Frankreich

Gemäß der Bewertung durch die Open Knowledge Foundation (OKFN) [17] zur Bereitstellung offener Daten beziehungsweise offener Formate rangiert Frankreich im internationalen Vergleich auf Platz 10 (Stand 2015). Davor heben sich neben dem Spitzenreiter Taiwan auch Dänemark (Platz 3) und Uruguay (Platz 7) positiv ab.

Die französische Verwaltung betreibt eine eigene, mehrsprachige Plattform *[18], auf der Sie unter anderem Daten aus den Kategorien Landwirtschaft und Ernährung, Kultur, Wirtschaft und Arbeit, Bildung und Wissenschaft, Gesellschaft, Tourismus, Regionen und Verkehr finden. Zur Qualitätssicherung werden die Bereitsteller der Daten zertifiziert.

Abbildung 7 zeigt den Zugriff auf die Fahrradstationen in und um Paris, wie sie die Region Île-de-France erfasst. Jeder Datensatz beinhaltet neben der Stationsnummer die genaue Adresse, das Departement, die Postleitzahl und die Geokoordinaten. Sie beziehen die Daten bei Bedarf in Form einer CSV-Datei, als JSON-Datensatz, Blatt einer Tabellenkalkulation oder Shapefile.

Abbildung 7: Die französische Verwaltung ermöglicht den Zugriff auf Daten in verschiedenen Formaten.

DataFrance [19] nutzt die über das Portal bereitstehenden Daten intensiv und erstellt daraus interaktive Webanwendungen. Als Themenfelder bietet es Bevölkerung, Transport, Dienstleistungen, Wohnen, Bildung, Umwelt, Wirtschaft und Arbeit sowie Politik an. Das Beispiel in Abbildung 8 zeigt die Erdbebenverteilung beziehungsweise das seismische Risiko für jede Gemeinde auf der Landkarte an. Je dunkler der eingetragene Punkt, umso größer das Risiko. Klicken Sie in der Darstellung auf einen Punkt, erhalten Sie die Bewertung zum jeweiligen Ort.

Abbildung 8: DataFrance bietet unter anderem eine auf Open Data beruhende seismische Risikoeinschätzung für Frankreich.

Berlin

Offene Daten aus Berlin stehen über ein eigenes Webportal [20] zur Verfügung. Darin finden Sie neben Bebauungsplänen, Wahlergebnissen, ausgewählten Protokolle und Beschlüssen der Bezirksämter auch den Berliner Umweltatlas. Als technischer Kooperations- und Ansprechpartner dient die Technologiestiftung Berlin (TSB) [21]. Sie bringt alle Akteure an einen gemeinsamen Tisch [22].

Als Referenzprojekte gelten die Zustandserfassung und Visualisierung des Breitbandnetzes [23] (Abbildung 9), die Bereitstellung des Stadtmodells in 3D für das Spiel Minecraft sowie der Schuleinzugsrechner, der die Vergabe der Grundschulplätze für die Berliner Verwaltung vereinfacht.

Abbildung 9: Der Breitbandausbau der einzelnen Berliner Stadtbezirke.

Ein kulinarischer Vertreter aus Berlin ist Mundraub [24]. Das Projekt stellt eine kostenlose Webplattform dar, die Standorte von Obst und Kräutern im öffentlichen Raum sichtbar macht. Auf diesem Weg lässt der Fundort publik machen und der Austausch von Erfahrungen und Rezepten zwischen den Nutzern fördern. Abbildung 10 zeigt die hinterlegten Fundorte im Nordosten Brandenburgs an. Ein Klick auf den farbigen Marker führt Sie zum Standort – und in der richtigen Jahreszeit auch zum Genusserlebnis.

Abbildung 10: Fundorte für Obst und Kräuter in Brandenburg zeigt die Plattform mit dem augenzwinkernden Namen Mundraub.

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