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© ratoca, 123RF

Spiel, Spaß, Spannung

Acht günstige Spiele aus dem Ubuntu Software Center

23.09.2013
Zwar zieht die Steam-Plattform immer mehr Spielehersteller an, doch stehen einige kommerzielle Spiele weiterhin ausschließlich im Ubuntu Software Center bereit. Die acht besten stellen wir vor.

Sind Sie Knobelexperte, Fingerakrobat oder Action-Liebhaber? Dann sollten Sie unbedingt einen Blick auf die kommerziellen Spiele im Ubuntu Software Center werfen. Gegenüber ihren kostenlosen Pendants bieten sie eine bessere Grafik und ausgefallenere Spielekonzepte. Der Kauf über das Software Center bietet zudem den Vorteil, dass das Auflösen aller Abhängigkeiten automatisch erfolgt. Einige Spiele sind sogar exklusiv nur dort erhältlich.

Das galt zum Redaktionsschluss auch für die im Folgenden vorgestellten Titel. Sie decken die verschiedensten Genres ab und kosten jeweils nicht mehr als 10 US-Dollar. Welche Konsequenzen der Umstieg Canonicals vom altbewährten X-Server hin zu Mir demnächst für Spielenutzer mitbringt, erörtert der Kasten "Raumstation".

Gurkensalat

Noch vor einem Jahr bot das Software-Center fast ausschließlich hochklassige Spiele zum Kauf an. Mittlerweile stapeln sich dort jedoch auch kostenpflichtige Titel, die selbst als kostenfreie Varianten nicht der Rede wert wären.

Mit den Verkaufsplattformen Desura [9] und Steam [10] erhielt das Software-Center zudem zwei mächtige Konkurrenten. Viele Spiele, wie etwa das berühmte Portal [11], erscheinen nur noch exklusiv auf Steam. Im Software-Center bleiben somit zahlreiche Gurken zurück. Bevor Sie ein Spiel kaufen, sollten Sie sich daher auf den Seiten der Hersteller nach bereitgestellten Informationen, Bilder und Videos umsehen.

Werfen Sie auch unbedingt noch einmal einen Blick auf den Preis: So verlangen die Macher des Strategiespiels Eufloria HD satte 50 000 US-Dollar, die ein paar unbedarfte Klicks tatsächlich abbuchen [12]. Der Entwickler Omni Systems wählte diesen Preis absichtlich so hoch, um Käufer abzuschrecken – angeblich sei die Entwicklung des Spiels noch nicht abgeschlossen. Unklar bleibt, warum Omni Systems das Spiel dann überhaupt schon im Software Center anbietet und Canonical diesen Nonsense-Eintrag freischaltet.

Raumstation

Ubuntu 13.10 setzt erstmals Mir als Unterbau für die grafische Benutzeroberfläche ein. Dank einer Zwischenschicht namens XMir starten bisherige X11-Programme und somit auch Spiele weiterhin. Dummerweise arbeitet Mir jedoch nur mit den freien Grafikkartentreibern zusammen. Die wiederum bieten auf AMD- und Nvidia-Grafikkarten nicht alle Funktionen ihrer proprietären Kollegen an.

In der Folge laufen die meisten Spiele nicht, nur sehr langsam oder mit abgespeckter Grafikpracht. Nach den derzeitigen Plänen soll Ubuntu 13.10 deshalb von Mir auf X11 zurück wechseln können. Ab Ubuntu 14.04 fällt aber auch diese Notlösung weg. Sollten die proprietären Treiber dann Mir immer noch ignorieren, werden Spieler auf eine andere Distribution umsteigen müssen.

Broken Sword: Director's Cut

George Stobbart genießt gerade vor einem malerischen Café seinen Urlaub in Paris, als ein Clown in das Lokal stürmt, eilig wieder herausläuft und die Schaufenster in einer gewaltigen Bombenexplosion bersten. Das Ergebnis ist ein komplett verwüstetes Café und ein Toter (Abbildung 1). Da die Polizei reichlich inkompetent zu Werke geht, stellt George kurzerhand eigene Ermittlungen an. Hilfe erhält er dabei von der Journalistin Nicole Collard, die eine große Geschichte wittert.

Abbildung 1: Hier stehen im Broken Sword: Director's Cut die Protagonisten Nico und George vor dem zerstörten Café. In Gesprächen wählen Sie mit einem Klick auf eines der Symbole das gewünschte Thema.

Warum der Clown in das Café stürmte und welche Rolle die Tempelritter dabei spielen, das klärt das Point-and-Click-Adventure Broken Sword [1], hierzulande besser bekannt unter seinem deutschen Titel Baphomets Fluch. Die erste Version des Spiels erschien bereits im Jahr 1996 für Windows. Im Software Center verkauft Hersteller Revolution jetzt einen überholten und um zusätzliche Szenen erweiterten Director's Cut. Unter anderem darf der Spieler nun mehrfach mit Nico rätseln und erfährt, was vor der Explosion geschah (Abbildung 2).

Abbildung 2: Anders als das Original beginnt der Director's Cut von Broken Sword noch vor der Explosion im Café mit Nicos Berichterstattung über einen Mord. Hier untersucht Nico eine zertrümmerte Scheibe.

Die beiden Protagonisten dirigieren Sie mit dem Mauszeiger durch die liebevoll gezeichneten Szenen. Ein Klick auf einen Gegenstand genügt, damit der Held ihn benutzt oder aufhebt. Auf diese Weise müssen Sie zahlreiche Rätsel lösen, was wiederum die Hintergrundgeschichte sukzessive vorantreibt.

Baphomets Fluch zählt zu Recht zu den bekanntesten und beliebtesten Adventures aller Zeiten. Die Grafik des Director's Cut ist immer noch ansehnlich, wenngleich sie auf modernen Monitoren je nach Fenstergröße entweder extrem klein oder arg verwaschen wirkt. Zur Atmosphäre tragen die professionellen deutschen Sprecher bei, die allerdings meistens ziemlich dumpf klingen. Darüber hinweg trösten die durchweg logischen Rätsel sowie die extrem spannend inszenierte Hintergrundgeschichte. Wer schon die alte Windows-Version besitzt, kann sie übrigens mit ScummVM zum Leben erwecken und sich so die 5 US-Dollar für den Director's Cut sparen.

Capsized

Langenscheidt übersetzt das englische "capsizing" als kentern. Im gleichnamigen Spiel [2] passiert genau das einem Raumschiff. In letzter Sekunde rettet sich die Crew mit Rettungskapseln auf einen dicht bewaldeten Planeten. Dort übernimmt der Spieler die Kontrolle des Astronauten aus der Rettungskapsel. Auf der Suche nach den übrigen Besatzungsmitgliedern lässt er den kleinen Helden durch die wunderschön gezeichnete, zweidimensionale Landschaft hüpfen und rennen.

Dieses Vorhaben erschweren zahlreiche feindlich gesinnte Kreaturen. Der Astronaut wehrt sich zunächst nur mit einer einfachen Pistole, aber immerhin mit unendlich viel Munition. Zusätzlich steht ihm eine Art Plasma-Haftseil zur Verfügung, mit dem er sich über Abgründe hinweg schwingt oder aber dicke Steine vor Höhleneingängen wegzieht (Abbildung 3). Apropos Höhlen: Einige von ihnen erhellt lediglich die Taschenlampe des Helden, was die Orientierung zusätzlich erschwert.

Im Laufe des Spiels findet der Protagonist aber zahlreiche weitere Waffen, darunter eine Plasma-Kanone und ein Maschinengewehr. Im Gegensatz zur Standardwaffe verbrauchen diese Schießprügel jedoch Munition, die der Held erst mühsam aufspüren und einsammeln muss. Zu den Waffen gesellen sich verschiedene nützliche Gegenstände, wie ein Schutzschild oder ein Jet-Pack. Letzterer ermöglicht es dem Astronauten, einige Zeit durch die Luft fliegen – vorausgesetzt, er hat zuvor genügend Treibstoff gefunden.

Abbildung 3: Um über den Abgrund zu gelangen zieht der Astronaut den Stein einfach mit dem Plasma-Haftseil zu sich herüber.

Im Laufe des Spiels lassen sich spezielle Arcade-Spielmodi freischalten. In ihnen gilt es unter anderem ohne Waffen auszukommen oder sich möglichst lange gegen unablässig heranströmende Gegner wehren. Es gibt sogar einen Mehrspielermodus, in dem zwei Spieler vor einem Bildschirm sitzen und sich gegenseitig zu eliminieren versuchen.

Das actionbetonte Jump-and-Run-Spiel (Abbildung 4) wartet mit riesigen verschlungenen Leveln auf, klaut allerdings viele Spielelemente bei der Konkurrenz. Die beiden Entwickler Jesse McGibney und Lee Vermeulen begeistern vor allem mit den extrem detaillierten, liebevoll gezeichneten Landschaften. Aufgrund einiger ziemlich schwierig zu meisternden Stellen richtet sich das 10 US-Dollar teure Capsized an erfahrene oder frustresistente Plattform-Akrobaten, die gerne neue Planeten erkunden.

Abbildung 4: Capsized besticht vor allem durch seine riesigen, detailreichen Landschaften, in denen man allerdings die Gegner auch schnell übersieht. Haben Sie hier Held und Ureinwohner gefunden?

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Kommentare
Screenshots
Marcus (unangemeldet), Montag, 23. September 2013 12:53:29
Ein/Ausklappen

Kann es sein, dass die Screenshots nicht zum Text passen?


Bewertung: 159 Punkte bei 17 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht
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Re: Screenshots
Tim Schürmann, Montag, 23. September 2013 15:47:23
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Ja, stimmt. Da ist was beim Einstellen des Artikels verkehrt gelaufen. Ich werde das umgehend melden. Danke für den Hinweis!


Bewertung: 203 Punkte bei 22 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht
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Re: Screenshots
KingKong (unangemeldet), Montag, 14. Oktober 2013 20:38:07
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... na das ging ja flott!


Bewertung: 116 Punkte bei 14 Stimmen.
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