AA_PO-23101-stylephotographs_123RF-.jpg

© stylephotographs, 123RF

Cloud-Office Google Drive im Test

Global verbunden

Wollen Autoren in Gruppen zusammenarbeiten, begeben sie sich dazu am besten in die Cloud. Hier gibt es Bürosoftware, die das gleichzeitige Arbeiten an einem Dokument erlaubt – beispielsweise Google Drive.

Google Drive ging aus dem Projekt Google Docs hervor. Das erlaubte ursprünglich lediglich, via Browser Office-Dokumente zu erzeugen. Seit dem Umbenennen in Drive fungiert die Komponente zusätzlich als Datenspeicher. Drive bietet darüber hinaus die Möglichkeit, dass mehrere Autoren ein Dokument gleichzeitig bearbeiten – egal, ob diese über den Globus verteilt arbeiten oder nur am Schreibtisch nebenan.

Um den Dienst zu nutzen, brauchen Sie lediglich ein Konto bei Google. In diesem Zusammenhang ist der Hinweis unumgänglich, das sich im Zeitalter von Prism das Speichern und Bearbeiten von Dokumenten persönlichen oder anderweitig schützenswerten Charakters auf Drive aus Prinzip verbietet.

Nach der Anmelden dürfen Sie direkt loslegen. Um Drive im Browser aufzurufen, müssen Sie Javascript einschalten. Nach dem Einloggen landen Sie auf einer Seite, die eine Übersicht über die gespeicherten Dateien gibt. Links im Fenster fallen zwei breite, orangefarbene Knöpfe auf, die es ermöglichen, ein neues Dokument anzufertigen oder hochzuladen. Der Upload gestaltet sich trivial: Über die Schaltfläche fügen Sie die Datei der Drive-Cloud hinzu. Danach besteht die Möglichkeit, diese mit anderen Leuten zu teilen. Drive erlaubt es, die Daten über verschachtelte Verzeichnisse zu ordnen.

Interessanter ist dagegen das Erstellen einer neuen Datei. Ein Klick auf den entsprechenden Knopf zeigt die Auswahl möglicher Dokumente, die Sie anlegen dürfen (Abbildung 1): Text, Präsentation, Tabellenkalkulation, mathematischer Formelsatz und Zeichnungen stehen zur Auswahl, dazu eine Fülle an Formaten, die durchaus mit dem Angebot von Open/LibreOffice mitzuhalten vermag.

Abbildung 1: Text, Präsentation, Tabellenkalkulation, mathematischer Formelsatz und Zeichnungen – Sie haben die Auswahl, was für einen Typ von Dokument Sie in Google Drive anlegen möchten.

Sicher in der Cloud

Sie fertigen alle Dateien im Browser an. Im Moment des Erzeugens liegen diese in der Cloud, und Software speichert sie periodisch ab. Das schließt einen Datenverlust zwar nicht grundsätzlich aus, aber im Alltag kommt es kaum zu Problemen. Sobald Sie das Fenster schließen, speichert die Software die Datei im aktuellen Zustand. Beim nächsten Besuch der Drive-Seite finden Sie sie dementsprechend wieder vor.

Vom ersten Moment des Erzeugens eines Dokuments an besteht die Möglichkeit, dieses mit anderen Google-Nutzern zu teilen – entweder passiv (zum Lesen) oder aktiv (zum Mitarbeiten). Es hat einen eigenen Charme, das Dokument an einer anderen Stelle wachsen zu sehen, als an der, an der Sie gerade arbeiten.

Möchten Sie die erzeugten Dokumente parallel auf der Festplatte in einem nativen Format vorliegen haben, so legt Ihnen der Suchmaschinen-Betreiber keine Steine in den Weg: Drive erlaubt das Herunterladen im MS-Office- oder ODF-Format. Zumindest unter Open/LibreOffice gibt es keine Probleme beim anschließenden Einlesen.

Textbearbeitung

Nach dem Anlegen eines Dokuments erscheint eine leere Seite mit dem Titel Unbenanntes Dokument. Das Textmodul hält eine Unmenge an Stilen bereit und ermöglicht das Einfügen von Bildern, Tabellen und mathematischen Termen. Es fehlt nichts, was Sie von einer guten Textverarbeitung erwartet (Abbildung 2).

Abbildung 2: Ein Beispieldokument mit einigen Stilen, einem Bild und einem mathematischen Term.

Das Bedienkonzept setzt auf Menüleisten. Freundlicherweise informiert Drive stets über den Zustand des Dokuments, Sie brauchen nicht selbst zu speichern. Nach kurzer Zeit erfolgt eine automatische Sicherung. Verlust durch Absturz oder eine schlechte Verbindung ist somit unwahrscheinlich. Im Notfall starten Sie einfach den Browser neu, verbinden sich mit Google, öffnen das Dokument und machen da weiter, wo Sie aufgehört haben.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 5 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • ownCloud 9 veröffentlicht
    Mit ownCloud kann jeder seine ganz private Cloud aufbauen, in der sich primär Dateien, Termine und Kontakte speichern lassen. Die freie Alternative zu Dropbox, Google Drive und Co bringt in der jetzt freigegebenen Version 9 zahlreiche größere Änderungen mit.
  • Die Bürosuite des Gnome-Projekts
    Gnome setzt in vielen Punkten auf eigene Tools. In Sachen Office erweist sich diese Strategie als problematisch.
  • Grive – ein freier Client für Google Drive
    Die Cloud erfreut sich wachsender Beliebtheit als Speicherplatz. Mit Grive gibt es zwar einen freien Client für Google Drive, doch der stammt nicht aus offiziellen Quellen – und weist deshalb einige Einschränkungen auf.
  • Software für wissenschaftliche Texte
    Bei wissenschaftlichen Dokumenten spielen Open-Source-Tools ihre Stärken aus. Aber nur, wer die Details der Programme kennt, erspart sich beim kombinieren der Daten viel Kopfzerbrechen.
  • Insync Plus synchronisiert Google-Drive-Dateien auf dem Desktop
    Google Drive bietet reichlich Speicherplatz. Zur echten Cloud-Anwendung fehlt allerdings noch ein Desktop-Client für die automatische Synchronisation. Die Firma Insync schließt nun diese Lücke.
Kommentare

Infos zur Publikation

Lu07/2016: GIMP FÜR PROFIS

Digitale Ausgabe: Preis € 5,99
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Aktuelle Fragen

Mit Firewire Videos improtieren?
Werner Hahn, 09.06.2016 11:06, 5 Antworten
Ich besitze den Camcorder Panasonic NV-GS330, bei dem die Videos in guter Qualität nur über den 4...
lidl internetstick für linux mint
rolf meyer, 04.06.2016 14:17, 3 Antworten
hallo zusammen ich benötige eure hilfe habe einen lidl-internetstick möchte ihn auf linux mint i...
thema ändern
a b, 29.05.2016 16:34, 0 Antworten
Hallo Linuxer zuerst alle eine schönen Sonntag, bevor ich meine Frage stelle. Ich habe Ubuntu 1...
Ideenwettbewerb
G.-P. Möller, 28.05.2016 10:57, 0 Antworten
Liebe User, im Rahmen eines großen Forschungsprojekts am Lehrstuhl für Technologie- und Innova...
Welche Drucker sind Linux-mint kompatibel?
Johannes Nacke, 20.05.2016 07:32, 6 Antworten
Hallo Ihr Lieben, ich bitte um mitteilung welche Drucker Kompatibel sind mit Linux-Mint. LG Joh...