Softwareinstallation

Da der vorinstallierte Softwarebestand in Bodhi Linux recht schmal ausfällt, kommt meist schnell der Wunsch auf, zusätzliche Applikationen zu installieren. Dazu bringt Bodhi Linux ähnlich wie einige andere Distributionen ein App-Center mit (Abbildung 5). Es ist online verfügbar und startet automatisch, sobald Sie den Standard-Webbrowser Midori aufrufen.

Abbildung 5: Über das App-Center installieren Sie zusätzliche Programme.

Die optisch schlichte Oberfläche des App-Centers beinhaltet diverse Software-Kategorien, die Sie per Mausklick öffnen und darin stöbern. Falls Sie bereits wissen, welche Anwendung Sie benötigen, geben Sie deren Namen in ein Suchfeld ein und lassen sich deren Kurzbeschreibung – sofern vorhanden – im App-Center anzeigen. Ein erneuter Klick auf den Programmnamen bringt Sie auf die Installationsseite, wo Sie nochmals auf den Install-Schalter klicken. Das System lädt daraufhin die Applikation herunter und richtet sie nach einer Sicherheitsabfrage auf dem System ein, wobei es Abhängigkeiten automatisch auflöst.

Das App-Center fällt vor allem durch eine teils ungewöhnliche Software-Auswahl auf: So offeriert die Kategorie Office-Anwendungen nicht nur LibreOffice und Apache OpenOffice, sondern auch die aus China stammende Bürosuite WPS/Kingsoft-Office. Findet sich im App-Center mit seinem noch recht überschaubaren Fundus die gewünschte Software nicht, dann packen Sie aus diesem Tool heraus einfach Synaptic auf den Massenspeicher. Damit stehen Ihnen die sehr umfangreichen Ubuntu-Repositories zur Verfügung, die nahezu keine Wünsche offenlassen.

Bodhi Linux bringt im App-Center auch unterschiedliche Multimedia-Software mit. Wie bei den meisten Distributionen müssen Sie zu deren Verwendung jedoch noch die passenden Audio- und Video-Codecs installieren. Eine Ausnahme bildet der Videoplayer VLC, der seine eigenen Codecs mitbringt und daher die meisten Multimedia-Formate problemlos von Haus aus abspielt. Fehlende Codecs ziehen Sie dabei über Synaptic nach, indem Sie dort für Anwendungen, die Gstreamer nutzen, die entsprechenden Plugins auswählen. Möchten Sie auf dem System Anwendungen verwenden, die Xine nutzen, wie etwa Amarok, dann empfiehlt sich zusätzlich das Einrichten der Xine-Plugins, die Sie ebenfalls über Synaptic auf den Massenspeicher packen.

Fazit

Bodhi Linux stellt insbesondere für Anwender, die auf älterer Hardware einen soliden Allround-Desktop mit großem Software-Fundus betreiben möchten, eine brauchbare Alternative zu den gängigen Distributionen dar. Dabei müssen Sie nicht auf ein elegantes Erscheinungsbild verzichten, und der neue Moksha-Desktop kitzelt selbst aus alten Grafikkarten noch sehr ansprechende optische Effekte heraus. Zudem agiert er erfreulich flüssig und lässt sich detailliert konfigurieren.

Den Bodhi-Entwicklern ist es außerdem vorzüglich gelungen, die überragende Stabilität des E17-Desktops auch im Moksha-Zweig beizubehalten, sodass diese Variante der Enlightenment-Oberfläche trotz der niedrigen Versionsnummer bereits sehr ausgereift wirkt. Das einziges Manko stellt die etwas umständliche Lokalisierung dar, die Sie gesondert für den Desktop und die Tastaturbelegung vornehmen müssen. 

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