Stilfibel

Beide Programme weisen auf Umgangssprache und einen schlechten Stil hin – allerdings auf sehr unterschiedliche Art und Weise. Der Korrektor bemängelt vor allem veraltete Wörter, Fachausdrücke und Dialekte. Dazu zählt er unter anderem Schmankerl, Windows, Mikrofon und Einsteiger, wobei er aber für diese Wörter keine Alternativen vorschlägt. Der Korrektor in TextMaker moniert immerhin nur Schmankerl und Einsteiger.

Nur LanguageTool beschwert sich über den von der DASA in Dortmund genutzten Slogan "Da macht Staunen Sinn." [8]. Im Deutschen ergibt etwas Sinn, hat Sinn oder ist sinnvoll; "Sinn machen" leitet sich von der Nichtübersetzung von "make sense" her. Der ebenfalls aus dem "Denglischen" stammenden Ausdruck "Das Ereignis in 2015 …" kreidet keiner der Kandidaten an.

Zu viele Satzzeichen moniert LanguageTool, nicht aber der Korrektor. Der wirbt dafür mit den Duden-Empfehlungen und schlägt etwa anstelle von "potentiell" die Alternative "potenziell" vor. Nur die Desktop-Anwendung des LanguageTools kennzeichnet zwei aufeinander folgende Sätze, wenn diese mit dem gleichen Wort beginnen.

LanguageTool soll zudem vor "falschen Freunden" warnen. Ein solches Wort existiert auch in einer anderen Sprache, dort aber mit einer anderen Bedeutung. So ist im Englischen etwa der "chef" ein Koch. In unseren Tests wollte LanguageTool diese falschen Freunde jedoch nicht erkennen, das galt selbst für das Beispiel von der LanguageTool-Homepage.

Beide Probanden erkennen in LibreOffice-Dokumenten keine Formatierungen, wie etwa Aufzählungen. Der Korrektor hat zudem Probleme mit Unicode-Zeichen. So verlangt er als Auslassung drei normale Punkte – und nicht wie LanguageTool das eigentlich dafür vorgesehene Sonderzeichen. Auch auf falsche typografische Anführungszeichen weist nur LanguageTool hin.

Fazit

Der Duden-Korrektor erkennt weitaus mehr Fehler als LanguageTool, nervt aber im Gegenzug mit einem teils recht kreativen Umgang mit Kommas und vielen falschen Alarmen. Die Regeln von LanguageTool decken derzeit nur einen kleinen Teil der deutschen Grammatik ab, wodurch vor allem in komplexeren Sätzen einige Fehler durchrutschen.

Nichtsdestotrotz verhindert LanguageTool recht zuverlässig Flüchtigkeitsfehler. Wer häufig Texte schreibt, dem hilft die Software daher durchaus. Besonders wichtige Dokumente sollte jedoch möglichst immer ein Profi für Sprache gegenlesen. 

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