Fonic Surf Stick unter OpenSuse und auf dem Eee-PC nutzen

[Update] Das ist die Wahrheit

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Spontanes Surfen ohne Festnetzanschluss kann ganz schön teuer sein. Wer jedoch einen Surf-Stick von Fonic mit dem entsprechenden Tarif besitzt, kann für 2,50 Euro einen ganzen Tag lang frei surfen, auch unter Linux.

Wir erhielten von Fonic einen aktuellen Teststick. Der Fonic Surf Stick kostet 100 Euro (inklusive 10 Euro Startguthaben) und kommt mit einer passenden SIM-Karte, die man auch zum Telefonieren benutzen kann. Die Kosten bleiben überschaubar: Telefonieren und SMS-Versand schlagen mit 9 Cent pro Minute respektive SMS zu Buche. Sobald man online geht, werden 2,50 Euro von der Prepaid-Karte abgezogen.

Da man über Umtsmon oder Kmobiletools mit dem Stick auch SMS-Nachrichten verschicken kann, fragten wir bei Fonic kurz nach, wie hier die Kosten ausfallen: SMS-Nachrichten sind durch die Flatrate nicht abgedeckt, umgekehrt werden aber beim Verschicken von Kurznachrichten keine 2,50 Euro abgezogen.

Der Huawei-E160-Stick stellt neben dem UMTS/HDSPA-Modem einen Kartenleser für Micro-SD-Karten bereit, der auch unter Linux seinen Dienst verrichtet. Wer den Stick neu gekauft hat, sollte nicht vergessen, die SIM-Karte auf http://www.fonic.de zu registrieren.

Setup unter OpenSuse 11.0

Die Installation des Sticks unter OpenSuse verläuft problemlos. Er wird sowohl als USB-Modem als auch als Massenspeichergerät automatisch und korrekt erkannt. Man richtet einfach von der DVD oder aus dem OSS-Repository Umtsmon ein und startet es als Root über kdesu umtsmon. Danach erscheint automatisch die PIN-Abfrage.

Die Fonic-SIM-Karte ist per PIN geschützt
Die Fonic-SIM-Karte ist per PIN geschützt

Wer die Karte gerade frisch registriert hat, muss unter Umständen noch ein paar Minuten warten, bis sie freigeschaltet wird. Hat alles geklappt, zeigt Umtsmon o2-de als Provider an (Fonic gehört zu Ozwei).

Das Hauptfenster von Umtsmon
Das Hauptfenster von Umtsmon

Jetzt gilt es Umtsmon noch mitzuteilen, dass es sich mit Fonic verbinden soll. Dazu ruft man den Menüpunkt Verbindung / Profile bearbeiten auf und legt über Profil hinzufügen ein neues Profil samt passendem Namen an. Anschließend klickt man auf Profil bearbeiten und gibt als APN pinternet.interkom.de an. Die übrigen Felder können alle unverändert bleiben.

Umtsmon muss nur die richtige APN wissen.
Umtsmon muss nur die richtige APN wissen.

Nach zwei weiteren Klicks auf Speichern und OK ist Umtsmon einsatzbereit. Bei mehreren Profilen muss man noch das gewünschte aktivieren, bei einem einzelnen Profil erledigt Umtsmon das automatisch. Der Verbindungsaufbau funktioniert über Verbindung / Verbinden oder [Strg]+[C], die 2,50 Euro werden genau in diesem Moment fällig 🙂

Wer Umtsmon nicht als Root benutzen möchte, fügt den eigenen Benutzeraccount über YaST der Gruppe uucp hinzu. Danach kann man das Tool auch als normaler Benutzer starten. OpenSuse erkennt zwar Speicherkarten im USB-Stick, mountet diese aber nicht automatisch. Ein fdisk -l zeigt die passende Gerätedatei an.

Kurznachrichten

Um eine SMS zu verschicken, wählt man SMS / Neue SMS und gibt danach die Telefonnummer und die Nachricht ein. In den Tests zeige Umtsmon zwar oft eine Fehlermeldung an, der Versand gelang in der Regel jedoch problemlos. Dummerweise kann Umtsmon keine SMS-Nachrichten anzeigen ? hier hilft unter Linux zum Beispiel Kmobiletools aus.

[Update: OpenSuse 11.1]

Wie einige Leser berichteten, muss man unter OpenSuse 11.1 ebenfalls den Umweg über /etc/usb_modeswitch.conf gehen, wie im folgenden Abschnitt zum Eee-PC beschrieben. Den Quellcode des Tools gibt es hier. Einfach im Dateimanager entpacken und dann im Verzeichnis sudo make install aufrufen. Die weitere Vorgehensweise ist im folgenden Abschnitt beschrieben.

Auf dem Eee-PC

Das Setup auf dem Eee-PC mit Xandros gestaltet sich etwas komplizierter, ist aber auch für einen Laien machbar. Für unsere Tests benutzten wir ein frisch installiertes System mit sämtlichen Updates. Zunächst muss man sich ein passendes Umtsmon-Paket besorgen, da das Xandros des Eee-PC dieses Paket nicht mitbringt. Danach fehlt noch ein kleines Hilfstool, welches das UMTS-Modem in den richtigen Zustand versetzt: usb_modeswitch. Passende Pakete von beiden Tools gibt es hier. Die beiden DEB-Pakete speichert man mit Firefox oder einem beliebigen anderen Browser in My Documents. Danach öffnet man über [Strg]+[Alt]+[T] ein Terminalfenster und installiert:

sudo dpkg -i umtsmon*.deb
sudo dpkg -i usb-modeswitch*.deb

Jetzt kommt der trickreichste Teil. USB-Modeswitch legt unter /etc/ die Konfigurationsdatei usb_modeswitch.conf an. Dort gilt es noch ein paar kleine Änderungen vorzunehmen. Dazu öffnet man ein Terminalfenster, ruft den Befehl sudo kwrite auf und öffnet dann im KDE-Editor die Datei /etc/usb_modeswitch.conf. In der Zeile 248 finden sich Einträge für die Huawei-Geräte E220, E270 und E870, die Einstellungen gelten aber auch für den E160-Stick. In Zeile 248 und 249 vor DefaultVendor und DefaultProduct entfernt man jeweils das Semikolon, gleich darunter in Zeile 252 und 253 ebenfalls. (Zwar steht in der Datei, man solle nur einen der zwei Einträge auskommentieren, beide schaden aber ebenfalls nicht.) Nun speichert man die Änderungen über [Strg]+[S] und schließt den Editor.

Jetzt kann man Umtsmon starten. Bei einem Aufruf als normale Benutzer zeigt das Tool eine Fehlermeldung an, weil man keinen Zugriff auf USB-Modeswitch hat. Hier muss man entweder Umtsmon über den Befehl sudo umtsmon starten oder usb_modeswitch auch für Benutzer ausführbar machen. Hat alles geklappt, erscheint die PIN-Abfrage. Die restliche Anleitung deckt sich mit den Beschreibungen im Suse-Teil. Auch auf dem EeePC muss man die Micro-SD-Speicherkarte von Hand einhängen.

Sehen Sie diese Fehlermeldung, müssen Sie Umtsmon über sudo umtsmon starten.
Sehen Sie diese Fehlermeldung, müssen Sie Umtsmon über sudo umtsmon starten.

Fazit

Der Fonic Surf Stick eignet sich sehr gut, um auch unter Linux problemlos online zu gehen. Die Anleitung lässt sich mit kleinen Abweichungen auf jede aktuelle Linux-Distribution übertragen, je nach Aktualität des Kernels benötigt man zusätzlich zu Umtsmon noch USB-Modeswitch. Das Fonic-Angebot ist zwar sehr günstig, eignet sich aber nicht zum Vielsurfen: Wer den Stick täglich nutzt, kommt mit einer traditionellen Flatrate deutlich günstiger davon. Zudem funktioniert der Tarif nur innerhalb Deutschlands, Roaming gibt es vorerst keines.

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15 Kommentare auf "Fonic Surf Stick unter OpenSuse und auf dem Eee-PC nutzen"

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Kommt nur mir das so vor oder sind die letzten Artikelüberschriften ziemlich nichtssagend? „Das ist die Wahrheit“ für einen Artikel über einen „Surf Stick“, das kommt direkt nach den typischen Mail-Subjects in V1agra-Spam. Mittelfristig führt das dazu, dass man entweder alle Artikel lesen muss, um mitzubekommen, was da gemeint ist, oder schlicht nicht mehr vorbeischaut, weil es sich nicht lohnt. Überlegt Euch mal, wie solche Überschriften in einem RSS-Feed wirken: Völlig zusammenhanglos. Muss doch nicht sein.

Wir ändern das sobald wie möglich in den RSS-Feeds, steht bereits auf der Liste 🙂 Generell halten wir es mit den Überschriften wie in den Heften.

Viele Grüße
Kristian

Kannst von der Liste streichen, ist geändert 😉

Der RSS-Feed zeigt jetzt den Untertitel an. Den wählen wir bewusst aussagekräftig. Natürlich könnten wir auch den Titel technisch gestalten, das wäre meiner Meinung nach aber relativ langweilig, weil dann im Titel und im Untertitel zweimal das Gleiche stünde.

Hi Marcel,

hast du zufällig getestet ob Fonic Ports sperrt? Habe davon gelesen, dass Provider teilweise alle Ports bis auf den 80er sperren. Wenn nicht mal SSH funktionieren würde, wäre das echt ein KO-Kriterium.

Nein, der sperrt keine Ports. Über die UMTS-Verbindung ist alles möglich . Ich glaube, das sind nur Ammenmärchen von wegen Ports sperren (zumindest unter Linux).

Servus,

der Surf Stick von Fonic funktioniert auch unter Ubuntu 8.10 einwandfrei. Wird direkt erkannt. Ich hab dann aus der Liste die einem Angeboten wird O2 ausgewählt, da Fonic ja deren Netz nutzt. Danach einfach das Profil nochmal bearbeiten, APN pinternet.interkom.de eintragen und bei PPP alles auf automatisch stellen. Danach einfach in der Menüleiste auf den Networkmanager klicken, das Fonic Profil auswählen, Pin eingeben und ab geht die Post 😉

Der Tipp mit umtsmon und usb-modeswitch hat mir mit meinem Ubuntu sehr geholfen auch wenn ich keinen EeePC habe.

Mit usb-modeswitch_0.9.5_i386.deb bzw. umtsmon_0.9-2_i386.deb habe ich allerdings überhaupt keine Konfigurationsdateien editieren müssen… ein einfaches „sudo chmod +s /usr/sbin/usb_modeswitch“ hats getan.

Vielen Dank für die Dokumentation!

Hallo zusammen!

1. Ist der von Euch beschriebene Fonic Datendienst auch im Ausland für die besagten 2,50€ möglich?

2. Wie sieht es aus, wenn gar kein UMTS verfügbar ist? Sind dann gar keine Datenverbindungen möglich oder wird einfach der nächst untere (langsamere) Standard verwendet?

Grüße
Piccolino81

Nein, er ist nicht in Ausland nutzbar. Das hättest Du aber einfacher auf der Fonic-Homepage erfahren können. Außerdem steht es auch im Artikel…

Wenn kein UMTS verfügbar ist, wird der nächst langsamere Standard verwendet, also im schlimmsten Fall GPRS. Der Stick kann also überall da benutzt werden, wo das Netz von O2 verfügbar ist, nicht nur in Ballungsräumen mit UMTS-Abdeckung.

Hi, nachdem ich kaum Informationsseiten über Anbieter von mobilem Internet fand, habe ich mich entschlossen eine eigene zu erstellen, auf der alle Anbieter, Tarife und Konditionen übersichtlichen verglichen sind. Zudem habe ich noch praktische UMTS-Netzkarten zusammengetragen, auf denen man den aktuellen Ausbau der Netzbetreiber erkennen kann.
http://www.freeconnect.de

Ich habe die ganze Zeit gehadert, ob ich mir den Fonic Surfstick kaufen soll.
Nachdem ich jetzt den Artikel gelesen habe, werde ich das auch tun, da die Installationsprozedur nicht schwer erscheint.

Danke für den Artikel

Hallo Marcel.

Ich bin hier also seit ca. 2 Min mit dem Surfstik online. Danke auf diesem Wege für Deine Anleitung hier im Netz, die mir wirklich sehr weiter geholfen hat. Leider konnte ich die ersten Male nur SMS verschicken unter Suse 11.1 nicht aber ins Internet. Die Lösung war, dass das Editieren der Datei /etc/usb_modeswitch.conf auch unter Suse nötig ist. Das gehört vielleicht noch mit in die Anleitung. Nun kann ich endlich meinen Laptop unterwegs unter Linux im www nutzen. WHAU !! Gruß aus NRW. Ralf

Danke für den Hinweis. Ich habe den Artikel angepasst.

Unter Opensuse 11.2 reicht es Umtsmon zu installieren. usb-modeswitch scheint schon mit dabei zu sein. Die Konfigurationsdatei usb_modeswitch.conf muss man wie angegeben editieren. Zeilennummern haben sich etwas verändert! Also besser nach z.B. E870 suchen.

Für den Benutzeraccount muss man ausser der Gruppe uucp nun zusätzlich die Gruppe dialout hinzufügen, sonst findet er den Stick nicht.

Falls man den NetworkManager für LAN und WLAN verwendet, so muss man in der Netzwerkeinstellung die ‚Methode für den Netzwerkaufbau‘ auf ‚Traditionelle Methode per ifup‘ einstellen. Sonst wählt sich der Umtsmon zwar ein, kann dann aber nicht die Einstellungen ändern.

LieGrü Harry