19 Millionen Euro für Open-Source-Projekt P2P-Next

0

Die Europäische Union fördert das P2P-Forschungsprojekt P2P-Next mit 14 Millionen Euro, weitere 5 Millionen Euro werden dem Projekt von den 21 Projektpartnern zur Verfügung gestellt. P2P-Next ist ein Zusammenschluss von Partnern aus ganz Europa mit Vertretern aus Wirtschaft, Forschung, Rundfunk und Medienunternehmen. Mit den insgesamt 19 Millionen ist die Finanzierung des Forschungsprojekts P2P-Next für die nächsten vier Jahre gesichert. Bis 2012 soll P2P-Next die Einsatzmöglichkeiten der Peer-to-Peer (P2P)-Technologie für Internetfernsehen ausloten und ein europaweites System für Internet-Fernsehen „der nächsten Generation“ entwickeln. Als Basis dient P2P-Technologie; ein Leitgedanke ist die aktive Beteiligung der Konsumenten an der Produktion der Inhalte. „Wenn es erfolgreich ist, könnte dieses ehrgeizige Projekt eine Plattform schaffen, mit der das Publikum Live-Content beeinflussen oder senden kann, über PC oder eine Set-Top-Box“, erläutern die Autoren ihre Vision, und weiter: „Außerdem beabsichtigen wir, dass das Publikum über ein voll personalisiertes System Communities um ihre Lieblingsinhalte bilden kann.“ Unter den 21 europäischen Partnern sind beispielsweise die britische BBC, die Technische Universität Delft, das deutsche Institut für Rundfunktechnik, die Filmproduktionsfirma Markenfilm oder der Elektronikhersteller Pioneer. Die BBC beispielsweise will mit dem System künftig Fernsehprogramme via Internet senden.

Hauptverantwortlich für die technische Entwicklung ist das Team hinter dem freien Projekt Tribler, initiiert von der TU Delft und der Freien Universität Amsterdam. Bittorrent-Technogie soll die Basis der Architektur bilden. Die Entwickler versprechen bereits für die ersten zwölf Monate erste Ergebnisse. Geplant sind Moderationswerkzeuge, ein Reputationssystem zur Spambekämpfung und so genannte Live-Playlists, eine P2P-Version von RSS-Nachrichten, zusammengestellt aus Metadaten, die vom Anwender generiert werden. Zum Konzept schreibt das P2P-Next-Team: „Das Projekt verfolgt einen offenen Ansatz zum Teilen der Ergebnisse. Alle Kern-Software-Technologie wird als Open Source verfügbar gemacht und soll so neue Geschäftsmodelle fördern.“

Über die Technologie hinaus will P2P-Next auch Themen wie rechtliche Fragen oder Geschäftsmodelle adressieren. Die Lösungsvorschläge hierzu dürften mit Spannung erwartet werden, denn bislang bewegen sich die Nutzer hier zumindest in einer rechtlichen Grauzone. Und Nutzer gibt es bereits reichlich: Laut einer aktuellen Untersuchung des Webportals Torrentfreak sind aktuell rund 50 Prozent der Bittorrent-Downloads Fernsehsendungen, mit steigender Tendenz. Die Firma Bittorrent Inc. hat seine Open-Source-Politik im August 2007 restriktiver gestaltet

Hinterlasse einen Kommentar

  E-Mail Benachrichtigung  
Benachrichtige mich zu: