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© Rangizzz, 123rf.com

Farbenspiel

Fotokorrekturen mit Lightzone

23.09.2013
Die ehemals kommerzielle Bildbearbeitungs-Software Lightzone tritt an, Konkurrenten wie Rawtherapee und Darktable paroli zu bieten. Hat sie wirklich das Zeug dazu?

Mit Adobes Lightroom [1] etablierte sich bei Fotoprofis- und Amateuren gleichermassen eine Softwaregattung, welche die Kunstfertigkeiten analoger Fotolabore bei der Farb-, Belichtungs- und Konstrastkorrektur für die Digitalfotografie erschließt. Prinzipiell gelingen solche Anpassungen auch in allgemeinen Bitmap-Editoren wie Photoshop oder Gimp, doch mit den Spezialprogrammen gehen sie wesentlich schneller von der Hand. Zu den bisherigen freien Lightroom-Alternativen Rawtherapee [2] und Darktable [3] gesellte sich im Juli diesen Jahres das erste freie Release des ehemals kommerziellen Programms Lightzone [4].

Vorhang auf

Lightzone startet im Dateibrowser-Modus (Abbildung 1), der es nicht zuletzt wegen der fehlenden Tagging- und Suchfunktion nicht mit der komfortablen Fotoverwaltung beispielsweise von Digikam [5] aufnehmen kann. Ein Doppelklick auf eine Vorschau öffnet ein Bild im Editor-Modus.

Abbildung 1: Hier stehen im Broken Sword: Director's Cut die Protagonisten Nico und George vor dem zerstörten Café. In Gesprächen wählen Sie mit einem Klick auf eines der Symbole das gewünschte Thema.

Im Bearbeitungsmodus (Abbildung 2) fällt zunächst die Styles-Liste am linken Fensterrand ins Auge. Sie bündelt eine Abfolge mehrerer Bearbeitungsschritte ähnlich einem Batch-Skript. Im Browse-Modus fügen Sie über den Eintrag Apply Style zügig mehreren Fotos den gewünschten zu. Aus den im Moment aktiven Effekten erzeugen Sie auf Knopfdruck benutzerdefinierte Styles, die Sie bei Bedarf auf jedes geladene Foto anwenden.

Abbildung 2: Anders als das Original beginnt der Director's Cut von Broken Sword noch vor der Explosion im Café mit Nicos Berichterstattung über einen Mord. Hier untersucht Nico eine zertrümmerte Scheibe.

Die elementaren Effekte erreichen Sie nach einem Klick auf den Reiter Tools am rechten Fensterrand. Die darin enthaltene kleine Button-Leiste teilt die Funktionen in verschiedene Kategorieren auf, dessen Namen Sie erfahren, wenn Sie mit dem Mauszeiger einen Augenblick darauf verweilen. Ganz links finden Sie das leistungsstärkste Lightzone-Werkzeug, den so genannte ZoneMapper. Er teilt das Foto in 16 Helligkeitszonen, deren Belichtung Sie durch Ziehen mit der Maus gesondert beeinflussen (Abbildung 3), was eine äußerst sensible Anpassung von Ausleuchtung, Helligkeitsverteilung und Kontrast erlaubt.

Abbildung 3: Um über den Abgrund zu gelangen zieht der Astronaut den Stein einfach mit dem Plasma-Haftseil zu sich herüber.

Etwas weniger differenziert, dafür zügiger, arbeitet das Relight-Tool, bei dem Sie Licht- und Schattenverteilung, Detailkontrast, Kontrastumfang sowie die Härte der Übergänge zwischen hellen und dunklen Stellen per Schieberegler einstellen.

Die Werkzeugpalette von Lightzone enthält außerdem einen Schärfen-Filter, einen Weichzeichner, sowie ein Einfärben-, Farbbalance- und Weißpunktkorrektur-Werkzeug. Dazu kommt noch ein Schwarz-Weiß-Konverter, eine Rausch-Reduzierung sowie Tools zum Klonen von Bildbereichen, Entfernen von Staub oder Flecken und zur Korrektur des Rote-Augen-Effekts.

Künstlerische oder verfremdende Effekte wie in Gimp oder Photoshop bereitstellen bietet die Fotoaufbereitung spezialisierte Software aber nicht. Auch eine Perspektiv-Korrektur fehlt, lediglich Beschneiden- und Drehen-Funktionen sind mit an Bord .

Qualität statt Quantität

Die Zahl der von Lightzone zur Verfügung gestellten Bildbearbeitungsfunktionen bleibt übersichtlich. Doch in der Zwölferpalette der Icons verbergen sich einige echte Highlights, die mit vergleichsweise geringem Aufwand professionelle Ergebnisse liefern, allen voran der schon erwähnte Zone-Mapper.

Er basiert auf dem für die Schwarzweißfotografie entwickelten Zonen-System der amerikanischen Fotografen Fred Archer und Ansel Adams. Diese benutzten in den 1940er-Jahren einen in elf Belichtungszonen eingeteilten Graustufenkeil als Richtschnur für gleichmäßig ausgeleuchtete, den Kontrastumfang des Filmmaterials voll ausschöpfende Abzüge.

Dieser Graukeil ist auch die Basis des Zone-Mappers von Lightzone. Während Analogfotografen durch Tricks wie Wahl des Fotopapiers oder Veränderung der Entwickler-Einwirkzeiten helle und dunkle Bildereiche gesondert beeinflussten, lassen sich in Lightzone die Begrenzungen der Grauschattierungen einfach mit der Maus nach oben oder unten verschieben. Bildbereiche, die dem Helligkeitswert dieser Grauschattierung entsprechen, hellt die Software auf (ziehen nach oben) oder dunkelt sie ab (ziehen nach unten).

Jede Verschiebung fixiert das Programm als dunkle Linie, die rechts in einem gelben X ausläuft. Ein Klick darauf löscht diese bei Bedarf wieder. Das Programm skaliert alle Helligkeitszonen oberhalb und unterhalb der Verschiebung gleichmäßig, es sei denn, sie sind bereits durch eine Begrenzungslinie aus einer früheren Anpassung blockiert.

Anders formuliert: Alle Stufen zwischen zwei Linien oder zwischen einer Linie und dem Spektrumende zieht die Software gleich breit auf. So bleibt die Kontinuität des Helligkeitsspektrums gewahrt. Durch wiederholtes Verschieben mit der Maus lässt sich der Graukeil dennoch so differenziert wie gewünscht manipulieren.

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Kommentare
Wat?
Wie denn? (unangemeldet), Freitag, 25. Oktober 2013 02:25:15
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Hä, ich brauch Abo damit isch so Bericht über Open Software reintzziehen kann? Krass...!
Also das mach isch nich, wenn du versthest was isch meine, so. Also isch geh dann ma chillen.

Hauts...


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Re: Wat?
Ohne Worte (unangemeldet), Samstag, 26. Oktober 2013 08:26:24
Ein/Ausklappen

Nein, Du brauchst Deutschunterricht und einen Logopäden.


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