Dokumente absichern

Öffnen Sie ein zuvor gespeichertes Pyspread-Dokument wieder, interpretiert die Anwendung die enthaltenen Formeln nicht automatisch. Der Hintergrund dafür ist ein Sicherheitsmechanismus, der das Ausführen potenziellen Schadcodes verhindern soll – jedes Python-Schnipsel könnte ja im Prinzip Schlimmes im System anrichten.

Pyspread kann nicht von sich aus erkennen, was der im Rechenblatt enthaltene Programmcode für Seiteneffekte hat, insbesondere solcher aus externen Modulen. Sind Sie sicher, dass die enthaltenen Python-Schnipsel keinen Schaden anrichten, aktivieren Sie deren Interpretation über den Menüpunkt Datei | Datei bestätigen.

Um diesen Schritt in der Zukunft zu automatisieren, bittet Sie Pyspread um Ihren GnuPG-Schlüssel [8]. Damit signiert es die Pyspread-Dateien. Nicht nur Sie als Benutzer können nun vor dem Öffnen des Rechenblatts über den GnuPG-Schlüssel prüfen, ob das Dokument aus einer vertrauenswürdigen Quelle stammt.

Listing 1 zeigt den Fingerabdruck des GnuPG-Schlüssels des Autors [9]. Diesen Fingerabdruck hinterlegt Pyspread zudem in seinen Einstellungen (Abbildung 3). Den zugehörigen Dialog finden Sie im Menü unter Datei | Einstellungen, den Eintrag zum Fingerabdruck im untersten Eingabefeld.

Listing 1

$ gpg --fingerprint D431AC07
pub   4096R/D431AC07 2014-09-05
  Schl.-Fingerabdruck = 35F8 DF9C 884E 36AB 9744  60AF CFA7 2978 D431 AC07
uid                  Frank Hofmann (Hofmann EDV) <frank.hofmann@efho.de>
sub   4096R/3B074F29 2014-09-05
Abbildung 3: Dialogfenster mit dem hinterlegten Fingerabdruck des GnuPG-Schlüssels.

Fazit

Die Idee, eine Tabellenkalkulation mit einer bestehenden, ausgereiften Programmiersprache elegant zu verbinden, ist clever überlegt. Gleiches gilt für den Einsatz einer GnuPG-Signatur, die das Vertrauen in die übermittelten Dokumente verstärkt. Diese Kombination bieten die großen Platzhirsche bislang nicht.

Pyspread verfügt über ausgereifte Grundfunktionen, die ein Arbeiten mit dem Programm sehr angenehm machen. Als größere Baustellen stechen noch die Diagrammerstellung und die Dokumentation ins Auge – hier bleibt reichlich Spielraum nach oben. Ein guter Grund, Pyspread auch in Zukunft im Auge zu behalten. 

Danksagung

Der Autor bedankt sich bei Martin Manns für seine flinke Hilfe zu Pyspread im Vorfeld dieses Artikels.

Der Autor

Frank Hofmann arbeitet in Berlin im Büro 2.0 (http://www.efho.de), einem Open-Source-Expertennetzwerk, als Dienstleister mit Spezialisierung auf Druck und Satz. Er koordiniert seit 2008 das Regionaltreffen der LUGs der Region Berlin-Brandenburg und ist Koautor des Debian-Paketmanagement-Buchs (http://www.dpmb.org).

Infos

[1] Pyspread: http://manns.github.io/pyspread/

[2] Debian-Pyspread-Paket (Entwicklerversion): https://packages.debian.org/de/sid/pyspread

[3] Pyspread 0.40: Uwe Vollbracht, "Angetestet", LU 03/2015, S. 6, http://www.linux-community.de/34329

[4] Numpy: http://www.numpy.org

[5] Matplotlib: http://matplotlib.org

[6] "Working with Excel Files in Python": http://www.python-excel.org

[7] Python-Wx-Bibliothek: http://www.wxpython.org

[8] GnuPG: https://gnupg.org

[9] Mailverschlüsselung mit GnuPG: René Gäbler, "Schlüsselerlebnis", LU 11/2007, S. 42, http://www.linux-community.de/14307

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