TV-Addon in Kodi aktivieren

Deutlich komfortabler gelingt die Integration des AVM-DVB-C-Repeaters, indem Sie die TV- und PVR-Funktionen von Kodi verwenden. Verwenden Sie eine Kodi-Installation auf einem gewöhnlichen Linux-Rechner, dann müssen Sie die nötigen Addons eventuell erst über die Paketverwaltung installieren. Nutzen Sie unter Ubuntu das offizielle Kodi-PPA [5], dann lautet der Namen des zu installierenden Pakets kodi-pvr-addons. Unter Arch Linux müssen Sie über Pacman das gleichnamige Paket nachinstallieren.

Kodi-Distributionen wie OpenELEC bringen das Addon dagegen schon von Haus aus mit, allerdings müssen Sie es auch dort noch von Hand aktivieren. Öffnen Sie dazu in Optionen | Einstellungen | Addons | Deaktivierte Addons den Eintrag zum PVR IPTV Simple Client und Aktivieren Sie diesen (Abbildung 8). Anschließend tippen Sie zum Einrichten des IPTV-Empfänger-Plugins im selben Fenster gleich auf Konfigurieren.

Abbildung 8: Mit dem PVR IPTV Simple Client integriert Kodi TV-Streams wie die des DVB-C-Repeaters nahtlos in das System.

Im Einstellungsdialog wählen Sie im Reiter Allgemein als Ort die Option Lokaler Pfad (einschließlich lokales Netzwerk) aus und geben dann unter M3U Wiedergabelistenpfad eine der beiden M3U-Dateien mit den Fernsehsendern des AVM-DVB-C-Repeaters an (Abbildung 9). Hier müssen Sie sich entscheiden: Entweder wählen Sie die M3U-Datei mit den wenigen unverschlüsselten HD-Sendern der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, oder Sie geben die M3U-Datei mit den SD-Sendern an. In letzterem Fall steht Ihnen dann die volle Palette des TV-Kabels zur Verfügung, allerdings eben nur in der geringeren SD-Qualität. OpenELEC verlangt nach Schließen des Dialogs abschließend einen Neustart des Systems.

Abbildung 9: Beim PVR IPTV Simple Client müssen Sie sich allerdings entscheiden: Entweder wenige Sender in HD oder alle Sender in SD.

Damit Kodi den TV-Part nun auch in seinen Menüs anzeigt, müssen Sie diesen noch unter Optionen | Einstellungen | Live TV | Allgemein aktivieren. Anschließend erscheint im Kodi-Hauptmenü neben Bilder, Videos oder Filme ein Eintrag mit TV. Über diesen erreichen Sie nun den TV-Part des Mediacenters, die Auswahl der TV-Sender entspricht der von Ihnen ausgewählten M3U-Playlist (Abbildung 10).

Abbildung 10: In der Senderübersicht zeigt das PVR-IPTV-Addon den aktuellen Sender erst einmal nur als Vorschau an.

Ein Mausklick auf einen der Sender öffnet diesen im Player-Bereich. Ein weiterer Klick vergrößert das Fernsehbild auf die gesamte Bildschirmdiagonale. Rufen Sie die Bedienelemente auf (Abbildung 11), dann zappen Sie mit den Icons Hoch und Runter durch die Kanäle. Das stilisierte Rechner-Icon zeigt die Kanalliste an und mit TXT rufen Sie den Videotext des Senders auf (Abbildung 12).

Abbildung 11: Im Vollbildmodus zappen Sie mit den Pfeiltasten durch die Sender oder rufen eine überlagerte Senderliste auf.
Abbildung 12: Der PVR IPTV Simple Client zeigt nicht nur das Fernsehbild an, sondern lädt auch den Videotext des aktuellen Senders.

Fazit

Mit dem FritzWLAN Repeater DVB-C hat AVM ein sehr einfach zu bedienendes System auf den Markt gebracht, das mobile Geräte wie Smartphones oder Tablets wie auch den Computer zu Fernsehern macht. Im Gegensatz zu klassischen TV-Lösungen für den Rechner müssen Sie keine zusätzliche Hardware am oder im Gerät anbringen, sondern nur die entsprechenden Apps (oder auf einem Rechner den VLC-Mediaplayer) installieren.

Die AVM-Lösung funktioniert somit auf so gut wie jedem Betriebssystem ohne Einschränkungen. Allerdings konzentriert sich AVM bisher nur auf DVB-C, bei digitalem Satellitenfernsehen (DVB-S) oder DVB-T schauen Sie in die sprichwörtliche Röhre. Da der DVB-C-Repeater auch keinen Slot für ein Ci+-Modul besitzt, gibt es zudem nur die öffentlich-rechtlichen Sender in HD-Qualität.

Die Integration in das Kodi-Mediacenter erlaubt Ihnen, in Räumen fernzusehen, in denen Sie zwar über Netzwerk oder WLAN verfügen, aber keinen TV-Anschluss besitzen. Dazu genügt ein samt Zubehör gerade einmal 50 Euro teurer Raspberry Pi Model B der ersten Generation, wenn auch ein RasPi2 mit seiner Quad-Core-CPU eine flüssigere Bedienung des Systems erlaubt. Mit Kodi verhält sich der FritzWLAN Repeater DVB-C wie ein klassischer TV, allerdings bleibt da durchaus noch Spielraum für Verbesserungen.

Mit dem PVR IPTV Simple Client gelingt die Integration sehr sauber. Allerdings müssen Sie sich bei dieser Lösung festlegen: Entweder Sie binden alle Sender in SD-Qualität ein oder nur die öffentlich-rechtlichen in HD-Qualität. Hier wäre es praktisch, wenn AVM noch eine Lösung finden könnte, eine kombinierte Playlist zu generieren. Um flexibel zu bleiben, binden Sie daher am besten einfach nur die M3U-Playlisten über die Favoriten ein. Eine Unterstützung für die EPG-Daten des DVB-C-Repeaters fehlt bislang komplett. VLC zeigt diese zwar ohne Probleme an, doch Kodi kommt mit dem Format noch nicht zurecht. 

Infos

[1] FritzWLAN Repeater DVB-C: http://avm.de/produkte/fritzwlan/fritzwlan-repeater-dvb-c/

[2] Fernsehen mit dem AVM FritzWLAN Repeater DVB-C: Christoph Langner, "(T)VLC", LU 12/2014, S. 74, http://linux-community.de/33632

[3] OpenELEC: http://openelec.tv

[4] XBian: http://www.xbian.org

[5] Kodi-PPA für Ubuntu: http://kodi.wiki/view/Official_Ubuntu_PPA

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Kommentare
HD, SD und EPG
Lothar M. (unangemeldet), Sonntag, 27. November 2016 09:57:00
Ein/Ausklappen

Man kann die m3u Listen problemlos mit einem Editor selber zusammenführen - copy and paste.
Mit clickfinder kommt dann auch noch das EPG dazu.
Allerdings ist es nötig die Sendernamen anzupassen, da der Clickfinder teilweise andere Namen verwendet.
Man kann die Senderliste samt EPG sogar auf ein NAS packen und mit anderen Geräten darauf zugreifen
Ich weiß aber nicht ob der Clickfinder mit Linux arbeitet, ich aktualisiere immer am Windows PC (alle paar Tage)


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