Bericht der Linux-Foundation

Kernel-Statistik

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In ihrem jährlichen Bericht über die Beiträge zum Linux-Kernel macht die Linux-Foundation Red Hat als Nummer eins unter den Firmen aus.

In ihrem Zahlenwerk zum Kernel 2.6.35 (PDF) zählt die Foundation 33.335 Dateien und rund 13,5 Millionen Zeilen Code. Verglichen mit dem Vorjahresreport macht die Foundation einen Rückgang bei den Beiträgen zum Kernel aus, sieht dies aber dem Entwicklungszyklus entsprechen. Die Zahl der Entwickler sei nur marginal zurückgegangen.

Zahl der Patches in den Kernel-Versionen.
Zahl der Patches in den Kernel-Versionen.

Genauer analysiert erfährt der Kernel 2.6.35 täglich einen Zuwachs von 2.6.35 7896 Zeilen Code, 5037 Zeilen werden gelöscht und 1802 Zeilen geändert. Dafür verantwortlich sind 1187 Entwickler und 184 Firmen. Nicht alle Entwickler sind in gleichem Maße beteiligt, heißt es im Bericht. Über einen Zeitraum von 5,5 Jahren steuerte ein Drittel der Entwickler genau einen Patch bei, die Top-Ten sind für 10 Prozent der Beiträge verantwortlich, die Top-30 für 22 Prozent. Amüsiert berichtet die Foundation, dass Linus Torvalds selbst mit insgesamt 886 Beiträgen nicht in den Top-30 auftauche, was allerdings kein Maßstab für seine wichtige Arbeit sei, außerdem seien die „Merge Commits“ in der Statistik nicht enthalten. Auch andere Granden der Kernel-Entwicklung seien mehr mit Reviews und Patch-Management beschäftigt als mit dem Coden selbst.

Die Top-Ten der beitragenden Entwickler sieht laut Git-Repository beginnend mit Kernel-Version 2.6.12 so aus:

David S. Miller
Ingo Molnar
Al Viro
Takashi Iwai
Bartlomiej Zolnierkiewicz
Adrian Bunk
Paul Mundt
Tejun Heo
Ralf Baechle
Greg Kroah-Hartman

Jüngere Betrachtungen, beginnend mit Kernel 2.6.30 geben ein verändertes Bild

Paul Mundt
Johannes Berg
Peter Zijlstra
Bartlomiej Zolnierkiewicz
Greg Kroah-Hartman
Mark Brown
Takahashi Iwai
Mauro Carvalho Chehab
Joe Perches
Ingo Molnar

Interessant ist auch der Blick auf die beteiligten Firmen. Die Linux-Foundation hat bei der Erhebung drei Kriterien ausgewertet, um festzustellen, ob eine Firma sich beteiligt: 1. Eine Firmen-Mailadresse, 2. eine Sponsorship-Information im Code, 3. den Entwickler direkt gefragt. Herausgekommen ist, dass rund 70 Prozent der Kernel-Entwicklung von Unternehmen bezahlt wird. Die Top-Ten enthalten die Nennungen „None“ für Entwickler, bei denen bekannt ist, dass sie auf eigene Kosten arbeiten und die Entwickler-Kategorie „unknown“, wenn es der Stiftung nicht gelungen ist, den Hintergrund des Entwicklers herauszufinden.

None 18.9 Prozent
Red Hat 12.4 Prozent
Novell 7.0 Prozent
IBM 6.9 Prozent
Unknown 6.4 Prozent
Intel 5.8 Prozent
consultants 2.6 Prozent
Oracle 2.3 Prozent
Renesas Technology 1.4 Prozent
The Linux Foundation 1.3 Prozent.

gemessen ab der Kernel-Version 2.6.30 verschiebt sich das Bild:
None 19.1 Prozent
Red Hat 12.0 Prozent
Intel 7.8 Prozent
Novell 5.0 Prozent
IBM 4.8 Prozent
unknown 4.7 Prozent
consultants 2.4 Prozent
Nokia 2.3 Prozent
Renesas Technology 2.0 Prozent
Oracle 1.9 Prozent
Fujitsu 1.7 Prozent

Die Linux-Foundation betont allerdings, dass es rund 500 Firmen gibt, die nicht in den Ranglisten auftauchen, deren Beiträge aber oft sehr wichtige Bestandteile des Kernels liefern. In der Softwareentwicklung gäbe es wohl kein zweites Projekt, dass von so vielen unabhängigen Mitwirkenden getragen werde und dies in sehr kooperativen Weise.

Dass sich in den Betrachtungen ab Kernel 2.6.30 Firmen wie Nokia, AMD, Texas Instruments und Samsung emporgearbeitet haben, spiegle die wachsende Bedeutung von Linux im Mobil- und Embedded-Markt wider.

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