Beispiele

Mittlerweile gilt Open Data nicht mehr als Neuland, sondern besitzt im Alltag einen festen Stellenwert. Viele Städte, Regionen und Länder haben dazu tragfähige Konzepte erarbeitet und erfolgreich in die Praxis umgesetzt. Das gilt nicht nur für Großstädte wie Berlin, London, Zürich oder Kapstadt, sondern mittlerweile für alle Verwaltungsebenen bis hin zur EU [7]. Namhafte Unternehmen und internationale Organisationen ziehen ebenfalls mit – dazu später mehr.

Alle teilnehmenden Akteure betreiben oder nutzen webbasierte Portale, die sie regelmäßig mit aktualisierten Datensätzen befüllen und erweitern. Einen ersten, weltweiten Überblick der einzelnen Akteure liefert das Portal Open Data Impact Map [8]. Dort sehen Sie auf einen Blick, welcher Ansprechpartner in Ihrer Nähe sitzt. Sie filtern über das Menü die Darstellung nicht nur anhand des Landes und der Thematik, sondern auch anhand der Einkommensverteilung und des Organisationstyps – akademische Institution, Entwicklergruppe, kommerzielle oder Non-profit-Organisation.

Abbildung 3 stellt alle eingetragenen Entwicklergruppen auf einer Europakarte dar. Je weiter Sie in der Darstellung herauszoomen, desto stärker fasst das System die Einträge regional zusammen. Mit einem Klick auf den apfelgrünen Kreis erhalten Sie Details zu den Einträgen – hier beispielhaft hervorgehoben für Rumänien. Konkrete, spannende Anwendungen ergänzen die Plattform. Im Folgenden stellen wir Ihnen ausgewählte Beispiele dazu vor.

Abbildung 3: Das Portal Open Data Impact Map bietet einen Überblick zu Open-Data-Quellen – hier: Entwicklergruppen in Europa.

Schweiz

Die Stadt Zürich stellt über ihr Webportal [9] Daten aus den Kategorien Arbeit und Erwerb, Bauen und Wohnen, Energie, Kultur, Mobilität, Preise und Verwaltung bereit. Damit verfolgen Sie beispielsweise den Leerstand an Wohn- und Geschäftsflächen. Prominenter Nutzer der bereitstehenden Daten ist der Züriplan [10], der über eine zusätzliche Kartenebene lokale Besonderheiten einblendet. In Abbildung 4 sehen Sie einen Ausschnitt zu den öffentlichen Brunnen im Stadtraum (Kategorie "Kunst im Raum"). Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf ein Brunnensymbol, erhalten Sie Zusatzinformationen zum gewählten Brunnen.

Abbildung 4: Der Züriplan mit Brunnen und Fahrtempfehlung.

Die beiden Eingabefelder sind mit einem Routenplaner verknüpft, der Ihnen neben dem direkten Weg zum Brunnen auch eine attraktive Route zu Fuß oder mit dem Fahrrad ("Velo") inklusive Höhenprofil anbietet. Der senkrechte Strich im Höhenprofil markiert die Steigung am ausgewählten Wegpunkt. Möchten Sie über das Thema auf dem Laufenden bleiben, empfiehlt sich das Abonnement des Twitter-Kanals von OpenDataZürich [11]. Neben neuem Datenmaterial offeriert Ihnen der Kanal Links zu lesens- und sehenswerten Entwicklungen ähnlicher Projekte.

Das vom Bund betriebene Schweizer Informationsportal [12] mit vielfältigen Kartendaten bildet die Grundlage für themenspezifische Aufbereitungen. Es gilt als schweizerisches Referenzprojekt und gewann im Oktober 2016 einen Open-Source-Award. Das Portal verlinkt neben den Daten aus den Fachreferaten auch etliche fachspezifische Anwendungen. Eine davon ist WindUndWetter [13], die die von den Wetterstationen erfassten Daten auf einer Landkarte visualisiert. Abbildung 5 zeigt einen Kartenausschnitt für die Westschweiz. Klicken Sie auf eines der farbigen Dreiecke, erhalten Sie die Details zur jeweiligen Wetterstation mit der aktuellen Windrichtung, Tagestemperatur, Niederschlagsmenge und den Sonnenscheinstunden.

Abbildung 5: Details zur Wetterstation Bière und erfasste Daten.

Die SBB als zentraler Verkehrsdienstleister macht bahnspezifische Informationen zugänglich [14]. Die Liste der Datensätze umfasst das gesamte Liniennetz der SBB, wichtige Lautsprecherdurchsagen der vergangenen beiden Tage, die Passagierfrequenz (Stand 2014) sowie umfangreiche Haltestelleninformationen.

Dazu zählen Details zu Park+Rail-Plätzen, Velo-Parkplätzen, Railtaxi, Carsharing, Equipment für barrierefreies Reisen am jeweiligen Bahnhof, die Verkehrstafeln sowie die Infrastruktur samt Öffnungszeiten am Bahnhof. Das von der SBB betriebene Hotspot-Netz ist ebenfalls kartografiert. Abbildung 6 zeigt einen Ausschnitt und die Detailinformationen zum Standort in Fribourg.

Abbildung 6: Detailinformationen zum SBB-WiFi-Standort in Fribourg.

Spannend aufbereitete Daten aus dem politischen Bereich bietet Ihnen die Redaktion für daten- und dokumentengetriebenen Journalismus unter dem Dach des SRF (Schweizer Radio und Fernsehen) im Rahmen des Projekts SRFData [15]. Dazu zählen Wahlergebnisse, Etatanalysen und mögliche Interessenverflechtungen. Als Besonderheit erhalten Sie zu den Daten weiterführendes Begleitmaterial in Form einer entsprechenden Reportage, die landestypisch sowohl auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch als auch in Englisch vorliegt. Das gesamte Projekt findet sich auf GitHub, sodass Sie unkompliziert daran teilhaben können.

Die Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit an der Universität Bern sammelt herausragende Anwendungsbeispiele zum Themenkomplex Open Data in einem Open Data Show Room [16]. Die Anwendungen entstanden im Rahmen der dazugehörigen Vorlesung und verdeutlichen das Potenzial des Ansatzes. So lassen sich etwa die Störungsmeldungen der Berner Verkehrsbetriebe BernMobil visualisieren. Die Daten dafür stammen aus den Jahren 2014 bis 2016 und sind linienspezifisch aufgeschlüsselt.

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