AA_blanket_stocker_sxc_312791.jpg

© Stocker, sxc.hu

Mit Gimp Verzeichnungen beheben und Motive gekonnt ins Bild rücken

Hingezupft

Ob kreativer Einsatz oder Mittel zum Zweck: Gimps Werkzeuge zum Verzerren digitaler Bilder leisten hervorragende Arbeit. Sie müssen nur wissen, welches Sie wann einsetzen.

Die in Gimp enthaltenen Funktionen zum Verzerren ermöglichen es, aus gewöhnlichen Aufnahmen ungewöhnliche Bilder zu zaubern. Bevor Sie sich aber dem kreativen Einsatz widmen, lohnt es sich, die entsprechenden Werkzeuge zur manuellen Korrektur von Objektivfehlern zu nutzen – sie bringen Abhilfe bei moderaten Verzeichnungen. Allerdings bleibt die Wirkung begrenzt. Oft lohnt es sich deshalb auch, zusätzlich das Perspektiv-Werkzeug zu bemühen.

Werkzeuge

Die Werkzeuge zum Drehen, Scheren und für perspektivische Modifikationen gehören zur Grundausstattung von Gimp. Alle arbeiten im Transformationsmodus: Sie sehen also zunächst nur eine Vorschau, die Sie Ihren Vorstellungen entsprechend manipulieren. Erst in einem weiteren Schritt – nach dem Bestätigen der Aktion – führt Gimp die rechenintensiven Arbeiten auf den Bilddaten aus.

Ganz neu ist in Gimp 2.8 bei den Werkzeugen zum Verformen die Käfig-Transformation hinzugekommen – allerdings nur mit eingeschränktem Funktionsumfang. So beschränkt sich deren Einsatz bisher auf Ebenen; Pfade und oder eine Auswahl unterstützt das Tool noch nicht.

Dafür ist das Bedienkonzept sehr einfach: Sie ziehen einen Rahmen um den gewünschten Bildbereich und setzen überall dort Stützpunkte, wo Sie später Verformungen vornehmen wollen. Sobald dieser Rahmen geschlossen ist, berechnet die Software die benötigten Parameter. Anschließend verschieben Sie die Stützpunkte, was den Inhalt entsprechend verzerrt (Abbildung 1).

Abbildung 1: Bei der Käfig-Transformation definieren Sie zunächst den Rahmen (oben links), anschließend verschieben Sie die Stützpunkte, bis Sie das gewünschte Ergebnis (rechts, hier nachträglich eingefärbt) erhalten.

Auswahl und Pfad

Das Verzerren einer Auswahl gehört zu den speziellen Aktionen, die in mehrfacher Hinsicht Bedeutung haben: Eine Auswahl dient als Begrenzung beim Kopieren, Löschen und für weitere Aufgaben und kommt darüber hinaus häufig beim Malen zum Einsatz.

Alle Standardwerkzeuge – mit Ausnahme des Werkzeugs zur Käfig-Transformation – erlauben das gezielte Verzerren einer Auswahl. In den Optionen des Werkzeuge steht dafür hinter Transformation als zweites der Punkt Auswahl bereit. Ein Punkt im Menü Auswahl ermöglicht es hingegen, eine Auswahl entsprechend festgelegter Parameter entlang der Kante zu verzerren (Abbildung 2).

Abbildung 2: Für das Verzerren einer Auswahl bietet Gimp zusätzlich einen speziellen Dialog an, der die Kante der Auswahl entsprechend der vorgegebenen Parameter modifiziert.

Das Skript, das Sie mit dem Dialog steuern, wandelt eine einfache (meist geometrische) Auswahl in eine etwas organischere Form um. Das funktioniert neben einer klassischen Auswahl sehr gut mit Buchstaben in Textebenen, sobald Sie diese mittels Auswahl aus Alphakanal angewählt haben.

Über Schwellwert legen Sie grundlegend fest, wie die Software die Auswahl verzerrt. Kleine Werte vergrößern dabei die Auswahl. Verteilen und Körnigkeit vergrößern das Verzerren, Glätten reduziert es. Mit Horizontal glätten beziehungsweise Vertikal glätten steuern Sie dies noch feiner.

Einen Pfad bearbeiten Sie mit den Standardwerkzeugen analog zu einer Auswahl. Insbesondere das perspektivische Verzerren bietet dabei viele Möglichkeiten (Abbildung 3). Darüber hinaus ist das Pfadwerkzeug so konzipiert, dass es das manuelle Verzerren von Pfaden besonders unterstützt. Pfade eignen sich dabei als Grundlagen für Auswahlen, zum Zeichnen oder als Hilfslinien.

Abbildung 3: Pfade verzerren Sie unter anderem über das Perspektiv-Werkzeug.

Grundsätzlich können Sie sowohl die Stützpunkte als auch die Linien ("Segmente" im Gimp-Jargon) von Pfaden beeinflussen. Drei Modi kennt dieses Werkzeug: Design zum Erstellen neuer Pfade, Bearbeiten und das Verschieben ganzer Pfade.

Über [Strg] aktivieren Sie den Modus zum Bearbeiten. Dann erzeugt jeder Klick einen neuen Stützpunkt. Segmente verschieben Sie direkt mit der Maus oder deformieren Sie durch die Hilfslinien an den Endpunkten. Mit [Strg]+[Umschalt] entfernt ein Mausklick einen Stützpunkt oder ein Segment.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 4 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Anwendertipps und kleine Kniffe zu Gimp
    Unsere Tipps und Tricks bringen Ihnen Gimp-Funktionen und -Arbeitstechniken näher. Diesmal zeigen wir, wie Sie kleine Hautunreinheiten heilen, Pop-Art-Bilder zaubern und mit Schärfe beziehungsweise Unschärfe tolle Effekte erzielen.
  • Bildbearbeitung mit Gimp, Teil 2
    Vorhang auf für den zweiten Teil unseres Gimp-Workshops. Im letzten Heft haben wir uns mit dem ersten Start von Gimp, grundlegenden Malwerkzeugen und Auswahlen beschäftigt. Als Ergebnis haben wir einen Button gemalt. Diesmal wird es etwas praktischer: Wir wenden uns nochmal etwas genauer den Auswahlen zu und bearbeiten ein paar Fotos nach.
  • Bildbearbeitung mit Gimp, Teil 7
    Man soll ja aufhören, wenn es am schönsten ist. Daher ist dies der letzte Teil des Gimp-Workshops. Wir wollen heute einen intensiveren Blick auf Farbverläufe und Pfade innerhalb von Gimp werfen.
  • Effizienter arbeiten mit Gimp
    Unsere Tipps bringen Ihnen Gimp-Funktionen und -Arbeitstechniken näher. Diesmal zeigen wir, wie Sie Wasserspiegelungen erstellen und Einstellungen zu Gimp-Werkzeugen speichern. Außerdem verraten wir, mit welchem Gimp-Techniken Sie Infrarotfotos nachbearbeiten können.
  • Effizienter arbeiten mit Gimp
    Unsere Tipps bringen Ihnen Gimp-Funktionen und -Arbeitstechniken näher. Diesmal zeigen wir, wie Sie mit dem Fraktal-Explorer und dem Filter Alien-Map arbeiten. Außerdem verraten wir, wie Sie Druckraster und pixelige Bilder erstellen sowie die Cross-Entwicklung nachahmen.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 10/2016: Kryptographie

Digitale Ausgabe: Preis € 0,00
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

Soundkarte wird erkannt, aber kein Ton
H A, 25.09.2016 01:37, 6 Antworten
Hallo, Ich weiß, dass es zu diesem Thema sehr oft Fragen gestellt wurden. Aber da ich ein Linu...
Scannen nur schwarz-weiß möglich
Werner Hahn, 20.09.2016 13:21, 2 Antworten
Canon Pixma MG5450S, Dell Latitude E6510, Betriebssyteme Ubuntu 16.04 und Windows 7. Der Canon-D...
Meteorit NB-7 startet nicht
Thomas Helbig, 13.09.2016 02:03, 3 Antworten
Verehrte Community Ich habe vor Kurzem einen Netbook-Oldie geschenkt bekommen. Beim Start ersch...
windows bootloader bei instalation gelöscht
markus Schneider, 12.09.2016 23:03, 1 Antworten
Hallo alle zusammen, ich habe neben meinem Windows 10 ein SL 7.2 Linux installiert und musste...
Ubuntu 16 LTE installiert, neustart friert ein
Matthias Nagel, 10.09.2016 01:16, 3 Antworten
hallo und guten Abend, hab mich heute mal darangewagt, Ubuntu 16 LTE parallel zu installieren....