UFRaw vs. Rawtherapee

Raw oder lieber jpg?
Raw oder lieber jpg?
08.09.2010 22:48

Ich habe mich in den letzten Tagen etwas intensiver mit der Bearbeitung von Raw-Dateien mit Hilfe von UFRaw und Rawtherapee auseinandergesetzt um den für mich besten Ansatz zu finden.
Diese Gegenüberstellung stellt in keinster eine Bewertung für die ausgewählten Programme dar, sondern spiegelt nur meine persönliche Erfahrung und Vorliebe wider.

Raw oder lieber jpg?

Nun es stellt sich früher oder später für jeden (Hobby)fotografen die Frage ob man seine Arbeit lieber als "unbehandeltes" Raw oder als "bearbeitetes" jpg speichern soll.
Erstmal muss natürlich die verwendete Kamera die Ausgabe als Raw unterstützen, wobei die Auswahl derzeit stetig zunimmt.
Dann sollte man sich natürlich die Frage stellen ob man den ganzen Aufwand der Bildbearbeitung selbst durchführen oder lieber den vorgegebenen Routinen der Kamera überläßt.

Die meisten Möglichkeiten der Bearbeitung und Gestaltung am PC bietet natürlich das Raw-Format, schade dabei nur dass jeder Hersteller hier sein eigenes Süppchen kocht und es keinen einheitlichen Standard hierfür gibt.
Um ganz auf der sicheren Seite zu sein bietet es sich natürlich an seine Raw's in das offene und herstellerunabhängige dng zu konvertieren.
Glück für diejenigen deren Kamera das Speichern in diesem Format bereits anbietet, die Auswahl an entsprechenden Konvertern unter Linux ist dabei leider mehr als dünn gesät.

UFRaw oder lieber Rawtherapee?

Es handelt sich dabei natürlich nicht um die beiden einzigen zur Verfügung stehenden Programme in diesem Bereich. Stellvertretend und ohne Anspruch auf Vollständigkeit sei an dieser Stelle noch auf Rawstudio und das kommerzielle Programm Bibble Pro verwiesen.

Den Workflow so einfach aber effektiv wie möglich zu gestalten und ein gutes Zusammenspiel mit Gimp stellte mich vor die Frage ob ich nun UFRaw oder Rawtherapee künftig als persönlichen Standard verwenden würde.

Für UFRaw gibt es ein Plugin für Gimp als auch eine Standalone, Rawtherapee hingegen gibt es nur als Standalone.
Für diesen Vergleich nutze ich jeweils die Standalone Versionen beider Programme und zwar die Version 0.17 für UFRaw und die Version 2.41 für RawTherapee, beide von mir in diesem Beitrag weiter als "UFR" und "RT" bezeichnet.

Beim Start fällt mir gleich auf, dass UFR mich mit einem Dateiauswahldialog begrüßt und mir die Möglichkeit bietet ein einziges Bild zur Bearbeitung auszuwählen.

Dateiasuwahl UFRaw

Danach startet UFR ohne den Auswahldialog jedoch zu beenden in den Bearbeitungsmodus.
RT startet seine Oberfläche sofort, man muss sich jedoch beim ersten Start optisch etwas zurecht finden um den unten links gelegenen Dialog zur Auswahl des Bilderordners zu finden.

Auswahldialog Rawtherapee
Vorschau der Bilder

Man klickt doppelt auf den gewünschten Ordner wobei in der Mitte des unteren Bereiches Vorschauen der in diesem Ordner befindlichen Dateien angezeigt werden.
Den Bildern lassen sich Bewertungen hinzufügen oder wieder entfernen, man kann sie auch gleich in den eigenen Papierkorb verschieben uvm.

Die Programmoberfläche beider Programme wirkt aufgeräumt, bei RT auf den ersten Blick aufgrund des Funktionsumfanges etwas erschlagend.

UFRaw
Rawtherapee

UFR teilt seine Funktionen auf diverse anwählbare Tabs und beschränkt sich hierbei zumeist auf die nötigsten Arbeitsschritte.
Auf dem ersten Tab finden sich neben Histogramm und Weißabgleich die Auswahl der Interpolationsmethode, Einstellmöglichkeiten für Temperatur, Rauschunterdrückung, Anzeige über oder unterbelichteter Pixel usw.

RT unterteilt seine Funktionsbereiche ebenfalls auf Tabs auf, bietet jedoch eine größere Auswahl möglicher Arbeitsschritte an.
So finden sich hier zusätzlich einer History, die Möglichkeit zusätzlich eine Detailansicht einzublenden, sowie differenziertere Einstellmöglichkeiten für die Belichtung. Der in der Regel zuerst durchgeführte Weißabgleich findet sich hier jedoch u.a. auf dem Tab "Farbe".
Sehr gut gefällt mir hier die Möglichkeit eigene Bearbeitungsprofile anzulegen, diese zu wieder zu löschen oder aus vorgefertigten auszuwählen.

Fazit

Alles in allem kann man mit beiden Programmen seine Raw-Dateien für die weitere Bearbeitung mit Gimp oder einem anderen Programm vorbereiten.
UFR bietet einen gut überschaubaren Funktionsumfang und i.d.R. die notwendigsten Bearbeitungsmöglichkeiten an.
Einzig und allein als störend empfinde ich das die eingestellten Werte beim Laden eines neuen Bildes nicht wieder auf Standard zurückspringen.

RT hingegen bietet einen erweiterten Funktionsumfang der auf den ersten Blick unübersichtlich erscheinen mag und eine etwas längere Einarbeitungszeit gegenüber UFR erfordert.
Dafür bekommt man die Möglichkeit seine Aufnahmen wesentlich feiner zu justieren und man kommt nicht umhin eine gewisse Seelenverwandschaft zu den Möglichkeiten des Adobe's Camera Raw festzustellen.

Letztendlich habe ich mich nicht nur für eines der beiden genannten Programme entschieden sondern nutze sie beide.
Wenn es schnell gehen muss nutze ich UFR für die Grundeinstellung, möchte ich jedoch z.B. aus einer nicht ganz gelungenen Aufnahme nocht etwas brauchbares machen dann arbeite ich mich zumeist erfolgreich durch RT.

Ich hoffe das dieser kurze Einblick in diese beiden Programme dem ein oder anderen als kleine Hilfestellung dient und wünsche noch allen einen schönen Abend.


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Romas Kurtinaitis

Ich bin 44 Jahre alt, Vater von drei Kindern und lebe in Berlin.
Bezeichnen würde ich mich als eine Mischung aus Chaot und Perfektionist.
Aufgeschlossen für neue Ideen und mit der Bereitschaft mich in neue Themengebiete einzuarbeiten.

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