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© Ivan Mikhaylov, 123RF

Anonym im Internet surfen mit JonDonym

Spuren verwischen

Mit JonDonym surfen Sie ohne umständliche Konfiguration inkognito im Internet – bei Bedarf sogar aus einem Live-System heraus.

Das Internet bietet viele Chancen, birgt jedoch auch erhebliche Gefahren und Risiken. Insbesondere die in einigen Staaten immer lauter werdenden Forderungen nach Zensur und Überwachung sowie sich häufende Angriffe von Crackern im Netz sorgen dafür, dass anonymes Surfen sinnvoll erscheint. Doch um eine Distribution sowie Browser und Applikationen gegen Schnüffler abzusichern, braucht es detaillierte Kenntnisse von Netzwerk und Betriebssystem. Einfacher und schneller gelangen Sie sich mit JonDonym zum Ziel, einem Anonymisierungsdienst gegen das Ausspähen Ihrer Surfgewohnheiten und Daten.

Der Dienst

JonDonym steht in unterschiedlichen Varianten als quelloffene Software zum Download bereit: Zum einen als komplette Live-Distribution auf Basis von Debian, wobei Sie die Wahl zwischen CD- oder DVD-Image haben. Zum anderen besteht die Möglichkeit, die persönliche Linux-Installation durch einen JonDo-Client und ein angepasstes Firefox-Profil namens JonDoFox abzusichern. Zudem stehen noch eine Konsolenvariante der Software sowie mit dem JonDoBrowser eine modifizierte Version von Firefox [1] bereit.

Die Funktionsweise der Software gleicht sich dabei in jedem Fall: Der Internet-Zugang läuft durch einen lokalen Proxy, der die Daten verschlüsselt und mit anonymisierter IP-Adresse über eine Kaskade von Mix-Servern leitet. Diese stehen in verschiedenen Länder und befinden sich in der Obhut von unterschiedlichen, unabhängigen Anbietern. Sie dienen dazu, die Spur der Pakete zu verschleiern, sodass Angriffe oder das Mitschneiden des Datenverkehrs wirkungslos bleiben.

Der JonDonym-Dienst geht auf die JonDos GmbH zurück, die in Kooperation mit der TU Dresden und der Universität Regensburg nicht nur die Software zum Betrieb des Dienstes entwickelt und pflegt, sondern zusätzlich das Abrechnen zwischen den Anwendern der Premium-Dienste und den Betreibern der Server koordiniert.

Neben der kostenfreien Variante, deren Datendurchsatz und Funktionsumfang beschränkt ist, steht ein kostenpflichtiger Dienst bereit, der unterschiedliche Optionen und Kontingente für die Daten umfasst [2]. Die Firma kümmert sich zudem um das Zertifizieren der einzelnen Mix-Betreiber.

Los geht's

Um den Dienst auf einem laufenden System einzurichten, benötigen Sie neben dem Client das Firefox-Profil JonDoFox; beides erhalten Sie im Netz [3]. Die beiden Archive entpacken Sie mit den Befehlen tar -xjvf jondo_linux.tar.bz2 für den JonDo-Client und tar -xjvf jondofox_linux_de.tar.bz2 für das JonDoFox-Profil.

Anschließend öffnen Sie ein Root-Terminal, da Sie zur Installation des Clients administrative Rechte benötigen. Anschließend wechseln Sie in das neu entstandene Unterverzeichnis jondo_linux und führen das Skript mit dem Befehl ./install_jondo aus. Die Routine konfiguriert die Software und legt einen Starter Jondo im Menü Internet an.

Um das neue Profil von Firefox zu installieren, wechseln Sie anschließend wieder in ein Terminal. Mit dem Entpacken des Archivs jondofox_linux_de.tar.bz2 hat die Routine ein Unterverzeichnis profile angelegt. Im übergeordneten Verzeichnis befindet sich jedoch das Installationsskript install_linux.sh, das Sie ohne Administratorrechte über ./install_linux.sh aktivieren. Beachten Sie, dass während der Installation Firefox nicht laufen darf.

Nach Abschluss der Installation aktivieren Sie zunächst den JonDo-Dienst aus dem Menü Internet. Die etwas schleppend startende Java-Software führt Sie nun in wenigen Schritten mithilfe eines grafischen Menüs durch die Konfiguration. Anschließend baut der Rechner eine Verbindung zu einer Kaskade von Mix-Servern auf, wobei diese kostenlose Variante des Dienstes mit einer relativ bescheidenen Geschwindigkeit von 30 bis 50 kbit/s arbeitet (Abbildung 1).

Abbildung 1: Das Startfenster von JonDonym zeigt die wichtigsten Parameter an.

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