Linux-PC für 200 Euro [Kurztest]

Linux-PC für 200 Euro [Kurztest]

Marcel Hilzinger
04.01.2007

Die Supermarktkette Marktkauf hat seit dem 3. Januar 2007 einen Linux-PC mit vorinstalliertem Linspire im Angebot [1]. Der Desktop-PC besitzt eine 850 MHz schnelle lntel Celeron CPU und hat Grafik und LAN on board. Ein 8 in 1 Cardreader, 1 Firewire-, 4 USB-Anschlüsse sowie ein S-Video und Scart-Ausgang machen den PC zum idealen Heimcomputer. Tastatur und Maus liegen ebenfalls bei. Mit einer 200-GByte-Festplatte, einem Multinorm-DVD-Brenner und 512 MByte RAM dürfte der PC für Office und Internet bestens gerüstet sein.

Beim aktuellen Angebot handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit um den gleichen Medion-Rechner, den auch die Warenhauskette Real bereits mehrfach im Angebot hatte [2]. Demnach befindet sich im Rechner das MSI-Mainboard MS 6723 mit einem VIA-Unichrome Grafikchip (CLE 266). Für 3D eignet sich der Desktoprechner somit nur begrenzt.

Erster Eindruck
Der PC ist wirklich leise. Er besitzt an der Front zwei Blenden, eine für den Kartenleser (CF,Smart Media, SD/MMC, Memory Stick), USB und Firewire und eine für den DVD-Brenner. Hinten gibt es Audio-Anschlüsse für ein 5.1-HiFi-System, 2xUSB, einen Scart- und einen S-Video-Ausgang. Zudem bringt der Rechner eine serielle Schnittstelle mit (Modem). Suspend-to-RAM ist zwar nicht eingerichtet, funktioniert aber über die Kommandozeile problemlos.

Das Linspire-System ist gut vorinstalliert. Es spielt mithilfe von LinDVDverschlüsselte DVDs und bringt MP3-Support mit. Selbst DivX-Filme zwingen den Rechner nicht in die Knie. Diese Features hat der Medion-Rechner der angepassten Linspire-Version 5.1.470 zu verdanken. Ist beim Booten des Rechners über den Scart-Ausgang ein Fernseher angeschlossen, erscheint das Bild automatisch auf dem Monitor und dem Fernseher.

Die Grafikkarte zieht 32 MByte vom Systemspeicher und bietet 3D-Support. Die Schwachstelle des PCs: Zwei der vier USB-Anschlüsse belegen bereits Tastatur und Maus (es gibt keine PS/2-Schnittstelle). Zudem schließt sich bei unserem Rechner die DVD-Blende nicht mehr automatisch.Für Erweiterungen bietet der PC zwei (!) freie PCI-Slots an. Einen PCI-Express oder AGP-Slot für eine Grafikkarte gibt es nicht.

Trotz 850-MHz-CPU lässt sich auf dem System flüssig arbeiten, OpenOffice.org startet in ca. 50 Sekunden. Mit Kernel 2.6.14 und KDE 3.3.2 bringt der Linspire-Desktop zwar nicht die neuesten Software mit, OpenOffice ist aber in Version 2.0 dabei.

Fazit
Wer für sich zuhause oder seine Eltern einen leisen, günstigen Multimedia-PC sucht: kaufen! Pro Marktkauf sind noch 10 Rechner nachgeliefert worden. Morgen (Samstag) dürften auch die ausverkauft sein. Ein ausführlicher Test mit Suse, Ubuntu und LinVDR folgt im LinuxUser 03/2007. Da wird es sich auch zeigen, wieviel Arbeit Linspire in das angepasste System investiert hat.

Auszug von lspci

0000:00:00.0 Host bridge: VIA Technologies, Inc. VT8623 [Apollo CLE266]
0000:00:01.0 PCI bridge: VIA Technologies, Inc. VT8633 [Apollo Pro266 AGP]
0000:00:06.0 Ethernet controller: Realtek Semiconductor Co., Ltd. RTL-8139/8139C/8139C+ (rev 10)
0000:00:0b.0 FireWire (IEEE 1394): VIA Technologies, Inc. IEEE 1394 Host Controller (rev 46)
0000:00:10.0 USB Controller: VIA Technologies, Inc. VT82xxxxx UHCI USB 1.1 Controller (rev 80)
0000:00:10.1 USB Controller: VIA Technologies, Inc. VT82xxxxx UHCI USB 1.1 Controller (rev 80)
0000:00:10.2 USB Controller: VIA Technologies, Inc. VT82xxxxx UHCI USB 1.1 Controller (rev 80)
0000:00:10.3 USB Controller: VIA Technologies, Inc. USB 2.0 (rev 82)
0000:00:11.0 ISA bridge: VIA Technologies, Inc. VT8235 ISA Bridge
0000:00:11.1 IDE interface: VIA Technologies, Inc. VT82C586A/B/VT82C686/A/B/VT823x/A/C PIPC Bus Master IDE (rev 06)
0000:00:11.5 Multimedia audio controller: VIA Technologies, Inc. VT8233/A/8235/8237 AC97 Audio Controller (rev 50)
0000:01:00.0 VGA compatible controller: VIA Technologies, Inc. VT8623 [Apollo CLE266] integrated CastleRock graphics (rev 03)

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Kommentare
Re: Linux-PC für 200 Euro bei Marktkauf
Dieter Drewanz, Donnerstag, 04. Januar 2007 21:05:23
Ein/Ausklappen

Da bei einigen Codecs mein Pentium M 715A schon in die Knie geht mit Grafikkartentreiber (ATI und 3D Unterstützung, z.B. Videos 17xx x 7xx Pixel), und ohne Grafikkartentreiber (d.h. Framebuffering durch den Prozesor, bei divx 640 x 4xx Pixel) es noch schlimmer ist, ist das Ding eher gut als Office und Surf PC geeignet. Es ist klein, kompakt und bietet doch einiges.
Es gibt einen Box-PC mit gleichem Prozessor der ohne Kühllüfter auskommt. Mit Grafikkarte, 256MB, 8xx MHz nimmt kommt dieser mit 20W Stromverbrauch aus. Es wäre interessant ob das für den PC auch zutrifft. Vielleicht ist dieser auch ohne Lüfter im Netzteil. Wenn der PC so eine niedrige Laistungsaufnahme hat, dann würde er sich für einige Dauerbetriebsanwendungen lohnen (z.B. Chat, IP-Tel, torrent-client) und würde sich in ein bis zwei Jahren durch die Stromkosteneinsparungen schon amortisieren. Leider kann ich es nicht selbst nachsehen, da ich hier in der Nähe kein Geschäft der Kette habe.


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