genau diese Vielfalt, diese Innovationen… Mehr »
Auf die Gefahr hin, in das Mac-Basher-Lager gesteckt zu werden, sage ich es trotzdem. Ich hatte in letzter Zeit ein paar Mal einen Mac vor meinen Fingern, um dort ein paar Dinge einzurichten (latex, svn u.ä.). Das war aber mal nicht so intuitiv und einfach. Die Oberfläche ist sonst wohl durchaus anfängertauglich (mir war vieles davon auch im Weg), Installation aber mal gar nicht. Kein zentrales Repository, „Software installieren“ aus dem System führt einen auf die Apple-Seite, wo man zum 100.ten Mal iTUnes endlich kaufen soll. Nee, ich wollte was anderes, Suche gibt’s nicht auf der Webseite (oder liefert keine… Mehr »
Hallo, ihr mögt ja alle irgendwie recht und unrecht haben, mehr oder weniger verständlicherweise. Ihr vergesst bei dem ganzen vor allem, das es keine kommerziellen Produkte sind, die massenhaft Bezahlte Programmierer beschäftigen die den ganzen Tag nichts anderes tun als Usern ihre Wünsche zu erfüllen. Im gegenteil, es sind größtenteils alles Leute die das alles in ihrer Freizeit tun, aus Spaß am Hobby für andere Linux Fans etwas zu basteln. Das wird immer wieder gern vergessen, leider. Viele glauben das hier Maßstäbe angelegt werden sollten wie bei Kommerziellen Anbietern, die immer hin Geld für ein Produkt bekommen und damit dem… Mehr »
Hallo Tarzans Schwester, Du hast in vielem Recht, aber auch nicht in allem. So stimmt deine Aussage: „….es sind größtenteils alles Leute die das alles in ihrer Freizeit tun, aus Spaß am Hobby für andere Linux Fans etwas zu basteln…..“. NICHT. Fedora ist eine Firma, PCLinuxOS ist eine Firma, bei Suse steckt die Firma Novell hinter. Und so gibt es viele Firmen, die irgendwas für Linux machen. Novell hat kein Interesse daran, der Welt seine Software zu schenken. Da stecken strategische Überlegungen hinter. Und die Programmierer, die dafür arbeiten, sind von diesen Firmen allenfalls freigestellt. Die tun das aber auch… Mehr »
Ich benutze Pardus (KDE 4.6.5), Linux Mint 9 LXDE und Ubuntu 11.04 Unity. Alle Systeme laufen stabil. Selbst das „umstrittene“ Unity auf einem Netbook Packard Bell Dots. Der Besuch der 3 Foren zu den Distries, sagt mir deutlich, Ursachen für Probleme sind meistens die Treiber bei sehr neuen Produkten oder sehr ältere; werden nicht mehr erkannt (Grafik, WLaN u.a.). Linux ist komplexer geworden. Forks haben sich gebildelt, Strategien geändert. Meine Meinung, wer immer das Neuste und Aktuellste haben will, muss mit „Problemchen“ rechnen. Solange die Sicherheit gewährleistet ist, muss doch nicht jeder „Schnickschnack“ mitgemacht werden. KDE 3… war mein Einstieg… Mehr »
Bin vor zwei Jahren von Vista zu Suse 11.1 gewechselt und seitdem eigentlich hochgradig zufrieden mit Linux. Anfangs hatte ich Gnome installiert, weil KDE 4 am Anfang wirklich extrem viele Macken hatte, aber mittlerweile bin ich bei Version 4.6 unter Suse 11.4 sehr zufrieden. Subjektiv betrachtet ist das System auch nicht instabiler als Windows, die Anwendersoftware tut das was sie soll eigentlich auch sehr zuverlässig. Den HP-Drucker, denn ich zwischendrin angeschlossen habe, erkannte das System auch sofort. Der Grafikspielkram läuft flüssig und sieht gut aus. Klar hatte bisher jedes Upgrade die eine oder andere kleine Macke, die man erstmal ausbüglen… Mehr »
Egal welches System man auch nutzt: Fakt ist, dass die installierten Anwendungen und Dienste das System nicht stabiler machen, sondern eher ein Risiko für die Stabilität jeden Systems darstellen. Die Entwickler eines Betriebssystems haben wenig Einfluss darauf, wie Drittanbieter ihre Software entwickeln und welche Kompatibilitätsprobleme es durch die Verwendung gibt. Die meisten offensichtlich instabilen Systeme haben deshalb ihre Probleme, weil hier der Benutzer alles, was er eventuell einmal gebrauchen kann, auf das System draufgehauen hat. Häufige Crashs und Abstürze kommen meist daher, dass viele laufende Dienste nicht mehr miteinander und damit auch nicht mehr mit dem gesamten System harmonieren. Da… Mehr »

Hallo,

ich stimme dir absolut zu. Ich selbst bin seit geraumer Zeit von Linux und seinen Derivaten immer mehr genervt! Was bringt mir ein nahezu-fast-echt-zeit-Kernel, wenn ein einfaches 2 Monitor System nicht unterstützt wird. Zumindest nicht, wenn man sowas exotisches tut und die bildschirme übereinanden anordnet.
Was bringt mir echtzeit und reaktionsvermögen, wenn mal wieder ein prozess hängt, wenn dabei die akkulaufzeit meines notebooks immer mehr in den keller geht, und alles nur, weil irgendjemand es verka… hat, die stromsparoptimierung anzuschalten.

ich leide mit dir… leider

es gibt zuviele Linuxdistributionen, um von DEM Linux zu sprechen. Linux IST nur der Kernel, und der ist ja stabil. Wer sich für die Klickibunti-Varianten von Linux etnscheidet (ich bin einer davon) muss damit rechnen, dass Fehler auftreten.

Wo viel an neuen Konzepten gearbeitet wird entstehen Fehler. Aber bei einigen Projekten kommt von der Community sogar etwas Neues, nicht nur das ewige Hinter-den-anderen-herprogrammieren.

Aber die Kritik, dass sich etwa bei PIM wenig getan hat, stimmt!

Thomy hat ja grundsätzlich recht mit seiner Beobachtung. Nach über 10 Jahren Linux sehe ich auch eine deutlich zunehmende Überladung von Anwendungen mit -für mich- völlig überflüssigem Schnick-Schnack. Mit der dazu gehörigen Grafik ist die Tendenz zur Langsamkeit beinhaltet, was teilweise durch schnellere Hardware wieder wettgemacht wird. Die Konzentration auf wesentliche Funktionen und deren qualitativ hochwertiger Ausstattung wären schon empfehlenswert. VLC ist hierfür für mich ein positives Paradebeispiel, Amarok das Gegenteil. Aber der Programmierer muss bei Laune gehalten werden. Und das geht wohl nur, wenn er mal etwas fantasieren darf. Wünschenswert wäre jedenfalls, dass die inzwischen sehr komplexe Struktur von… Mehr »
Man will ja keine Romane schreiben! Linus Torvalds hat den Kernel erfunden, Klaus Kopper das Live-System entwickelt und ich habe vor etwa 6 Jahren Linux entdeckt. Um alles herum gibt es ganz viele „Besessene“ die freiwillig aus Interesse weiterdenken und weiterentwickeln. Linux bedeutet auch Freiheit. Und wer mal so bei Distrowatch reinschaut, der weiß was diese Freiheit hervorbringt – ich kann selbst entscheiden, wie und womit ich arbeiten will. KDE und Gnome waren mal die „Großen“ und werden es wohl bleiben. XFCE und LXDE kamen u.a.m. Das schöne ist doch irgendwie ist alles miteinander „kompatibel“ universal und doch individuell. Aber… Mehr »

+ 1

dem gibts nix hinzu zufügen!

Meine Erfahrung ist schwankend. Privat habe ich zuerst auf Fedora gesetzt (bis 2009, dann gab es öfter Ausfälle der Repositories und ich hatte Probleme mit der Installation auf meinem Laptop mit WLAN und mobilen USB-Internet-Sticks). Beruflich habe daher dann auf Ubuntu umgestellt (9.04) und ist super gelaufen, mit 9.10 gab es dann ein paar Probleme, mit 10.04 wurde es langsam wieder besser – jetzt mit 10.04.2 (und jetzt gibt es schon die 10.04.3) bin ich eigentlich sehr zufrieden. Ich teste immer wieder neue Versionen und andere Distributionen (gerade eben bin ich auf Mint 11 unterwegs – und damit nicht sehr… Mehr »

Kommt immer darauf an was du willst. Ich z. B. will gerne neue Techniken und Programme ausprobieren, dafür nehme ich in Kauf das vielleicht mal ein dolphin abstürzt (das ist aber auch schon alles). Willst du’s lieber stabiler, dann kann ich z. B. uneingeschränkt kanotix empfehlen. Basiert auf debian stable und läuft und läuft und läuft.