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Einsteiger-Distribution Feren OS im Praxistest

Verwandlungskünstler

Feren OS will Linux-Neulinge glücklich machen und kombiniert dazu Elemente aus verschiedenen Distributionen mit flexibler Optik.

Wirbt eine relativ junge Distribution mit kleiner Community wie Feren OS [1] mit einer Hochglanz-Webseite und großen Versprechungen, sollte man eine gewisse Skepsis an den Tag legen. Erstmals 2015 erschienen und auf Ubuntu basierend, setzt Feren OS aktuell auf Mint Linux 18.1 "Serena" und Cinnamon 3.2.7 als Desktop. Als Kernel kommt Linux 4.4 zum Einsatz.

Alles wenig aufregend – kann Feren OS da seine vollmundigen Versprechen einlösen? Die Distribution möchte sich sowohl als Betriebssystem für Umsteiger von Mac OS X als auch für Neueinsteiger in die Welt der Computer anbieten. Über Themes lässt sich der Desktop sehr einfach an das Aussehen von Windows oder MacOS anpassen. Alternativ übernimmt Feren OS die Optik anderer Linux-Derivate wie Ubuntu oder Linux Mint.

Verwandlungskünstler

Gleich nach dem Start zeigt sich der mit viel Liebe zum Detail gestaltete Desktop. Er nimmt allerdings zusammen mit dem Grundsystem umgehend 800 MByte Arbeitsspeicher in Beschlag. Systeme mit nur wenig RAM bremsen die Distribution daher kräftig aus. Setzt man zusätzlich Themes ein, fühlt sich der Desktop selbst auf Systemen mit 4 GByte Hauptspeicher zäh an.

Das aktuelle Image von Feren OS 2017 "Murdock" erschien im Mai dieses Jahres und bringt stolze 3,4 GByte auf die Festplatte. Eine Installation erfordert ein Minimum von 18,2 GByte freien Platz; der Hauptspeicher sollte, wie bereits erwähnt, nicht unter 4 GByte liegen, besser darüber.

Feren OS reiht sich selbst in der Nähe von Zorin OS [2] und ChaletOS [3] ein – zwei Distributionen, die sich ebenfalls an Windows-Umsteiger wenden. Die Entwickler von Feren OS versprechen den Machern von Zorin OS einen starken Wettbewerb in dieser Sparte. Einen Vorteil bietet Feren gleich vom Start weg, denn die umfangreichen Theme-Optionen gibt es kostenlos, während Zorin dafür mit der "Ultimate Edition" Geld verlangt.

Bei Feren lässt sich außer eines geplanten, mit der Software vorinstallierten Notebooks eines Drittanbieters keinerlei kommerzielles Interesse entdecken, auch wenn die Aufmachung der Webseite dies auf den ersten Blick vermuten lässt.

Installation

Aufgrund der Auslegung als Live-Medium mit Installer lässt sich Feren OS vor einer geplanten Installation ausgiebig testen. Nach dem Booten begrüßt Sie ein Willkommensbildschirm mit diversen Informationen und Links zu den für die Einrichtung des Systems wichtigen Stellen. Die für Linux-Neulinge gedachte Einleitung erklärt verständlich, worum es sich bei Feren OS handelt und welche Vorteile Linux als Basis bietet.

Entschließen Sie sich, Feren OS auf die Festplatte zu bannen, finden Sie den von Ubuntu bekannten, leicht angepassten Installer vor, der auch Neulinge vor keine Probleme stellt. Nach dem Einrichten können Sie sofort loslegen, wobei die Abstammung des Systems von Mint nicht auf den ersten Blick ins Auge sticht.

In Feren OS steckt mit der Theming-Engine (Abbildung 1) und einer großen Anzahl mitgelieferter Themes aber auch ein Werkzeug, mit dem sich das Betriebssystem optisch anpassen lässt wie kein zweites. Die Themes treiben dabei die Größe des ISO-Images auf 3,4 GByte, gut das Doppelte der heute üblichen Größe von Distributionsabbildern. Dafür lässt sich das System ohne weitere Downloads vollständig nutzen.

Abbildung 1: Der Feren-Themer bietet Looks im Stil von Windows 3.1 bis 10, dazu Mac OS X sowie Ubuntu und Mint in vielen Varianten.

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