Erfolgsrezept

Als Garant für den Erfolg des Kernels entpuppt sich die ständige Arbeit daran mit vielen zeitnahen Veröffentlichungen. Entwickler haben keinen Druck, Patches in den anstehenden Kernel zu bekommen: Die nächste Veröffentlichung ist nur zehn Wochen entfernt. Geeignete Werkzeuge wie anfangs Bitkeeper und später Git gehören ebenso zum Erfolgsrezept wie eine hierarchisch strukturierte Arbeitsweise.

Die oft gnadenlos wirkende Blockade von Patches durch respektierte Mitglieder der Kernel-Gemeinde trägt letztlich zum Erfolg bei – wiewohl Linux Torvalds sich hier das letzte Wort vorbehält. In dieses Umfeld gehört auch Torvalds beinharte Einstellung zu Regressionen. Sie gipfelt im berüchtigten Mantra Do not ever break user space, das er etwa in einem Eintrag auf LKML von 2012 wortgewaltig untermauert [7].

Ein gutes Beispiel hierfür gibt das Projekt Kdbus ab: Vorangetrieben von den Systemd-Entwicklern und von Greg Kroah-Hartman befürwortet, kam es letztendlich doch nicht an der (berechtigten) Kritik einiger prominenter Entwickler vorbei und fiel trotz mehrerer Jahre Vorarbeit schlicht durch. Ein neuer Ansatz startete bereits unter dem Namen Bus1, der erste Versuch der Aufnahme in den Kernel steht jedoch noch aus.

Rüder Umgangston

Der rüde Ton, der zu Torvalds Führungsstil gehört, steht oft in der Kritik; das Entwicklungsmodell hat dennoch Erfolg. In den nächsten Jahren liegen die größten Herausforderungen darin, den Kernel weiter abzusichern. Das liegt nicht zuletzt an der unaufhaltsamen Entwicklung des Internet of Things (IoT) mit seiner Schwemme an Geräten, die bisher selten Standards folgen und somit eine Unzahl an Problemen in Bezug auf die Sicherheit mit sich bringen.

Linux rückt zudem immer mehr in den Fokus von Angreifern jeglicher Couleur. Hacker im Regierungsauftrag und Verbrecher überwachen gleichermaßen jede Modifikation am Kernel und klopfen diesen auf mögliche Lücken ab. Andererseits war der Kernel und die Gemeinde der Entwickler bisher immer in der Lage, ausreichend zu skalieren und Problemen angemessen zu begegnen. Es besteht derzeit kein Grund zur Annahme, dass dies sich in den nächsten 25 Jahren ändert. 

Glossar

Merge Window

Ein Zeitraum von etwa zwei Wochen nach Erstveröffentlichung eines Kernels, in dem Linus Torvalds die neuen Funktionen für die nächste Version aufnimmt. Im Anschluss beginnt die Phase mit den Release-Kandidaten.

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